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Eppendorfer Landstraße
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Eppendorf

Warum heißt Eppendorf eigentlich Eppendorf?

Eppendorf – da denken wir als erstes an schicke Altbauten, hübsche Cafés und teure Boutiquen. Das war aber nicht schon immer so. Lest hier die Geschichte von Hamburgs ältestem Dorf.


Als Eppendorf im Jahr 1140 erstmals urkundlich erwähnt wurde – damals noch als Eppenthorp – war der heute so beliebte Stadtteil noch ein Bauerndorf. Darüber, wie der Name entstanden ist, gibt es verschiedene Theorien. Er könnte vom altgermanischen Wort "epen" stammen, das so viel heißt wie "am Wasser gelegen". Möglich ist aber auch, dass der Dorfgründer Ebo, Ebbe oder Eppo hieß.

Kirche St. Johannis war Dreh- und Angelpunkt

Zwar lässt sich die Herkunft des Namens nicht sicher nachvollziehen, über die Geschichte Eppendorf lässt sich aber doch einiges sagen. Das Dorf war zunächst vor allem Zuhause für Bauern und Nonnen. Das Zentrum bildete der Bereich rund um den Eppendorfer Marktplatz. Zum Pfarrbezirk Eppendorf gehörten noch 15 weitere Dörfer, darunter Niendorf, Hummelsbüttel und Stellingen. Dreh- und Angelpunkt dieses Verbundes war die Kirche St. Johannis, die 1267 erstmals erwähnt wurde und die heute bei Hochzeitspaaren sehr beliebt ist. Bis 1343 gehörte Eppendorf zur Grafschaft Holstein-Stormarn. Dann verkaufte Graf Adolf IV von Schauenburg das Dorf für 239 Mark an das Kloster Harvestehude. Nach der Reformation wurde Eppendorf der "evangelischen Stiftung Kloster St. Johannis" übertragen.

Eppendorf wird zum Vorort und dann zum Stadtteil

Wie viele andere Teile von Hamburg wurde Eppendorf auf Moorgrund gebaut. Das sumpfige Gebiet wurde im 19. Jahrhundert trocken gelegt und Eppendorf so immer attraktiver – auch für wohlhabende Hamburger, die hier große Landhäuser bauen ließen. Die letzten Überreste der Moorlandschaft findet ihr heute im Eppendorfer Moor, das sich im Stadtteil Groß Borstel befindet.

Seit 1871 war Eppendorf offiziell Vorort. Ein Hamburger Stadtteil ist es seit 1894 – das Jahr, in dem die erste elektrische Straßenbahn nach Eppendorf fuhr. Damit hielt auch der Prunk Einzug: Großbürgerliche Etagenhäuser mit Stuck, Erkern und Türmchen prägten fortan das Bild des Stadtteils.

UKE, Holthusenbad und Kellinghusenstraße

Ende des 19. Jahrhunderts passierte aber noch etwas: 1889 wurde in Eppendorf ein großes und modernes Staatskrankenhaus gebaut, das Versorgung und Forschung unter einem Dach vereinte. Richtig: das heutige UKE. Die innovative Bauweise war viele Jahre lang weltweit Vorbild für andere Krankenhausneubauten. Anstatt großer Säle wurden 70 Pavillons mit Abstand zueinander aufgestellt. Das sollte die Verbreitung von Infektionskrankheiten verhindern. Weitere Meilensteine waren das 1914 eröffnete Holthusenbad und die im selben Jahr in Betrieb genommene U-Bahn-Strecke Kellinghusenstraße – Ohlsdorf.

Ach, wie schön (und teuer) ist Eppendorf

Den Zweiten Weltkrieg überstand Eppendorf einigermaßen unbeschadet. Die gut erhaltenen Altbauten lockten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr zahlungskräftige Käufer und Mieter an. Heute ist Eppendorf einer der beliebtesten und einer der teuersten Hamburger Stadtteile. Bei den schönen Gebäuden, den Alsterkanälen, dem Eppendorfer Mühlenteich, dem Hayns Park und der Eppendorfer Landstraße mit ihren vielen schönen Geschäften kommt man aber auch schnell ins Schwärmen. Nicht zu Unrecht sind die Eppendorfer so stolz auf ihr Viertel.

Eppendorf in Zahlen

Einwohner: 25.070, davon 54,9 Prozent weiblich und 45,1 männlich (Hamburger Durchschnitt: 50,8/49,2 Prozent)
Kulturelle Vielfalt: 121 Nationalitäten
Durchschnittsalter: 42,4 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre)
Einpersonenhaushalte: 61,4 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,3 Prozent)
Haushalte mit Kindern: 14,8 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 18 Prozent)
Arbeitslosenquote: 2,5 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 5 Prozent)
Durchschnittseinkommen pro Jahr (Stand 2013): 58.438 Euro (Hamburger Durchschnitt: 40.771 Euro)

Wenn nicht anders gekennzeichnet: Stand 31.12.2019

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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