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Mikrodepot in Hamburg-Altstadt
Hamburger Hochbahn AG / Marc-Oliver Schulz
Hamburg-Altstadt

In der City kommen Pakete mit dem Lastenrad statt im Lieferwagen

So sieht umweltfreundliche Warenlieferung aus: In der Altstadt kommen Pakete jetzt mit dem Lastenrad zum Empfänger. Welche Zusteller bei dem Versuch mitmachen, lest ihr bei kiekmo.


Wenn ihr mit dem Auto in Hamburg unterwegs seid, wisst ihr, was das für ein Elend sein kann, einen Park- oder manchmal sogar nur einen Halteplatz zu finden. Lieferanten haben diesen Stress jeden Tag. Ein Testlauf in der Altstadt könnte ihre Arbeit nun deutlich erleichtern – und umweltfreundlicher ist die Idee noch dazu.

Mit dem Lastenrad durch die City

Um den Stadtverkehr zu entzerren und Emissionen zu reduzieren, sollen dort Lieferanten ihre Waren zukünftig mit dem Lastenrad statt mit dem Auto zustellen. Dafür wurde in der Burchardstraße in Hamburg-Altstadt unter Leitung der HOCHBAHN ein Mikrodepot für Warenlogistik eingerichtet. Das Verkehrsunternehmen hat sich mit vier Logistikpartnern zusammengetan: Seit dem 18. Januar 2021 nutzen Rewe, Hermes, UPS und die Deutsche Post das zentrale Lager, um Bestellungen per Lastenrad auszuliefern.

Die Sendungen der Logistikunternehmen kommen per Lieferwagen in der Burchardstraße an, die Feinverteilung an die Empfänger erfolgt dann auf zwei Rädern. Alle Waren können in der Innenstadt zwar nicht mit dem Lastenrad zugestellt werden, aber Hermes etwa hat dadurch nach eigener Angabe die Kapazitäten, 8.500 zusätzliche Sendungen pro Monat emissionsfrei auszuliefern.

Das Mikrodepot ist ein Teilprojekt von RealLabH

Als eines von elf Teilprojekten des Reallabors Hamburg (RealLabHH) soll mit dem Mikrodepot eine Mobilität von morgen in der Großstadt erprobt werden. "Um die ehrgeizigen Hamburger Klimaschutzziele zu erreichen und die Mobilitätswende voranzubringen, brauchen wir den bestmöglichen Mobilitätsmix in der Stadt. Das betrifft auch die Lieferverkehre", sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Die Grünen) bei der Vorstellung des Projekts.

HOCHBAHN-Chef Henrik Falk, Hermes-Geschäftsführer Hendrik Schneider, Deutsche Post DHL Abteilungsleiter Auslieferung Stefan Eckelmann, UPS-Deutschland Mitglied der Geschäftsführung Frank Jorgensen und Verkehrssenator Anjes Tjarks (v.l.n.r.) bei der Vorstellung des Mikrodepots. Hamburger Hochbahn AG / Marc-Oliver Schulz

Unter Federführung der HOCHBAHN AG kommen beim RealLabHH 30 Projektpartner zusammen, um (digitale) Mobilitätslösungen zu entwickeln. Ihre Ergebnisse stellen sie im Oktober 2021 auf dem ITS-Weltkongress für intelligente Verkehrssysteme und Services vor. Bis dahin können die Beteiligten sicherlich auch ein erstes Fazit zum Mikrodepot ziehen. Das Teilprojekt ist vorerst bis Ende des Jahres angesetzt, doch wenn es gut läuft, könnte es als Vorlage für weitere Stadtteile dienen. Das Modell des Mikrodepots bleibt während seiner Laufzeit offen, sodass weitere Partner noch in die Lastenrad-Lieferungen einsteigen können.

Hamburger U-Bahn-Stationen damals und heute

Ihr seht, in Sachen Mobilität wird sich in Hamburg in den nächsten Jahren noch richtig viel tun. Aber manchmal blickt man auch einfach gerne nostalgisch zurück: So sahen die U-Bahn-Haltestellen früher aus.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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