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Factory Hasselbrook
Factory Hasselbrook
Hamburg

10 Restaurants und Bars in außergewöhnlichen Gebäuden

Karina Engelking
Karina Engelking

Ihr wollt nicht nur lecker essen und trinken, sondern sucht das gewisse Etwas? Wir zeigen euch 10 Bars und Restaurants, die mit einer außergewöhnlicher Kulisse beeindrucken! Und eine Portion Extrawissen liefern wir euch gleich mit.

Außergewöhnliches Gebäude? Fast. Willkommen an Bord des Lieger Caesar!

Schon seit 1902 treibt der Lieger Caesar auf den Gewässern Hamburgs und darf sich seit 2007 mit dem Titel Kulturdenkmal rühmen. Ohne eigenen Antrieb und somit einem Hausboot nicht unähnlich, diente er früher als schwimmende Werkshalle. Mittlerweile fest verankert, wird hier noch immer geackert, aber die Profis stehen nun in der Küche und zaubern für euch eine monatlich wechselnde Karte. Regional und saisonal kommt ihr von Lunch bis Dinner voll auf eure Kosten. Ihr findet den gelben Lieger in der Hafencity mit Blick auf die Elbphilharmonie – schöner wird's nicht!

Info: Lieger Caesar, Traditionsschiffhafen Am Sandtorkai 60, 20457 Hamburg

Ein Drink in der Turmbar: ein rundum gelungener Abend

In der Turmbar hat man ganz sicher eine gute Zeit. Und wenn wir sagen ganz sicher, dann meinen wir das auch so: Denn der Betonbau war ursprünglich ein sogenannter Rundturm-Bunker, auch Zombeck-Turm genannt. Im zweiten Weltkrieg bot er beizeiten bis zu 1.800 Hamburgern Schutz vor Bombenangriffen. Die Klinkerfassade bekam er damals verpasst, um sich unauffällig ins Stadtbild zu fügen. Wer heute den historischen Rundgang hoch in die Bar wagt, trifft dort auf eine tolle Atmosphäre und eine Karte, die Drinkliebhabern keine Wünsche offen lässt.

Info: Turmbar, Rothenbaumchaussee 2, 20148 Hamburg

Burger satt bei Peter Pane in der alten Turnhalle

Burger gibt es mittlerweile an vielen Orten, aber nur einer davon befindet sich in einer alten Turnhalle: Peter Pane in der Langen Reihe. Neben den Burger-Klassikern habt ihr hier auch eine breite vegetarische oder gar vegane Auswahl und die tolle Location besticht mit hohen Decken, rotem Backstein und riesigen alten Fernstern gen Straße. Gebaut in 1889, war die Halle über viele Jahrzehnte zunächst Teil eines Mädchengymnasiums, bevor sie in den 1990er Jahren an die Stadt Hamburg überging und die Volkshochschule Einzug hielt. Erst 2002 wurde sie umgebaut und in gastronomische Hände gegeben. Seit nunmehr sieben Jahren könnt ihr hier lecker Burger in Hamburgs Osten verspeisen. 

Info: Peter Pane Burgergrill & Bar, Lange Reihe 107, 20099 Hamburg

Factory Hasselbrook: Abfahrt zum alten Bahnhof

Wie eine kleine Burg steht der ehemalige Bahnhof Hasselbrook neben den Schienen der gleichnamigen S-Bahnstation in Eilbek. Aufwendig gestaltet, gibt es an der Architektur des Gebäudes schon beim Draufzulaufen einiges zu gucken – das sogenannte Zwiebeldach oder die große in die Fassade eingelassene Uhr etwa. Hier bietet euch die Factory Hasselbrook Flammkuchen, Burger und einen Sonntagsbrunch. Platz nehmt ihr unter dem tollen Gewölbe der einstigen Eingangshalle, in der noch vieles im Originalzustand ist. In 1906 war der Hauptbahnhof eröffnet worden und der Bahnhof Hasselbrook startete ein Jahr später als Teil der Strecke Blankenese-Ohlsdorf.

Info: Factory Hasselbrook, Hasselbrookstraße 172, 22089 Hamburg

Eine Etage tiefer bitte: Das Parlament unterm Rathaus

Wenn man von außergewöhnlichen Gebäuden in Hamburg spricht, darf man das Rathaus nicht vergessen. Vielleicht habt ihr beim Schlendern, schon mal durch die ebenerdigen Fenster hinab ins Parlament geschaut. Oder besser gesagt in "Die bunte Kuh", denn so heißt der erste Gastraum unterm Kellergewölbe, den man hier erspähen kann. Was 1896 als Ratsweinkeller anfing, ist heute der perfekte Ort für einen abendlichen Drink und wirklich gute norddeutsche Küche in toll belichteter Atmosphäre. Doch da ist noch mehr! Unter dem Rathaus gibt es eine Reihe an absolut imposanten Sälen und Räumen, die für Events und festliche Zwecke genutzt werden.

Infos: Parlament, Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg

Aufsehenerregendes Gebäude mit grandioser Sicht liefert das vju

Uff, was ein Weitblick! Im vju trinkt ihr euren Kaffee auf 30 Meter Höhe mit allerfeinstem Blick auf die Stadt. Das Café ist Teil des Energiebunkers Wilhelmsburg im Süden Hamburgs, der 1943 von den Nazis errichtet und kurz darauf von den Briten von innen gesprengt wurde. Zerstört haben sie das Bauwerk nicht ganz, sodass es nach 60 Jahren Leerstand Anfang der 2000er einen 360-Grad-Wandel erlebt hat. Im  Rahmen der internationalen Bauausstellung wurde der Bunker zu einem grünen Öko-Kraftwerk, dass nun im Nordwesten von Wilhelmsburg das Reiherstiegsviertel versorgt. Ob Frühstück oder Kuchen – das Café vju ist ein grandioses Ausflugsziel!

Infos: vju im Energiebunker, Neuhöfer Straße 7, 21107 Hamburg

Drinks, Essen, Abfahrt: Das Liberté auf dem Fähranleger

Bevor ihr im (oder besser noch vor!) dem Liberté euren Cappuccino oder köstlichen Drink schlürfen konntet, hatte der Anleger, auf dem sich das französische Bar-Café-Bistro befindet, schon eine ordentliche Geschichte auf dem Buckel. Mit dem Jahr 1703 schipperten die Fischer Hamburgs ihn mit ihrem Frischfang an. Das Jahr ist ein besonderes, denn seither ist der sonntägliche Fischmarkt erlaubt, den wir noch heute kennen. Jedoch nur in den frühen Morgenstunden, denn damals wurde bestimmt: Verkauft wird nur bis 9 Uhr! Die Fische sollten vor der Sommerwärme vom Hof sein. Bis in die 1950er-Jahre prägte ein reges Treiben vieler kleiner Boote das Bild um Markt und Anleger. Heute beobachtet ihr von eurem Plätzen im Liberté, wie die Fähren gemütlich vorbeifahren und sogar andocken. Wer draußen sitzt, sieht sich regelmäßig Auge in Auge mit den Reisenden auf Wasser. Klasse Location und definitiv außergewöhnlich.

Infos: Liberté, Große Elbstraße 9a Anleger, 22767 Hamburg

Die Story der Riverkasematten begann lange vorm ÜberQuell

Ganz früher - Baujahr 1865 – waren die Riverkasematten Lagerhallen für den blühenden Hafenbetrieb des ursprünglichen St. Paulis. Manchmal schwer vorstellbar, denn am Elbufer flanieren mittlerweile ganz ohne Frage mehr Touristen als Fischer und Arbeiter. Dann wurden die Hallen zum Luftschutzbunker im Zweiten Weltkrieg. Könnte das Gemäuer tratschen, hätte es schon vor dem regen Betrieb des heutigen ÜberQuells eine ganze Menge zu erzählen gehabt. Zum Beispiel aus den 60er- und 70er-Jahren, als ein Jazzclub einzog und Größen wie Ella Fitzgerald auf der Bühne standen. Seit 1999 stehen die Riverkasematten unter Denkmalschutz und nach langer Sanierung hielt einige Jahre später die erste Gastronomie Einzug. Seit 2017 ist das ÜberQuell heimisch und nutz das großflächige Gebäude – wie es sich für Pauli gehört mit viel Kreativität – für die eigene Brauerei, einen großen Gastraum sowie den Biergarten mit Elbblick.

InfosÜberQuell, St. Pauli Fischmarkt 28–32, 20359 Hamburg

Nicht pompös, nicht historisch, aber Kult: Die Alsterperle

Nach all den historischen Gebäuden soll noch eines Erwähnung finden, das im Vergleich unscheinbarer kaum sein könnte – doch trotzdem außergewöhnlich ist. Die Rede ist von der beliebten Alsterperle am Ufer der Uhlenhorst. Kaum einer der zahlreichen Gäste, die sich im Sommer mit Bier und Eis und im Winter mit Glühwein und Erbsensuppe versorgen, weiß noch, dass es sich hier um eine ehemalige öffentliche Toilette handelt. Ist ja auch schon über 20 Jahre her. 1998 übergab die Stadt den Gastronomen René Kurth und Sven Germann das Minihäuschen, denn es war zu teuer geworden, das Örtchen instand zu halten. Ein Glücksgriff für alle Hamburger, denn seither gucken wir von hier aus auf die Skyline der Stadt. Teil des Deals war es, die Toilette weiterhin öffentlich zugänglich zu halten. Wenn ihr auf eurem Spaziergang ums Gewässer also mal um die Ecke müsst ...

Infos: Alsterperle, Eduard-Rhein-Ufer 1, 22087 Hamburg

Restaurant in einem außergewöhnlichen Gebäude: Das Fleetschlösschen

Nicht nur hat Hamburg ganz unerwartet ein eigenes kleines Schlösschen, es begründete in 1885 als zweites Gebäude sogar einen komplett neuen Stadtteil – es war die Geburtsstunde der Speicherstadt. Zwar stieg 1888 Kaiser Wilhelm II. mal über die Treppen ins Boot ein, wer bei diesem Namen an Prunk und Adel denkt, liegt jedoch völlig falsch. Wie so viele historische Gebäude war auch das Fleetschlösschen Teil des Hafenuniversums. In diesem Falle zunächst als Zollhaus, anschließend als Brandwache der Feuerwehr und erstmals gastronomisch als Kaffeeklappe für Hafenarbeiter. Heute bekommt ihr im Restaurant namens Fleetschlösschen by Daniel Wischer hanseatische Kost in ganz uriger Atmosphäre. Ein denkmalgeschütztes UNESCO-Weltkulturerbe und grandioses Fotomotiv, wenn das warme Licht im Dunkeln durch die hohen Fenster aufs Wasser des Fleets fällt.

Infos: Fleetschlösschen by Daniel Wischer, Brooktorkai 17, 20457 Hamburg

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.