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Molotow Club
Sascha Lepp
St. Pauli

Grund zum Feiern: Das Molotow wird bleiben

Am 7. Dezember 2020 ging ein Jubelschrei durch die Reihen der Fans des Musikclubs auf der Reeperbahn. Nach langem Bangen steht nun fest: Das Molotow wird an seinen alten Standort zurückziehen.


Die vielleicht schönsten Nachrichten des Jahres 2020 für die Hamburger Musikszene gab es nachträglich zum Nikolaus. Etliche Bands, Freunde und Unterstützer des Molotow Musikclubs bekundeten ihre Freude. Und auch wir in der kiekmo-Redaktion haben ein kleines Tänzchen im Homeoffice aufgeführt. Denn aus jahrelanger Unklarheit ist nun Gewissheit geworden: Der legendäre Rockclub zieht zurück an den Spielbudenplatz. Aus "Molotow must stay" wird über Nacht "Molotow will stay"!

Molotow Musikclub Tresen
Marc Huth

Umzug gesichert – Aufatmen in der Hamburger Musikszene

Nicht nur innerhalb des Teams sind Aufatmen und Freude groß. Das Molotow ist seit Jahrzehnten elementarer Bestandteil der Hamburger Musikszene und unter anderem mehrfach als Nachwuchsförderer ausgezeichnet. Viele Bands und Künstler, die heute die großen Bühnen des Landes und der Welt bespielen, starteten hier ihre Karriere. Newcomer aus Hamburg und Umgebung werden also auch in Zukunft die Möglichkeit haben, auf den Brettern des Molotow in große Fußstapfen zu treten. Und auch wir werden weiterhin – und hoffentlich bald wieder – zu unseren liebsten Indie-Hymnen tanzen und schwitzen können. Wie das möglich ist? Durch 1,87 Millionen Euro aus dem Sanierungsfonds der Stadt Hamburg.

Molotow Konzert
Charles Engelken

Rettung nach langem Bangen

Wofür das ganze Geld benötigt wird? Frage zurück: Ihr kennt doch sicher das Problem mit den Mieten in Hamburg, oder? Na, also. Die Finanzspritze soll dazu dienen, die Mietkosten des Clubs nach der Rückkehr auf den Spielbudenplatz für 25 Jahre bezahlbar zu machen. Die war nämlich Bedingung für den Abriss der Esso-Häuser und den Bau des Paloma-Viertels. Die horrenden Baukosten der dafür nötigen Brand- und Schallschutzmaßnahmen schlägt die Bayerische Hausbau aber in der Miete nieder. Die wäre so um ein Vielfaches gestiegen – und damit nicht bezahlbar für das Molotow, auch ohne die zusätzliche Corona-Krise.

"Alleine könnten wir das niemals stemmen", erklärt Inhaber Andi Schmidt im Hamburger Abendblatt. Viele Jahre war unklar, was werden würde. Auch internationale Stars engagierten sich vielfältig für das Fortbestehen des Konzertclubs. Nun kommt die langersehnte Rettung von der Stadt. SPD und Grüne betonen die Wichtigkeit des Clubs für Viertel und Szene. Durch die finanzielle Unterstützung werde trotz Neugestaltung ein Stück St. Pauli bewahrt.

Molotow Party
Alexander Schliephake

Molotow wird kleiner, hat aber Gesellschaft

Nachbarin des Musikclubs wird die Kult-Kneipe Kogge werden, aufs Dach kommt ein Skatepark. "Wir planen mit einem Saal für 350 und eine Bar für 150 Gäste. Das wäre eine Bühne weniger als jetzt und kein Biergarten mehr. Aber das nehmen wir gern in Kauf", verrät Andi Schmidt. Der Bauplan sieht die Fertigstellung und Übergabe für das Frühjahr 2025 vor. Bis dahin wird sich hoffentlich noch das eine oder andere Tänzchen am Standort Nobistor ergeben.

St. Pauli-Urgesteine: Hamburgs legendäre Kiez-Kneipen

Nicht nur das Molotow ist von der sündigen Meile nicht mehr wegzudenken. Auch diese Kiez-Kneipen auf St. Pauli sind Kult und laden hoffentlich bald wieder zum Versacken ein. Wem man dort so begegnet? Mindestens einem dieser Hamburger Kiez-Typen!

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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