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Eine gesunde Ulme in Hamburg
Baumpflege Uwe Thomsen e.K.
Hamburg

Hamburger Ulmenprogramm: Darum wurden hunderte Bäume geimpft

Auch Hamburgs Ulmen haben im Frühjahr einen Pieks bekommen. Die Impfung hat aber nichts mit Corona zu tun, sondern soll die Bäume vor einer aggressiven Pilzerkrankung schützen und sie so vor dem Aussterben retten.


Es war ein komischer Anblick: Während bei uns die Impfungen gegen das Coronavirus im Frühjahr Fahrt aufnahmen, wurden auch Hamburgs Ulmen geimpft – mit einer überdimensionalen Spritze direkt in die Rinde. Der Grund: ebenfalls eine weltweite Pandemie. Die Laubbäume kämpfen schon seit vielen Jahren gegen eine aggressive Pilzerkrankung, die zu einer Verstopfung der Wasserleitungsbahnen führt. Dem aus Asien stammenden Erreger sind weltweit mehrere 100 Millionen Bäume zum Opfer gefallen.

Eine Ulme wird geimpft
Baumpflege Uwe Thomsen e.K.

Hamburgs Ulmen vom Aussterben bedroht

Einst war Hamburg eine Ulmenstadt. Die prächtigen Laubbäume standen überall. Das hat sich durch den Pilz, die sogenannte Holländische Ulmenkrankheit, geändert – er sorgte dafür, dass nur eine kleine Anzahl an Ulmen übrig blieb. Um die Hamburger Ulmen vorm Aussterben zu retten, gibt es seit 2003 das Hamburgische Ulmenprogramm. Neben kontinuierlicher Beobachtung, Baumpflege und Neupflanzungen gehört eben auch die Impfung gefährdeter Ulmen dazu.

Ulme mit Krankheitssymptomen
Baumpflege Uwe Thomsen e.K.

Impfung muss einmal im Jahr aufgefrischt werden

Jährlich werden rund 400 Ulmen geimpft. Die Immunisierung funktioniert ähnlich wie bei unserer Pockenimpfung. In den Spritzen befinden sich die Sporen eines für die Ulmen harmlosen Pilzes. Diese lösen eine Immunreaktion aus, die ein Jahr hält. Danach muss die Impfung aufgefrischt werden. Dank des Hamburger Ulmenprogramms stehen und gedeihen aktuell wieder mehr als 4.000 Ulmen in Hamburg. Ihr findet sie zum Beispiel im Stadtpark und in Planten un Blomen.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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