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Eingang zum Schellfischtunnel
Holger Dierks
Altona

Ist der Schellfischtunnel bald wieder für Führungen geöffnet?

Sirany Schümann
Sirany Schümann

Seit 2019 dürfen keine öffentlichen Führungen mehr im Hafenbahntunnel Altona – besser bekannt als Schellfischtunnel – stattfinden. Das soll sich wieder ändern! Mehr zu den Plänen lest ihr hier.

Vielleicht habt ihr in der Vergangenheit auch schon mal versucht, am Tag des offenen Denkmals oder an den Tagen der Industriekultur am Wasser einen Platz für eine Tour durch den Schellfischtunnel zu ergattern. Vielleicht erging es euch dann auch wie uns, die enttäuscht erfahren mussten, dass alle Plätze für die Führungen längst vergeben seien. Rund 4.000 Menschen hatten in den letzten Jahren das Glück, daran teilnehmen zu dürfen. Sie hat der Verein Hamburger Unterwelten auf rund 160 Touren durch das Industriedenkmal geschleust. Doch seit 2019 darf die Öffentlichkeit überhaupt nicht mehr hinein. Anfangs waren Schäden am Tunnel der Grund dafür und dann kam Corona …

Das Ziel: Schellfischtunnel wieder für die Öffentlichkeit erlebbar machen

Doch nun gibt es Pläne, den Hafenbahntunnel Altona, wie der Schellfischtunnel mit richtigem Namen heißt, aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken. Dafür macht sich der Verein Hamburger Unterwelten stark und arbeitet derzeit gemeinsam mit der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende an einem Nutzungskonzept. Dabei geht es vor allem um die Klärung von grundlegenden Dingen. Wie will der Verein den allgemeinen Zustand des Tunnels laufend kontrollieren? Wer entfernt wann den Müll? Und wie wird der ordentliche Verschluss sichergestellt? Wenn alles gut läuft, können möglicherweise im Frühjahr 2022 bereits wieder Unterwelten-Führungen und Veranstaltungen im Schellfischtunnel stattfinden. Daumen drücken!

Der Hafenbahntunnel Altona und seine Geschichte

Der Hafenbahntunnel Altona wurde von 1874 bis 1876 erbaut, um die Hafenanlagen am Elbufer mit dem Altonaer Bahnhof zu verbinden. Er ersetzte eine oberirdische Verbindung, um den Warenumschlag zwischen Wasser und Schiene zu beschleunigen. Mit der Verlegung des Bahnhofs Altona nach Norden musste auch der Schellfischtunnel im Jahr 1895 verlängert werden: Er wuchs von 395 auf 961 Meter an. Der Spitzname kommt übrigens nicht von ungefähr. Weil Altona im 19. Jahrhundert zum Zentrum der deutschen Fischindustrie heranwuchs, transportierten auch viele Räuchereien und fischverarbeitende Fabriken ihre Ware mit der Hafenbahn Altona durch den Tunnel. Zum letzten Mal fuhr hier im Jahr 1993 ein Zug. Alles Weitere könnt ihr auf den hoffentlich bald wieder stattfindenden Führungen durch den Hafenbahntunnel Altona erfahren.

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Quellen zum Text: