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Hamburg

Baustopp? Diese Großprojekte in Hamburg verzögern sich

Das aktuelle Kontaktverbot legt nicht nur Gastronomie und Handel lahm. Auch die Baubranche leidet unter der Krise. Welche Projekte sich jetzt verzögern, erfahrt ihr hier.


Millionenprojekt: Das neue CCH am Dammtor

230 Millionen Euro sind in die Sanierung des Congress Center Hamburg (CCH) geflossen. Im vergangenen Jahr wurde eine barrierefreie Verbindung zum Bahnhof Dammtor und der begrünte Vorplatz mit Springbrunnen gebaut. Die Glasfassade wurde im Ostteil auf vier Stockwerke erweitert. Außerdem gibt es einen erweiterten Neubau mit Foyer – nachhaltig gebaut, Goldstandard. Ein neuer Glasgang mit dem Namen "Belvedere" verbindet Ost- und Westteil mit dem Neubau. Ende August 2020 sollte der erste Kongress in den modernisierten Hallen stattfinden, doch es kam anders.

Durch die Corona-Krise verzögerte sich das Projekt auf Grund von verspäteten Lieferungen und Personalausfällen. Ende 2020 wurden dann im Bauteil West massive Mängel bei Brandschutz und Technik festgestellt, die die Eröffnung des Kongresszentrums weiter verzögerten. Weitere 13,5 Millionen Euro mussten für die zusätzliche Renovierung investiert werden – von der Stadt Hamburg. Die bürgt mit einem 25-Millionen-Euro Kredit für die weiteren Umbaumaßnahmen. Am 22. September soll jetzt der erste Kongress stattfinden, jedoch wird dafür nur ein Teil des CCH eröffnet. Der Umbau des Bauteil West verzögert sich noch voraussichtlich bis Ende des Jahres. Nach der Wiederöffnung soll das Congress Center über rund 50 Säle und Besprechungsräume mit Platz für insgesamt 12.000 Menschen verfügen.

Neues CCH Visualisierung
Hamburg Messe und Congress / Planung Arbeitsgemeinschaft agnLeusmann mit TIM HUPE Architekten

Westfield Hamburg-Überseequartier in der HafenCity

Die Dauerbaustelle HafenCity ist ebenfalls betroffen. Aktuell wächst der neue Stadtteil um 30 Gebäude, bekommt weitere Straßen und Plätze. Darunter das Westfield Hamburg-Überseequartier – ein Einkaufsquartier, in dem es Hotels, Büros, Wohnungen, ein Kreuzfahrtterminal und ein eigenes Legoland geben wird. Zwei riesige Schulkomplexe sollen ebenfalls entstehen, einer davon soll schon in diesem Jahr die ersten Schüler aufnehmen. Die Bauarbeiten laufen weiter, jedoch mit Verzögerungen. Die entstehen besonders dort, wo Material aus dem Ausland fehlt. Einige Arbeitskräfte konnten wegen der Grenzschließungen nicht zurückkehren, sodass sich der Umbau verzögerte. Die geplante Fertigstellung des Projekts zu Ende 2022 zu verwirklichen, stellt die Unternehmer vor eine Herausforderung.

Noch grau statt grün: Bunker Feldstraße

Der "Grüne Bunker" hat noch immer nichts grünes an sich. Stattdessen sind die Kräne noch da und als Laie sieht man wenig Fortschritt auf der Baustelle an der Feldstraße. Ursprünglich war die Eröffnung des Hotels auf dem Bunker an der Feldstraße für Mitte 2021 geplant. Doch die Pandemie, anhaltende Minusgrade in den Wintermonaten und schließlich der Absprung des Hotelbetreibers verzögerten den Umbau. Die NH-Gruppe hatte den Zuschlag für das Hotel auf dem Hochbunker gewonnen, doch durch die erheblichen Einbußen der Krise zog sich die Kette zurück. Ein neuer Betreiber? Noch nicht bekannt!

Kleine Fortschritte macht der Bau dennoch. Der Bergpfad, ein fünf Meter breiter und von einem Geländer gesäumter Aufstieg soll an den Seitenwänden des Bunkers entlang führen und auf 58 Metern im Dachgarten enden. Der ist zwar noch nicht, aber immerhin die Stahlträger, die den Pfad nachher halten sollen. Und die 4.700 Pflanzen für die Dachbegrünung wachsen schon fleißig in der Baumschule "Lorenz von Ehren".

Das Dauerthema Fernbahnhof Altona

Eigentlich sollte er schon 2023 fertiggestellt werden, der neue Fernbahnhof in Altona. Doch der Verkehrsclub Deutschland Nord klagte dagegen, ein Baustopp wurde erwirkt und alles verzögerte sich. Als schließlich Kompromisse gefunden wurden, kam der nächste Dämpfer: Die Deutsche Bahn rechnet mit zusätzlichen Kosten in Millionen Höhe. Insgesamt soll der Bau des neuen Bahnhofs knapp 550 Millionen Euro kosten – doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Schön und gut, man kennt es ja, dass Bauprojekte teurer werden, als ursprünglich geplant. Am 5. Juli 2021 gab es schließlich den ersten Spatenstich, der das Großbauprojekt in Fahrt brachte. Neuer Plan ist, dass der Bahnhof 2027 fertiggestellt wird. Dort, wo jetzt noch die Züge in Altona abfahren, sollen 1.900 neue Wohnungen entstehen. Der neue Bahnhof am Diebsteich liegt etwa zwei Kilometer weiter nördlich und soll bis zu 380 Züge am Tag mehr durchlassen. Ob wir 2027 die Eröffnung feiern, werden wir dann sehen.

Visualisierung Fernbahnhof Altona
C.F. Møller Architects Danmark A/S

Schöner, besser, neuer: Bauprojekte in Hamburg

Die Bagger rollen: Über diese Hamburger Bauprojekte sprechen wir 2021. Ihr fragt euch manchmal, was das eigentlich alles soll? Lest hier von Hamburger Baustellen, über die sich alle lustig machen.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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