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Lockdown Corona
Unsplash / Amelie & Niklas Ohlrogge
Hamburg

Härterer Lockdown: Hamburg beschließt Ausgangsbeschränkung

Der Hamburger Senat zieht aufgrund der nicht sinken wollenden Corona-Infektionszahlen die Reißleine und verhängt eine Ausgangssperre – noch vor Ostern. Was ab Karfreitag gilt, lest ihr bei kiekmo.


Die dritte Welle ist da. Zusätzlich ist sie von infektiöseren Virusvarianten wie der britischen Mutante geprägt. Der Hamburger Senat sieht sich nach sorgfältiger, zweitätiger Beratungsphase nun gezwungen, eine nächtliche Ausgangssperre zu verhängen. Die Lage sei ernst und erlaube kein halbherziges Agieren, sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) in der Pressekonferenz am Mittwoch. Die Fallzahlen haben sich binnen zwei Wochen verdoppelt, weder Stagnation noch Senkung seien in Sicht. Seitens Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hieß es: "Jede zu frühe Öffnung, jeder Schritt, den wir zu spät gehen, verlängert die Krise."

Ausgangsbeschränkung gilt ab Karfreitag

Konkret bedeutet das: Ab Karfreitag, 2. April, sind Aufenthalte im öffentlichen Raum zwischen 21 Uhr und 5 Uhr des Folgetages untersagt. Dies soll (spontane) abendliche Begegnungen außerhalb der geltenden "Plus-eins-Regelung" (gemeint ist ein zusätzlicher Haushalt) beschränken und Zuwiderhandlungen sichtbarer machen. Zudem ist der Hamburger Regierung daran gelegen, das Gesundheitssystem vor Überlastung schützen. Das nun verabschiedete umfassende Maßnahmenpaket, das sich auf alle Lebensbereiche erstreckt, soll einen eindämpfenden Effekt haben. Triftige Ausnahmegründe sind Berufswege, alleinige Aktivitäten der körperlichen Ertüchtigung im Nahbereich der Wohnung (bis 24 Uhr), Gassigehen sowie Kinderbetreuung und sonstige Hilfeleistungen. Auch Wohnungslose sind von der Regelung ausgeschlossen.

Tschentscher behielt seinen mahnenden Tonfall bei und appellierte erneut an alle Bürger der Hansestadt, die eigene Mobilität möglichst einzuschränken. Denn nur dann zeigen die Maßnahmen, die der Senat im "Dreiklang aus Wirksamkeit, Sinnhaftigkeit und Verhältnismäßigkeit" verabschiedet hat, auch ihre Wirkung. "Wir können als Senat so viel beschließen, wie wir wollen", ergänzte Fegebank – auf die Mithilfe der Bevölkerung bei der Bewältigung der Pandemie komme es an.

Bei Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkung droht Bußgeld

Über die Osterfeiertage werde die Hamburger Polizei erhöhte Präsenz zeigen, kündigte Innensenatur Andy Grote (SPD) an. Wo vermehrt Verstöße festzustellen sind, werde stärker kontrolliert. Bei mündlichen Verwarnungen werde es in den seltensten Fällen bleiben. Vielmehr muss, wer gegen die Regeln verstößt, mit einem Bußgeld von mindestens 150 Euro rechnen. Ein genauer Katalog soll noch vor den Osterfeiertagen ausgearbeitet werden. Im vergangenen halben Jahr waren 3.600 Verstöße im privaten Raum festgestellt worden.

So lange gelten die Ausgangsbeschränkungen

Hamburg wartet mit diesem Schritt nicht weiter auf eine Entscheidungsfindung im Bund. In der Länderkonferenz war empfohlen worden, ab einer Inzidenz von 100 weitergehende Maßnahmen zu erlassen. Der Senat der Hansestadt beruft sich nun auf Empfehlungen der Epidemologen, die strikte Kontaktbeschränkungen als wirksamstes Instrument erachten. Tschentscher hofft auf schnelle Wirkung der Maßnahme und baldige rückläufige Inzidenzen. Der Schutz von Leben und Gesundheit habe oberste Priorität. Die Regelung gilt über den 18. April hinaus, bis eine Aktualisierung des Infektionsschutzgesetzes auf Bundesebene verabschiedet wurde. Dieses wird bei einer Inzidenz ab 100 auf drei aufeinanderfolgenden Tagen greifen. Ein genaues Datum für diesen steht noch nicht fest. Klar ist aber, das dann auch abendliche Spaziergänge und sportliche Betätigung an der Luft nicht mehr erlaubt sein werden. Sollte die Inzidenz auf einen Wert von unter 100 fallen, sind mildere Ausgestaltung oder Rücknahme möglich.

Corona: Das gilt in Hamburg

Die neuen Ausgangsbeschränkungen sind ein großes Thema. Über alle anderen Corona-Regeln in Hamburg halten wir euch immer auf dem aktuellen Stand.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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