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Abwasser Hamburg
HAMBURG WASSER
Hamburg

Wegen Corona: Hamburgs Abwasser als Frühwarnsystem?

Die dritte Welle ist da, der Kampf gegen das Virus geht weiter. Ein deutschlandweites Untersuchungsprogramm prüft nun die Abwässer auf Spuren der Erreger. Auch HAMBURG WASSER beteiligt sich.


Sind die Kläranlagen eine Goldgrube in der Pandemiebekämpfung? Forschende nehmen an, dass sich im Abwasser unter anderem die Dunkelziffer der Infizierten ablesen lässt. Dorthin sollen die Viren über unsere Ausscheidungen gelangen. Eine Untersuchung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft (DWA), der Technischen Universität Dresden und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) soll klären (ja, der musste sein), was an der Vermutung dran ist. Rund 20 Klärbetriebe bereiten deshalb Proben auf, die auf das SARS-CoV-2-Virus untersucht werden. Mit von der Partie: HAMBURG WASSER.

Abwassermonitoring soll Infektionsgeschehen abbilden

Die Proben aus dem Hamburger Klärwerk werden tiefgekühlt und von der Hansestadt nach Dresden geschickt. Dort untersucht die Technische Universität alle Proben aus Deutschland und zieht Rückschlüsse auf die Gesamtinfektionslage und die Entwicklung der Pandemie. Später könnten in lokaleren Messungen etwaige Risikogebiete identifiziert werden. Die Auswertung kann schließlich als Grundlage für politische Entscheidungen dienen und "ein weiterer entscheidender Faktor im Kampf gegen die Pandemie sein", so Fachsprecher Johannes Müller im NDR. Im Vergleich mit den gängigen Tests lassen die genetischen Rückstände im Abwasser die Stärke des Infektionsgeschens zu einem früheren Zeitpunkt an – die Kläranlagen würden damit zum Frühwarnsystem.

Ein zukunftsweisendes Projekt

Bestätigt die Studie die Annahmen der Forschenden, könnten durch Abwassermonitoring in Zukunft nicht nur eventuelle Mutationen und die Entwicklung des Covid-Virus, sondern auch andere Erkrankungen frühzeitig sichtbar gemacht werden. Die CDU hatte den Vorschlag schon vor einigen Wochen angebracht. Nun wollen SPD und Grüne in der nächsten Bürgerschaftssitzung einen entsprechenden Antrag stellen.

"Gelingt es, im Labor geeignete Nachweisverfahren für im Abwasser enthaltene SARS-CoV-2-Viren zu erarbeiten, steht Hamburg bei der praktischen Anwendung vor der Herausforderung, dass das Abwasser nur stark verdünnt am Klärwerk ankommt. Fäkalien, mit denen das Virus ausgeschieden wird, machen volumetrisch nur rund ein Prozent des gesamten Abwassers aus. Der große Anteil ist Grauwasser, vom Duschen und Waschen, sowie Abwasser aus der Industrie und Regenwasser", teilt HAMBURG WASSER mit.

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