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Hamburg

Wir wollen draußen sitzen! Petition von Gastronomen hat Erfolg

Karina Engelking
Karina Engelking

Die Gastro in Hamburg-Mitte hat mit der Online-Petition "Wir wollen draussensitzen" um extra Außengastronomie-Fläche gekämpft – und gewonnen. Um welchen Teilerfolg es sich dabei handelt, lest ihr hier.

Hamburgs Gastronomie leidet seit Tag eins der Pandemie unter den Folgen von Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen und Sperrstunden. Umso wichtiger wurde da für Betreibende die Sondernutzung der vor ihren Türen liegenden Parkplätze und Ladezonen. Diese Außengastronomie hielt und hält viele Betriebe über Wasser und ermöglicht es unter anderem Personal zu halten. Doch ausgerechnet jetzt, mit dem Frühling vor der Tür, stand die Bestuhlung der Parkplätze in Hamburg-Mitte auf der Kippe. Als Stadtteilkultur St. Pauli wandten sich deswegen Gastronomen der Online-Petition "Wir wollen draussensitzen – Apell Parkflächen" (sic) an das Bezirksamt – und können nun einen kleinen Erfolg verbuchen.

Nutzung der Parkflächen für Außengastro in Hamburg-Mitte weiter möglich – am Wochenende

Ursprünglich sollte die Sondernutzung der Parkflächen für die Außengastro in diesem Jahr auslaufen, doch nun hat das Bezirksamt eingelenkt, zumindest teilweise. Gastronomen in Hamburg-Mitte dürfen ihren Gästen von April bis Oktober 2022 wieder erweiterte Sitzplätze im Freien anbieten, wenn sie einen entsprechenden Antrag bei der Stadt stellen. Eine Einschränkung im Vergleich zur Sondernutzung aus dem vergangenen Jahr gibt es allerdings: Sie gilt nur noch vom späten Freitagnachmittag ab 17 Uhr bis zum Sonntagabend, 22 Uhr, nicht mehr an allen sieben Tagen in der Woche.

Einem entsprechenden Antrag hat die Koalition aus SPD, CDU und FDP in der Bezirksversammlung Mitte stattgegeben. "Außengastronomie mit Außenmaß" lautet hier das Motto. Mit der Wochenend-Regelung sollen auch die Interessen der Anwohnenden geschützt werden, etwa wenn ein zu hoher Lärmpegel unter der Woche die Nachruhe stört oder Parkplätze wegfallen. Insgesamt beteiligten sich bislang fast 5.500 Menschen auf change.org an dem Aufruf "Wir wollen draussensitzen – Apell Parkflächen", um dem Anliegen Gehör zu verschaffen.

Parkflächen könnt ihr in Eimsbüttel jetzt selber gestalten!

Im Gegensatz zur Gastro müssen Anwohner zumindest im Bezirk Eimsbüttel nicht mit der Stadt rangeln, wenn es um die Nutzung von Parkplätzen geht. Zu nicht gewerblichen Zwecken dürfen zwölf Quadratmeter, die sonst parkenden Fahrzeugen vorbehalten sind, beantragt und für sogenannte Parklets genutzt werden. Das sind häufig Holzbauten, die zum Sitzen oder Spielen einladen und die Nachbarschaft näher zusammenbringen sollen. Auch Elemente zum Abstellen von Fahrrädern, Bücherschränke oder Ähnliches sind denkbar. Verantwortlich für Aufbau bis Abbau seid ihr selber und wichtig ist der Stadt, dass ihr ökologische Materialien verwendet und mindestens 40 Prozent der Fläche mit einheimischen Pflanzen begrünt. Die Nutzung soll dann mindestens sechs und maximal zwölf Monate andauern. Außerdem stellt der Bezirk bis zu 1.000 Euro Förderung pro Parklet in Aussicht.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

Quellen zum Text: