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Köhlbrandbrücke Pylone Entwurf
RBA Reimer Breuer Architekten
Waltershof

Köhlbrandbrücke: Abriss – und dann?

Der Abriss der Köhlbrandbrücke ist beschlossene Sache. Ihre Pylonen sollen jedoch erhalten bleiben. Ein Hamburger Architekturbüro will ihnen neues Leben einhauchen.


Zu den Dingen, die jeder Hamburger einmal gemacht haben sollte, zählt definitiv eine Radtour über die 1974 eröffnete Köhlbrandbrücke. Doch die Tage der "Golden Gate von Hamburg" sind gezählt. Ab 2030, so die Planung, soll das marode Wahrzeichen sukzessive zurückgebaut werden und Platz machen für dickere Pötte im Hamburger Hafen. Die Pylonen allerdings – also die signifikanten Träger der Stahlseile – könnten als Denkmal erhalten bleiben. Und sogar anderweitig genutzt werden. Es gibt da nämlich atemberaubende Entwürfe für eine Bebauung.

Entwurf eines Hamburger Architekturbüros

Hinter diesen wilden Plänen steckt Reimer Breuer Architekten, kurz RBA. Das Hamburger Architekturbüro, von dem auch der Entwurf eines schwimmenden Freibads auf der Elbe stammt, ist für seine innovativen und spektakulären Visionen abseits der Norm bekannt. Betrachten könnt ihr ein solches Bauwerk beispielsweise nahe des Fähranlegers Ernst-August-Schleuse: ein futuristisches Bürogebäude am Ende des Deiches, das vom Architekten- und Ingenieurverein Hamburg e. V. als "Bauwerk des Jahres 2012" prämiert ist.

Bebaute Pylonen nach Abriss der Köhlbrandbrücke?

Aber zurück zum Thema: Die Pylonen selbst befinden sich auf den mächtigen Stahlpfeilern und erreichen eine luftige Höhe von 135 Metern. RBA denkt die Fläche neu und imaginiert rundum verglaste Bauwerke in die Zwischenräume. Das "Erdgeschoss" läge damit auf 40 Metern. "Unser Ansatzpunkt ist die (...) Pylone nicht nur zu erhalten, sondern ihnen eine neue Nutzung zuzuführen", heißt es auf der Webseite. An den Stahlseilen sollen anstelle der heutigen Fahrspuren Gebäudeteile und Plattformen befestigt werden. RBA schwebt die Ansiedlung von Firmen, aber auch die Nutzung durch die Öffentlichkeit, beispielsweise in Form eines Museums, vor. Ein Hotel mit Panoramablick auf die Stadt wäre ebenfalls denkbar. "Auch wenn die zukünftige Querung des Köhlbrandes durch einen Tunnel realisiert werden soll, kann die gewohnte Silhouette von der Stadt aus und das atemberaubende Panorama über den pulsierenden Hafen in die Stadt hinein erhalten bleiben."

Ein Flug von Pylon zu Pylon

Moment. Silhouette erhalten ohne eigentliche Brücke? Wie soll das denn nun möglich sein? Wir sprachen ja gerade von spektakulären Visionen. Und Gebäude in Brückenpfeilern, schön und gut, aber da geht bei RBA noch mehr. Angedacht ist – haltet euch fest – eine Seilbahn in 80 Metern Höhe, die den Köhlbrand zu Fuß und für Radelnde überquerbar machen soll. Das ist bisher nur per Fähre möglich. Und auch wenn uns das Herz blutet beim Gedanken an den bevorstehenden Abriss der Köhlbrandbrücke – stellt euch mal DIE Aussicht vor! Der Entwurf ist bei Weitem kein Luftschloss, sondern durchaus ernst gemeint und tatsächlich umsetzbar. Aktuell wird eine Vorstatik erstellt, aus der sich die Kosten des Projekts ableiten lassen. Diese sollen privaten Investoren vorgestellt werden. Ob jemand die Idee Realität werden lässt? Wir sind gespannt!

Äußerst fotogen: Hamburgs Brücken

Die Köhlbrandbrücke können und wollen wir uns aus der Hamburger Skyline nicht wegdenken. Zum Glück ist noch mehr als genug Zeit, ein Abschiedsfoto zu schießen – schließlich zählt die Brücke zu einem der schönsten Fotospots in Hamburg. Dass unsere Hansestadt mehr Brücken als Venedig hat, wissen wir längst. Dennoch hängt unser Herz an einigen ganz besonders: Die schönsten Brücken Hamburgs haben wir hier gesammelt.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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