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Hamburg

Road to nowhere? 7 extrem lange Straßen in Hamburg

Die Reeperbahn kommt euch beim Bummeln schon lang vor? Dabei kommt sie gerade auf 930 Meter. Wir haben mal echte "Meilenmonster" für euch rausgesucht.


Spitzenreiter Bergedorfer Straße

Lang, länger, Bergedorfer Straße. 1954 wurde die “Durchbruchstraße II” umbenannt und leitete einen strukturellen und städtebaulichen Wandel ein. Mit ihren 12,8 Kilometern Länge führt dieser Abschnitt der B5 durch Hamm, Horn, Billstedt, Lohbrügge und Bergedorf. Damit ist sie mit Abstand der absolute Spitzenreiter unserer Liste.

Flaniermeile Elbchaussee

Deutlich beschaulicher ist die Elbchaussee. Mit ihren 8,6 Kilometern führt sie die Elbe stromab von Ottensen über Othmarschen und Nienstedten bis nach Blankenese. Neben vielen Villen denkmalgeschützten Gebäuden ist die längste bewohnte Straße Hamburgs auch von vielen Parks und Grünanlagen gesäumt: Vom Heine- und Donners- sowie Fischerspark über den Jenischpark bis hin zu den Ausläufern des Wesselhoeftparks geht es entlang des Hohen Elbufers, bevor die Elbchaussee kurz hinter dem Hirschpark in Blankenese endet. Übrigens: Die ursprüngliche Flaniermeile war bis in die Fünfziger Jahre fast durchgängig in privater Hand und für den Autoverkehr gesperrt oder eingeschränkt. Verbreitert und ausgebaut wurde die Elbchaussee erst durch die Engländer. Noch heute gilt allerdings: Wer zum Wasser hin wohnt, lebt auf der sogenannten "Butterseite", weil die Immobilien dort wertvoller sind. Die gegenüberliegende "Margarineseite" ist aber auch nicht zu verachten.

Geschichtsträchtiger Neuengammer Hausdeich

Nur knapp hinter der Elbchaussee, aber nicht weniger geschichtsträchtig, liegt Neuengammer Hausdeich mit 8,5 Kilometern Länge. Die Straße verläuft entlang der Dove-Elbe und ist mit prächtigen Fachwerkhäusern eine Art Denkmal für norddeutsche Architektur. Die ältesten Gebäude datieren zurück bis ins 15. Jahrhundert. Auch die Geschichte des Nationalsozialismus in der Region wird hier in der Gedenkstätte Neuengamme aufgearbeitet. Ein Ausflug in die Vier- und Marschlande lohnt sich also.

Deichstraße Billwerder Billdeich

Auch der Billwerder Billdeich mit seinen 8,1 Kilometern ist eine Deichstraße und wurde ursprünglich zur Landgewinnung angelegt. Er schlängelt sich zwischen Billwerder im Süden und Lohbrügge im Norden die Bille entlang. Dabei führt er durch das Naturschutzgebiet Boberger Niederung, das immer einen Besuch wert ist. Auch Reitausflüge an der Bille sind sehr zu empfehlen.

Marschenland am Süderquerweg

Wer einmal die Grenzen Hamburgs sehen oder den Kopf zwischen wehenden Gräsern frei bekommen möchte, fährt am besten über den 6,7 Kilometer langen Süderquerweg. Die Straße führt direkt an den Kirchwerder Wiesen in Bergedorf vorbei. Mit ihren 857 Hektar sind sie übrigens das größte Naturschutzgebiet Hamburgs. Bis zum 12. Jahrhundert waren Straßen und Wege in dieser Marschenlandschaft undenkbar. Erst durch die Eindeichung ab 1212 begann die Besiedelung.

Kunstprojekt Kieler Straße

Auch in urbaneren Teilen Hamburgs gibt es lange Straßen: Die Kieler Straße führt 6,5 Kilometer von Altona nordwärts durch Eimsbüttel und Stellingen nach Eidelstedt. Angelegt wurde sie bereits 1834 als Verbindung von Altona nach Kiel und galt als Kunststraße. Der Abschnitt in Altona hieß damals ursprünglich Pinneberger Chaussee. Auf der Höhe des heutigen Haferweg entstand damals schnell die Gaststätte "Zur Erholung" für die Reisenden. Heute ist genau dort die große Kreuzung zum Eimsbütteler Marktplatz/Fruchtallee.

Hauptschlagader Berner Heerweg

Mit 6,1 Kilometern Länge ist der Berner Heerweg beinahe halb so lang wie unser Platz eins. Er verbindet Tonndorf im Süden und Volksdorf im Norden. Einer Hauptschlagader gleich zieht er sich vor allem durch Farmsen-Berne. Sein Name leitet sich dabei vom altdeutschen Wort für Berne ab: Baren bedeutet Bachlauf. Das Flüsschen Berner Au kreuzt der Heerweg zumindest und schlängelt sich dann an weiteren Parks entlang. Farmsen und Berne wurden als Orte schon 1296 erwähnt. Inzwischen sind die Orte längst zu einem Stadtteil verwachsen.

Übrigens: Hamburgs kürzeste Straße ist der Wasserkamp in Ohlsdorf mit sage und schreibe 23 Metern. Da hat dann die Reeperbahn auf St. Pauli doch wieder mehr zu bieten. Schaut doch mal vorbei und vergleicht.

Hamburger Straßennamen

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie Straßen eigentlich zu ihren teils außergewöhnlichen Namen kamen? kiekmo klärt auf: So entstanden kuriose Hamburger Straßennamen und diesen Persönlichkeiten wurde eine eigene Straße gewidmet.

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