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Gunter Gabriels Hausboot: Das bauen Fynn Kliemann und Olli Schulz

Es war einmal: 2018 kauften Fynn Kliemann und Olli Schulz das Hausboot des verstorbenen Hamburger Schlagersängers Gunter Gabriel und hegten große Pläne. Was mittlerweile daraus geworden ist, lest ihr bei kiekmo.


"Dienstag ist Bootstag" – wer Fynn Kliemanns auf Instagram folgt, hat diesen Satz schon das ein oder andere Mal zu Ohren bekommen. Die Rede ist von dem Hausboot, auf dem Country-Sänger Gunter Gabriel seit 1997 im Harburger Binnenhafen lebte – ein DDR-Arbeiterschiff mit dem Namen "Magdeburg". Nach dessen Tod 2017 veräußerte seine Tochter das Hausboot. Da schlug Schulz zu, "bevor dieses Boot jetzt irgendein Idiot bekommt". Alleine die Sanierung bewerkstelligen? Unmöglich. Also schnell noch Multitalent Fynn Kliemann an Bord geholt. In seinen Storys dokumentiert der Musiker, YouTuber und Webdesigner die Fortschritte des Umbaus – Blödsinn, Streitigkeiten, Lacher, Neckereien und Ausraster von und mit Kumpel und Kollege Olli Schulz inklusive. Und allein deshalb schon ganz sehenswert. Ein Ort für Kreatives soll entstehen, Musik- und Filmproduktionen planen die stolzen Bootsväter.

Hausboot in katastrophalem Zustand

Doch erst sah es dunkel aus. "Das mit dem Hausboot war vielleicht ne dumme Idee", sagte Olli Schulz im "Fest & Flauschig" Podcast und wollte das Projekt schon über Bord werfen. Diagnose: völlig marode. Behandlung: Böden raus, Wände auf, Anbau weg – der "Scheißhaufen", wie er den Kahn liebevoll titulierte, musste zunächst einmal so gut wie komplett abgerissen werden. Um Platz zu schaffen. Für das neue Studio, neue Zwischengänge, einen Versorgungsraum. Neue Schwimmtanks. Immerhin das Dach blieb erhalten – musste allerdings auch neu verstrebt und erhöht werden. Außerdem Sandstrahlung für einen Großteil des Bootes. Wochenlang wurde dafür geschweißt und geschwitzt. Dabei legen die beiden Bootsväter in allen Belangen selbst mit Hand an. Die Kosten übertrafen die Erwartungen um Längen und sollen rund 200.000 Euro betragen. Für die Bauarbeiten zog das Boot aufs Trockene: in eine Werfthalle im Rüschweg in Finkenwerder.

Die Planung: Irgendwas zwischen Genie und Wahnsinn

Doch mit Unterstützung vieler Freunde und Bauleiter Max sowie einer ordentlichen Prise des kliemann'schen Tatendrangs und Optimismus kam Wind in die Segel. Die Entwürfe zeigen drei Schlafräume und Badezimmer – oder sagen wir eher "Nasszellen". Ein Musikstudio mit Klavier, Schlagzeug und Gitarren ausgestattet soll es geben – eine Wand komplett verglast für traumhaften Hafenblick. Und etwas, das nach Gemeinschaftsraum aussieht, mit großem Holztisch. Die Wände entweder schwarz, oder hell mit dunklen Holzstreben, die der Form des Bootes folgen. Hier und da Bullaugen, viele Fenster. Das Highlight: Eine mit Sonnensegeln überspannte und mit Bühne ausgestattete Dachterrasse. Auf der soll es einen Bartresen inklusive Zapfe und Kochplatten geben, dazu Whirlpool und Filmleinwand. Sogar auf dem Klo kann man eine Gitarre einstöpseln, alles ist verkabelt. Der ganz normale unbescheidene Kliemann-Wahnsinn eben. "Ist schon fast fertig", sagt er, wo der ungeschulte Betrachter nur Stahlgerüst erkennt.

Autarkes Kreativstudio im Harburger Hafen

Doch ebenso typisch ist es für den selbsternannten "Heimwerkerking", "Scheißhaufen" in Gold zu verwandeln. Und so wird das Hausboot nicht nur saniert, sondern im gleichen Zug revolutioniert: Ausgestattet mit einer Solaranlage auf dem Dach, Wärmetauschanlage und Filtern, durch die das Wasser aus den Sanitäranlagen gesäubert zurück in die Elbe geleitet wird, funktioniert das schwimmende Kreativstudio möglichst autark und nachhaltig. Grau lackiert durfte es wieder ins Wasser und ist inzwischen pink gestrichen. Seit etwa einem Monat steht der Rohbau, die einzelnen Räume sind zu erkennen. Bald soll es klar zum Entern der Kreativszene sein. Nahe der Werft "Jugend in Arbeit" im Harburger Binnenhafen wird das schwimmende Tonstudio seinen endgültigen Liegeplatz finden. Erwartet uns dann ein neuer Kreativ-Hotspot in Hamburg? Wir sind gespannt!

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