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Denkmalgeschützte Stahlkonstruktion der Schilleroper
kiekmo
St. Pauli

Baustopp! Wie gehts jetzt weiter mit der Schilleroper?

Die Schilleroper ist und bleibt ein sensibles Thema in Hamburg. Das zeigt die neueste Entwicklung: der Baustopp der Abbrucharbeiten. Was passiert ist, erfahrt ihr hier.


Jahrelang ist die Schilleroper im Dornröschenschlaf versunken, doch dann ging plötzlich alles ganz schnell. Bereits Ende März 2021 rollten Bagger an und machten sich daran, das Gebäude zu entkernen. Und auf einmal stand die Schilleroper so da, wie wir sie nie zuvor gesehen haben: nackt, im Stahlgerippe. Womöglich wird das auch noch eine Weile so bleiben, denn die Stadt Hamburg hat Ende August einen Baustopp wegen unsachgemäßer Durchführung verhängt. Die Abbrucharbeiten müssen also pausieren.

Was ist passiert?

Ein auf den ersten Blick harmloses Handyvideo hat dazu geführt. Denn darauf ist zu sehen, dass die denkmalgeschützte Stahlkonstruktion der Schilleroper bei den Baggerarbeiten wackelt. Dabei hatten das Denkmalschutzamt und die Eigentümerin vereinbart, das fragile Gerüst nur per Hand freizulegen. Auf der Projektseite heißt es: "Am Stahlgerüst wird nur von Hand gearbeitet – weniger Risiko, weniger Staub, weniger Dreck für die Nachbarn. Wir bauen alle Nebengebäude mit Baugeräten ab." Bislang hatte dieser Prozess wohl auch gut geklappt. "Die Arbeiten wurden eng begleitet und es gab bis zu diesem Zeitpunkt keinen Grund zur Beanstandung", schreibt die Behörde für Kultur und Medien in einem Statement. Wann die Sanierung weitergehen kann, steht noch nicht fest. Als Nächstes soll erst einmal ein Stützturm in der Mitte des Bauwerks aufgestellt werden, um die Stahlkonstruktion weiter zu sichern.

Die unendliche Geschichte der Schilleroper

Diese neueste Entwicklung zeigt, was für ein sensibles Thema die Schilleroper weiterhin in Hamburg ist. Nicht nur Anwohnende auf St. Pauli wünschen sich, dass das über 130 Jahre alte Zirkus-Bauwerk erhalten bleibt und wiederbelebt wird. Immerhin diente die Schilleroper bereits als Theater, Unterkunft für Geflüchtete und Musikclub. Seit 2012 steht die Stahlkonstruktion unter Denkmalschutz, doch die Eigentümerin hatte das Bauwerk in den vergangenen Jahren zunehmend verfallen lassen. Erst nachdem die Stadt mehrfach Fristen gesetzt und mit Geldstrafen gedroht hatte, kam Bewegung in die Pläne einer Sanierung. Bis die Schilleroper sich aber wieder zu einem lebhaften Treffpunkt im Viertel wandeln wird, dauert es wohl noch eine ganze Weile.

Diese Bauprojekte polarisieren ebenfalls

Der Erhalt der Schilleroper liegt vielen Menschen in der Stadt am Herzen. Auch über diese Bauprojekte spricht Hamburg im Jahr 2021.

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