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HOCHBAHN
Hamburg

Hamburg damals und heute: So sahen die U-Bahn-Haltestellen früher aus

Meike Neddermeyer
Meike Neddermeyer

Was wäre Hamburg ohne die Hochbahn? Unser öffentliches Transportmittel auf Brücken und Viadukten ist ein Markenzeichen der Stadt. kiekmo zeigt euch bedeutende Haltestellen im Wandel der Zeit.

1890 war alles noch eine Idee. Am 15. Februar 1912 startete dann nach sechs Jahren Bauphase der Betrieb: Die Strecke Barmbek - Rathausmarkt, heute Streckenabschnitt der U3, war als erstes fertiggestellt. Die Linie der Hamburger Hochbahn war damit die dritte U-Bahn in Deutschland, damals noch Kaiserreich. Vorreiter waren Berlin und Schöneberg. Besonders bemerkenswert ist die Stahlkonstruktion zwischen Landungsbrücken und Rathaus, die den Zugverkehr bis heute an der Elbe entlang trägt.

Rödingsmarkt: Trügerischer Name

1251 wurde der Rödingsmarkt zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Der heutige Name täuscht: Einen Markt hat es dort nie gegeben. Die Straße wurde früher Rodegesmarke oder Rodersmarke genannt. "Marke" bedeutet hier Grenzland – bevor die Stadt Richtung Altona wuchs, befand sich genau dort die westliche Stadtgrenze. "Röding" geht auf den Besitzer des Landes zurück. Was im 16. Jahrhundert noch wie Amsterdamer Grachten anmutete, ist heute fest eingebunden in den Hamburger Innenstadtbereich.

Rödingsmarkt
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Der einstige Fleet wurde nach dem großen Brand von 1842 nach und nach verschüttet. An seiner Stelle errichtete die Hochbahn 1912 das Viadukt für die Haltestelle Rödingsmarkt. 2000 fand der Austausch der Stahlkonstruktion im südlichen Bereich statt. Bisher erhaltenes Kopfsteinpflaster wich einer asphaltierten Fahrbahn. Ansonsten blieb die Station im Original erhalten. Seit Januar 2021 war die historische Strecke zwischen den Stationen Hauptbahnhof und Baumwall jedoch gesperrt und wurde gründlich saniert. Auch die Haltestelle Rödingsmarkt selbst hat eine Frischekur bekommen. Mittlerweile fährt die U3 hier aber wieder ganz normal.

Landungsbrücken: Im steten Wandel

Ebenfalls 1912 eröffnet: die Station Landungsbrücken. Geplant wurde sie unter dem Namen Hafentor. Die 1911 eröffneten Landungsbrücken bewirkten die Umbenennung. Seit jeher ist sie halboffen konstruiert: Nur einer der Seitenbahnsteige ist vollständig überdacht. 1960 war der erste Umbau abgeschlossen. Der so markante, doch im Krieg stark beschädigte Turm fiel der Modernisierung zum Opfer. Die Station erhielt den bis heute bestehenden Eingang mit Kupferdach. In diesem Zuge entstand auch die Brückenverbindung zu den Anlegern. 1971 folgte eine vierjährige Bauphase, in der die S-Bahn angeschlossen wurde. Kaum vorstellbar: Die Landungsbrücken waren die Endstation der damaligen S10. Erst 1979 kam die Erweiterung nach Altona. Bereits 1984 stand die nächste Renovierung an. Ein Zug hatte im Tunnel gebrannt und einen Millionenschaden verursacht.

Heute ist die Station Landungsbrücken ein wichtiger Knotenpunkt. Nicht nur U- und S-Bahn halten hier, sondern auch die Fähren des HVV und etliche Buslinien. Sie bietet neben der Hafenkulisse einen tollen Aussichtspunkt Richtung Altstadt und HafenCity. Der denkmalgeschützte Bahnhof hat gerade wieder eine Großsanierung hinter sich. Start war 2018. Endlich barrierefrei, ausgestattet mit Leitsystem für Sehbehinderte und neuen Sitzgelegenheiten sowie modernisierter Wandverkleidung im S-Bahn-Bereich erstrahlt er in neuem Glanz.

Rathaus: Bewegte Historie

Ältester U-Bahnhof Hamburgs ist der unterirdische Stopp am Rathaus. Bereits 1911 wurde die Station Rathausmarkt fertiggestellt. Für vier Monate war sie die Endstation der Hamburger U-Bahn, bevor die Fertigstellung des Abschnitts Millerntor - Rathausmarkt im Juni 1912 den Kreis der Ringbahn komplettierte. In den 1930er-Jahren erfolgte die Umbenennung in Adolf-Hitler-Platz in Analogie zur Namensänderung des Rathausplatzes. Nach Kriegsende erlangten beide ihre ursprünglichen Namen zurück. 1927 hatte man die Bahnsteige verlängert. Die nächste Umbauphase folgte 1958: Es gab einen Verbindungsgang zur Station Jungfernstieg der U1, die damals noch Kell-Jung-Linie hieß, und mit ihm einen neuen Zugang. Gleichzeitig wurde der Name der Station auf Rathaus verkürzt. Über die Jahre erfolgten immer wieder Modernisierungen, bei denen die ursprünglichen, aufwändig gestalteten Fliesen und Keramiken ausgetauscht wurden.

Haltestelle Rathaus
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Erst kürzlich wurde die Station im Zuge der oben bereits angesprochenen Sperrung zwischen Hauptbahnhof und Baumwall saniert und modernisiert. Und auch wenn sehr viel neu gemacht wurde, gibt es immer noch Originale zu bestaunen. Wenn ihr das nächste Mal von der Schalterhalle zum Bahnsteig geht, werft doch einen Blick nach oben. Im Übergang gibt es eine kleine Fläche mit Deckenmosaiken zu bestaunen.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.