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Auslandsreise
Unsplash / Kira auf der Heide
Hamburg

Auslandsreise in Hamburg: 3 Orte, die zu anderen Staaten gehören

Hamburg ist das Tor zur Welt, wir können uns aber auch innerhalb der Stadt auf ausländischem Terrain befinden! Schon gewusst, welche Teile der Hansestadt zu anderen Ländern gehören?


Osteuropa im südlichen Hamburger Hafen

Vielleicht war euch schon bekannt, dass die Nordseeinsel Neuwerk vor Cuxhaven zu Hamburg – besser gesagt, zu Wilhelmsburg – gehört? Diese administrative Absurdität innerhalb Deutschlands ist aber noch zu toppen. Denn ein Teil der kleineren Elbinsel Veddel ist tschechisches Gebiet! Ja, wirklich, hier könnt ihr eine Landesgrenze überschreiten. Im Versailler Vertrag legt Artikel 363 die Verpachtung des Gebiets für 99 Jahre an die damalige Tschechoslowakei fest. Denn nach Kriegsniederlage stand Deutschland in der Pflicht, dem Land zollfreien Zugang zum Meer zu gewähren. Erst nach jahrelangen Verhandlungen klärte sich, welcher Teil des Hafens denn nun an die Tschechoslowakei gehen sollte. Und so verfügt Tschechien seit 1929 über Teile des Moldau- und Saalehafens sowie eine Halbinsel im Peutehafen.

Im florierenden Tschechen-Hafen lagen stets tschechische Binnenschiffe vor Anker. Eine Besonderheit: Das Klubschiff "Praha", das böhmisch auftischte. Dank eines Werkstattschiffes musste man für Reperaturen nicht unbedingt an Land gehen. Spannend: Für Deutsche war der Tschechen-Hafen ein begehrter Arbeitsplatz. Denn hier wurden sie gut entlohnt – besser als die Tschechen selbst. Die hatten allerdings Kost und Logie frei. Die Wende brachte ein jähes Ende. Ab den 1990er-Jahren war die Binnenschifffahrt nicht mehr rentabel und der Moldauhafen wurde zu einem Lost Place in Hamburg. Lediglich Schilder in tschechischer Sprache zeugen noch davon, dass ihr hier bis 2028 offiziell osteuropäischen Grund und Boden betretet. Zumindest theoretisch. Denn es kommt noch abstruser: Hamburgs Tschechien wird nach Kuhwerder umziehen, damit Hamburg freies Feld hat, was die Bauarbeiten am Grasbrook betrifft. Verrückt!

Commomwealth in Ohlsdorf

Ein weiteres ausländisches Areal findet ihr im Norden Hamburgs. Denn neben all den Promis auf dem Ohlsdorfer Friedhof sind hier auch Soldaten des Britischen Weltreichs zu letzter Ruhe gebettet. Der Hamburg Cemetery ist unterteilt in Grabanlagen für Opfer aus dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Auf einer Steintafel ist zu lesen: "Die durch ihre Gräber geweihte Erde ist als ewiger Besitz durch Vertrag mit dem Deutschen Volke und der Stadt Hamburg gesichert auf dass ihre Überreste für immer in Ehren gehalten werden." Im linken Wachhäuschen am Eingang zur Anlage des Krieges von 1939-1945 findet ihr ein Register, dem ihr die Namen der rund 1.900 Gefallenen entnehmen könnt. Der Hamburg Cemetery obliegt der Commomwealth War Graves Commission. Weltweit sind diese Kriegsgräberstätten mit grünem Rasen und weißen Grabsteinen aus Sandstein nach gleichem Prinzip gestaltet und vereinen die britischen Kriegsopfer. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof stellen sie eine sehenswerte Besonderheit mit ganz eigener Atmosphäre dar – Zahl und Alter der gefallenen Soldaten könnten euch aber die ein oder andere Träne in die Augen treiben.

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Dänemark in Altona

Zugegeben, das war einmal. Und um es genau zu nehmen: Eigentlich oblag die damalige Herrschaft über Altona dem Herzog von Holstein, der eben zufällig auch König von Dänemark war. Doch lirum, larum, Adelstitel – nach dem Dreißigjährigen Krieg besetzte Christian IV. 1640 die Grafschaft Pinneberg, zu der Altona und Ottensen damals noch gehörten. Ja, ein ordentliches Verwaltungswirrwarr, aber ihr kommt noch mit, oder? Jedenfalls war Altona ab 1710 die zweitgrößte dänische Stadt nach Kopenhagen – denn viele Hamburger zogen aufgrund günstigerer Steuern und Lebensmittelpreisen in die einstige Fischersiedlung – und bis 1864 unter der Verwaltung des Landes. Bedeutet: Es wurde nicht etwa Dänisch gesprochen, sondern eine deutschsprachige Kanzlei in Kopenhagen war zuständig für den heutigen Stadtteil. Das heutige Rathaus fungierte früher als Bahnhof in Hafennähe. Altonas Unabhängigkeit endete im Jahr 1937, als die Stadt an Hamburg angeschlossen wurde. Mehr als zwei Jahrhunderte dänischer Einfluss lösen sich natürlich nicht so schnell in Luft auf: Es ist kein Zufall, dass die Christianskirche ebendiesen Namen trägt. Und ist euch die dänische Flagge am Kloppstockplatz aufgefallen? Begebt euch doch mal auf dänische Spurensuche in Altona.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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