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Gelber Bauhelm
Unsplash/Silvia Brazzoduro
Hamburg

Baustopp? Diese Großprojekte in Hamburg verzögern sich jetzt

Das aktuelle Kontaktverbot legt nicht nur Gastronomie und Handel lahm. Auch die Baubranche leidet unter der Krise. Welche Projekte sich jetzt verzögern, erfahrt ihr hier.


Millionenprojekt: Das neue CCH am Dammtor

230 Millionen Euro sind in die Sanierung des Congress Center Hamburg (CCH) geflossen. Neben einer barrierefreien Verbindung zum Bahnhof Dammtor wird es einen begrünten Vorplatz mit Springbrunnen geben. Die Glasfassade wurde im Ostteil auf vier Stockwerke erweitert. Außerdem gibt es einen erweiternden Neubau mit Foyer – nachhaltig gebaut, Goldstandard. Ein neuer Glasgang verbindet Ost- und Westteil mit dem Neubau. Ende August sollte der erste Kongress in den modernisierten Hallen stattfinden. Das könnte nun scheitern: Die Krise führt zu verspäteten Lieferungen und Personalausfällen. Die Fertigstellung hat sich bereits um ein Jahr verschoben. Die Kosten haben den anfänglich veranschlagten Betrag bisher um rund 36 Millionen Euro überstiegen – unter anderem durch Probleme mit Asbest.

Westfield Hamburg-Überseequartier in der HafenCity

Die Dauerbaustelle HafenCity ist ebenfalls betroffen. Aktuell wächst der neue Stadtteil um 30 Gebäude, bekommt weitere Straßen und Plätze. Darunter das Westfield Hamburg-Überseequartier – ein Einkaufsquartier, in dem es Hotels, Büros, Wohnungen und ein Kreuzfahrtterminal geben wird. Die Bauarbeiten laufen weiter, jedoch mit Verzögerungen. Die entstehen besonders dort, wo Material aus dem Ausland fehlt. Auch einige Arbeitskräfte können wegen der Grenzschließungen nicht zurückkehren. Ein weiterer Faktor sind Aufgaben, die nicht aus dem Homeoffice erledigt werden können. Die geplante Fertigstellung des Projekts zu Ende 2022 zu verwirklichen, stellt die Unternehmer vor eine Herausforderung.

Noch grau statt grün: Bunker Feldstraße

Eigentlich ist die Eröffnung des Hotels auf dem Bunker an der Feldstraße für Mitte 2021 geplant. Dafür findet eine Aufstockung statt. Jedoch ist auch eine Betonsanierung notwendig, die vorher nicht absehbar war. Anschließend soll das Dach des Bunkers vollständig begrünt werden. Schon zuvor wahren Maßnahmen durch Wetter, genauer gesagt starken Wind, in zeitlichen Verzug geraten. Die Corona-Krise bewirkt nun die Unterbrechung der Lieferkette – auf unbestimmte Zeit. Soweit möglich, soll zumindest die Aufstockung weitergeführt werden. Die Baumschule "Lorenz von Ehren" zieht derweil die 4.700 Pflanzen zur Dachbegrünung auf.

Rechtliche Unsicherheiten auf Hamburgs Autobahnen

Auch der Straßenbau ist betroffen. Aktuell wird die A26 vorbereitet, außerdem gibt es Baustellen auf der A255 südlich der Elbbrücken, auf der A24 und auf der A7 südlich des Elbtunnels. Wechselnde Regeln zur Prävention machen eine langfristige Planung derzeit unmöglich. Noch laufe alles wie geplant, man fürchte aber um den Verlust von Arbeitspersonal, sagte Christian Mehl, Sprecher der Autobahn GmbH Nord, gegenüber der SZ. Die Sicherheit der Arbeiter muss entsprechend den behördlichen Anordnungen gewährleistet sein – das wirkt sich beispielsweise auf die Zahl der Bauarbeiter vor Ort aus. Arbeiten, bei denen die Abstände nicht eingehalten werden können, wie Pflastern des Randbereiches der Autobahn, müssen warten. Unklar ist außerdem, ob Arbeiter aus dem Ausland die Grenze passieren und in der Stadt untergebracht werden können.

Schöner, besser, neuer: Bauprojekte in Hamburg

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