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S-Bahn
Unsplash / Samuel Pucher
Hamburg

Bau der S4: Bahn gewinnt Rechtsstreit

Es ist ein echter Krimi: Zuletzt hatte das Gericht den Baustart der S4 wegen eines Eilantrages gestoppt. Nun bekommt die Deutsche Bahn aber doch grünes Licht. Kann's also bald losgehen?


Bauen oder nicht bauen – die Frage stellte sich so oder jedenfalls so ähnlich Anfang Oktober. Nachdem kiekmo Ende August euphorisch berichtete, dass der schon lange geplante Bau der S4 endlich bestätigt wurde, klagten einige Anwohner gegen das Bauvorhaben. Und das Gericht stoppte tatsächlich auf einen Eilantrag hin Anfang Oktober die Vorbereitungen für den Bau der S4 (Ost) – es drohte jahrelange Verzögerung.

Kritiker wehren sich gegen Güterverkehr

Grund hierfür war aber nicht die S4 selbst – denn die soll gern kommen. Stattdessen geht es den Kritikern um den Güterverkehr. Künftig sollen, so jedenfalls bisher der Plan, auf der Strecke 120 Güterzüge täglich, davon 40 in der Nacht, über die Gleise rollen. Das stößt auf Missmut. Der Vorschlag der Kritiker: eine neue Bahntrasse entlang der Autobahn A1 von Hamburg-Moorfleet nach Lübeck-Reecke. Hier könnten Intercity-Züge von Hamburg nach Lübeck im 30-Minuten-Takt, der Güterverkehr mit bis zu 835 Meter langen Güterzügen Richtung Fehmarnbelt und der Regionalverkehr Richtung Bad Oldesloe und Reinfeld rollen. Insgesamt lagen dem Gericht Klagen von mehreren Privatklägern und einem regionalen Naturschutzverein vor.

Baustart doch noch 2020?

Und das hat nun entschieden – zugunsten der Deutschen Bahn! Ganze vier Eilanträge von Anwohnerschaft und Bürgerinitiativen wies das Bundesverwaltungsgericht ab. Damit könnte der Plan, mit dem Bauvorhaben 2020 zu beginnen, gerade noch eingehalten werden. Die Bahn begann bereits am letzten Montag (09.11.2020) mit den bauvorbereitenden Maßnahmen im Bereich Hasselbrook und Hammer Straße. Der Schienenbau erfolgt dann 2021.

Verkehrssenator Anjes Tjarks zeigt sich im Hamburger Abendblatt hocherfreut: "Wir wollen mit der Deutschen Bahn nun schnell in die Umsetzung gehen, denn die S4 bindet perspektivisch knapp eine Viertelmillion Menschen im Osten Hamburgs und im Umland besser an die die Schiene an". Auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) und Bettina Gnielinski, S4-Projektleiterin der Deutschen Bahn, sind positiv gestimmt.

Trotz Urteil: Gegner halten Klage aufrecht

Dem Start der Arbeiten zum Trotz halten die Kritiker der S4-Verlaufsführung an der Klage fest. Laut Claus-Peter Schmidt von der Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg–Lübeck fehle noch die Begründung des Gerichts. Auch wenn die Vorbereitungen genehmigt seien, werde weiterhin gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt. Denn der liegt bisher nur für die Strecke zwischen Hasselbrook und Lütkensallee vor. Der Vorwurf: Die Bahn habe alternative Streckenführungen nicht ausreichend geprüft. Müssen die Arbeiten dann etwa doch noch abgebrochen werden? kiekmo wird euch auf dem Laufenden halten!

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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