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Wittmoor Hamburg
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Wandsbek

Wittmoor: Wo Baumreste in die Höhe ragen

“Oh schaurig ist’s, übers Moor zu gehn”, fürchtet sich der Knabe in Annette von Droste-Hülshoffs’ Gedicht “Der Knabe im Moor”. Schaurig-schön ist es auch im Wittmoor, das im Nordwesten Hamburgs liegt.


Das Naturschutzgebiet Wittmoor ist eins der letzten Hochmoore im Norden Deutschlands und lockt mit einer unvergleichlichen Natur. Reste versunkener Äste ragen aus dem Moor und erinnern an die Szenerie eines Horrorfilms. Gänsehaut? Ein wenig, aber ein Spaziergang durch das Gebiet lohnt sich.

Wittmoor: Von der Eiszeit bis heute

Heute befindet sich das Wittmoor direkt auf der Grenze zwischen Schleswig-Holstein und dem Hamburger Stadtteil Lehmsahl-Mellingstedt. In der Eiszeit, vor über 8.000 Jahren, als das Moor entstanden ist, gabs weder noch. Seitdem hat das Moor eine eindrucksvolle Vegetations- und Waldgeschichte durchlebt, die heute von Botanikern und Forstwissenschaftlern genauestens untersucht wird. Doch auch für Laien, die keine Ahnung von der frühzeitlichen Flora und Fauna haben, ist das Naturschutzgebiet beeindruckend und gibt euch vielleicht einen Eindruck, wie die Landschaft früher einmal ausgesehen haben mag.

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Wilde Tiere? Fehlanzeige

Wilde Waldtiere sucht ihr hier jedoch vergebens, denn Moore sind nicht besonders attraktiv für Hasen, Rehe und Co. Eher die kleineren Spezies sind hier vertreten. So werdet ihr auf zahlreiche Regenwürmer und Egel stoßen, sowie Libellen, Moorfrösche und die ein oder andere Bergeidechse. Mit etwas Glück schlängelt sich eine Kreuzotter durchs hohe Gras. Auch viele geschützte Pflanzen sind im Wittmoor beheimatet, wie der hübsch anzusehenden Sonnentau, der mit seinen klebrigen Tropfen Insekten fängt. Dass das Moor ein eher unattraktiver Lebensbereich ist, liegt an dem extrem sauren Boden. Dieser kommt daher, dass Moore die größten CO2-Speicher der Natur sind.

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Ein Spaziergang durchs Moor

Wenn ihr einen Spaziergang durchs Wittmoor plant, könnt ihr entweder am südlichen Ende auf dem Lehmsaler Weg oder auf dem offiziellen Parkplatz am nördlichen Teil des Naturschutzgebiets parken. Solltet ihr mit den Öffis anreisen, fahrt ihr mit der U1 bis Ochsenzoll und dann weiter mit dem Bus 7550 bis Tangstedt. Die große Runde, die euch einmal komplett durch das Moor führt, hat eine Länge von gut sieben Kilometern. Dabei solltet ihr auf jeden Fall auf den vorgeschriebenen Wanderwegen bleiben, damit ihr nicht die empfindliche Natur zerstört und nach kräftigem Regen solltet ihr euren Spaziergang um ein paar Tage verschieben – oder Gummistiefel tragen, denn sonst kommt ihr nicht trockenen Fußes nach Hause.

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Staunen und Gedenken im Wittmoor

Auf eurem Spaziergang durch das Wittmoor kommt ihr vorbei an zahlreichen weiten Flächen mit toten Baumstümpfen, die wie Arme aus dem Boden ragen. Hier und da sind riesige dunkle Pfützen, die das Moor bereits erahnen lassen. Das Highlight der Tour ist wohl der riesige, dunkle Moorsee, der dem gesamten Gebiet einen besonders schaurigen und morbiden Charakter gibt. Doch versteht uns nicht falsch: es ist wunderschön. Vor allem, wenn sich die Sonne blicken lässt und sich auf dem See spiegelt. Geht ihr weiter, trefft ihr auf ein Denkmal. Es erinnert an die Häftlinge des KZ Wittmoor, das erste Hamburger Konzentrationslager.

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Moore in Hamburg

Neben dem beeidruckenden Wittmoor im Norden der Stadt gibt es noch weitere Moore in Hamburg, die sich für einen Ausflug lohnen.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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