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Hamburg Innenstadt
Unsplash / Maria Krasnova
Hamburg

Bald günstigere Mieten in Hamburg: Prognose oder Wunschtraum?

Wir trauen uns kaum, es uns konkret auszumalen oder auch nur davon zu träumen. Doch vielleicht wird Wohnen in Hamburg bald etwas preiswerter.


Was bedeutet eigentlich "bezahlbarer Wohnraum"? EU-weit gilt der Mietpreis als Überbelastung, wenn er in Kombination mit den Nebenkosten bei oder über 40 Prozent des Haushaltseinkommens liegt. Jetzt alle mal fix nachrechnen – na? Die traurige Wahrheit: In Hamburg ist es mehr Regel als Ausnahme, dass diese Grenze überschritten wird.

Auf zu den Sternen Astronomischer Mietpreisanstieg in Hamburg

Und wen wundert's? Uns nicht, wenn wir mal einen Blick auf die Zahlen riskieren. Im Sitzen. Denn seit 2015 sind die Preise bei Neuvermietungen schwindelerregend nach oben geschossen. Bedeutet: zwischen 43 (Hamburg-Nord) und 47 (Harburg) Prozent! Die Logik des Marktes: Eigentümer von teuren Immobilien verlangen hohe Mieten, damit sich der Kauf der entsprechenden Immobilie rentiert.

Naht jetzt die Mieten-Wende?

Logisch ist aber auch, dass Vermieter nicht mehr verlangen können, als die Mieter zu zahlen bereit sind. Und das Limit scheint fast erreicht – so jedenfalls laut Hamburger Abendblatt. In Berufung auf eine Studie des Immobiliendienstleisters PREA heißt es hier, die Mietpreise sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre "nur noch" zwischen 1,2 Prozent im Bezirk Nord und 4,5 Prozent in Altona ansteigen. Obwohl Wohnraum fehlt – etwa 30.000 Wohnungen – stehen etliche Neubauten leer.

Projekte in Neugraben oder Hammerbrook verzeichnen kaum Bewohner. Das liegt an ihren hohen Mietpreisen und dem gestiegenen Angebot sowohl im hochpreisigen Bereich als auch an eher bezahlbarem Wohnraum, den Hamburg stark gefördert hat. Fast 9.000 Wohnungen wurden seit 2015 jährlich fertiggestellt. Die Zuzüge befinden sich derweil auf absteigendem Ast. Was nach Marktlogik bedeuten würde: Die Preise müssten fallen.

Pandemie bremst Immobilienboom

Die Corona-Pandemie ist für die Stagnation nicht ganz unbedeutend. Da viele Hamburger seit Beginn des Jahres mit finanzieller Unsicherheit zu kämpfen haben, verzichten sie aktuell eher auf die Anmietung neuer Wohnungen. Auch sonst pendelnde Arbeitnehmer findet man aktuell eher im ländlichen Homeoffice als in einem zweiten Wohnsitz in der Stadt. Das Ende der Pandemie und ihre langfristigen Folgen liegen noch außerhalb jeglicher Sichtweite. Die Krise könnte für Mieter in den nächsten Monaten und Jahren also durchaus finanzielle Vorteile mit sich bringen.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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