Direkt zum Inhalt
Köhlbrandbrücke in Hamburg
Unsplash / Patrick Mueller
Hamburg

Abriss der Köhlbrandbrücke und neue Querung: Der Zeitplan steht

Sirany Schümann
Sirany Schümann

Dass sich der Abriss der Köhlbrandbrücke verzögert, war bereits bekannt. Doch jetzt gibt es konkrete Infos zum Zeitplan. Mehr dazu bei kiekmo.

Mehr als 50 Jahre ist es her, dass der Startschuss für den Bau der Köhlbrandbrücke fiel. Damals verzögerten sich die Arbeiten um zwei Jahre, statt 1972 wurde die "Golden Gate von Hamburg" erst 1974 fertig. Gemessen an der Verspätung einiger aktueller Großbauprojekte ist das vergleichsweise wenig. Für die geplante neue Köhlbrandquerung und die alte Köhlbrandbrücke verschieben sich Bau- und Abrisszeit aber schon jetzt weiter nach hinten. Die Hamburg Port Authority (HPA) hat nun einen ungefähren Zeitplan bekannt gegeben.

Bis 2036 ist die Köhlbrandbrücke verschwunden

Der ursprüngliche Entwurf für eine Querung, die die alte, marode Köhlbrandbrücke ersetzen soll, sah eigentlich vor, dass die Schrägseilkonstruktion, die Steinwerder und Waltershof miteinander verbindet, ab 2030 nicht mehr den Anforderungen gerecht werde und bis dahin ersetzt werden müsse. Laut Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) habe man jedoch ein wenig Luft nach hinten: "Im Moment ist es so, dass wir in der Grobplanung bei 2034 rauskommen", zitiert ihn der NDR. Voraussetzung dafür sei eine durchgängige Überwachung des Zustands der Köhlbrandbrücke durch Sensoren. Die Hafenverwaltung HPA geht nun davon aus, dass die Abrissarbeiten voraussichtlich Ende 2033 und allerspätestens Anfang 2034 beginnen können. Bis 2036 soll das Hamburger Wahrzeichen dann vollständig verschwunden sein. Das besagen Informationen, die dem NDR vorliegen.

So könnte der neue Tunnel aussehen

Bis vor Kurzem war noch nicht ganz klar, wie die zukünftige Querung über den Köhlbrand aussehen wird. Zur Debatte standen eine neue, höhere Brücke – damit auch große Containerschiffe unter ihr hindurchpassen – oder ein Köhlbrandtunnel. Letzteres ist die langlebigere Lösung, aber auch die teurere – sie wird von der Stadt präferiert und am Ende den Zuschlag erhalten. Erste detaillierte Pläne für den Bau soll es frühestens im kommenden Jahr geben. Was allerdings jetzt schon feststeht: Die Arbeiten für den Köhlbrandtunnel beginnen bereits Ende 2026. Die Planenden rechnen mit einer Gesamtbauzeit von sechs bis sieben Jahren. Der Entwurf sieht zwei Tunnelröhren mit jeweils zwei Etagen vor. Auf der oberen Ebene fahren Autos und Lkws, die untere ist frei für sonstige Nutzungsmöglichkeiten. Im Gespräch sind Radwege in beide Richtungen sowie selbstfahrende Container, die von einer Seite auf die andere geschossen werden können. Der Bund beteiligt sich an den Kosten für die neue Querung, die nach aktuellen Schätzungen mehr als drei Milliarden Euro betragen. Darauf einigte sich die Stadt Hamburg mit dem scheidenden Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bereits im vergangenen Jahr.

Die Köhlbrandbrücke ist jetzt Bundesstraße

Dafür ändert sich aber auch der Status der Köhlbrandquerung: Sie wird von der Landes- zur Bundesstraße – und damit mautpflichtig für Lastwagen. Am 1. Februar ist diese Änderung in Kraft getreten und macht insgesamt 5,5 Kilometer Strecke zur Bundesstraße. Damit ist die Köhlbrandbrücke jetzt der nördliche Startpunkt der B3, die in Deutschland auf einer Gesamtlänge von rund 760 Kilometern bis an die Schweizer Grenze in Weil-Ottersbach führt.

Diese schönen Brücken in Hamburg müsst ihr kennen!

Natürlich ist auch die Köhlbrandbrücke unter unseren schönsten Brücken in Hamburg – aber welche noch? Findet es in unserem Artikel heraus!

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

Quellen zum Text: