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Unsplash / Siora Photography
Hamburg

Rocko, Strunk & Lenz: 10 Bücher aus Hamburg, die ihr lesen müsst

Hamburg kann erzählen. Und bietet so viele Geschichten. Hier kommen 10 Bücher, in denen die Stadt eine Rolle spielt und die ihr dringend mal gelesen haben solltet.


"Deutschstunde" von Siegfried Lenz

Ein echter Klassiker: "Deutschstunde" von Siegfried Lenz. 1968 erschienen, gilt das Buch als einer der bedeutendsten Romane der Nachkriegsgeschichte. Und die Story spielt unter anderem in der Justizvollzugsanstalt auf Hahnöferstand an der Elbe. Der in Ostpreußen geborene Autor starb 2014 in der Stadt, die er sich früh zur Heimat wählte. Nach Hamburg "riecht" es übrigens auch in vielen anderen Büchern von Lenz.

"Die Palette" von Hubert Fichte

Wenn ihr Geschichten wollt, geht einfach in die Kneipe. Diesen Leitsatz befolgte der Lokstedter Autor Hubert Fichte. Und verbrachte viele Abende in einer Pinte am Gänsemarkt. Was er in dem Lokal namens Palette hörte, schrieb er auf. Der nach dem Gasthaus benannte Roman zeichnet mit viel Finesse ein Bild vom Hamburg der 1960er-Jahre.

"Der goldene Handschuh" von Heinz Strunk

Wenn der "Heinzer" mal nicht mit Studio Braun oder für Extra 3 unterwegs ist, nimmt er sich Zeit zum Schreiben. Und das, was 2016 dabei raus kam, dürfte auch in Jahrzehnten noch zum Kanon der Hamburg-Literatur gezählt werden. In seinem Buch "Der goldene Handschuh" taucht Heinz Strunk tief in die Abgründe des Serienmörders Fritz Honka ab. Keine leichte Kost. Aber ganz großes Kino! Apropos: Das Buch wurde inzwischen verfilmt.

"Hamburger Hochbahn" von Ulf Erdmann Ziegler

Vom Roman "Hamburger Hochbahn" habt ihr noch nichts gehört? War aber 2007 ein Buch, das zumindest von Kritikern hoch gelobt wurde – und das eure Aufmerksamkeit verdient hat. Ulf Erdmann Ziegler heißt der Autor, der später für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Es geht um die 80er, um die Zeit nach der Wende und die Gegenwart. Und um Ästhetik. Alles elegant erzählt.

"Taxi" von Karen Duve

Als Karen Duve 2008 "Taxi" vorlegt, sind Kritiker verblüfft. Denn hier erzählt eine ehemalige Taxifahrerin in den Enddreißigern eine fulminante Kiez-Geschichte. Es geht um Zuhälter, einen Schriftsteller und eine Biografie. Das Buch ist hintersinnig und an vielen Stellen urkomisch. Karen Duve musste jedenfalls nie wieder Taxi fahren.

"Biografie" von Maxim Biller

Der im Grindelviertel aufgewachsene Maxim Biller hat seiner Wahlheimat Hamburg 2016 mit "Biografie" Zeilen gewidmet. Die Handlung seines Buchs spielt unter anderem in dem Stadtteil seiner Kindheit. Von dort geht es auf eine wilde Reise, die in einer grotesken Erpressungs- und Entführungsstory gipfelt.

"Die Entdeckung der Currywurst" von Uwe Timm

Vielleicht habt ihr den gleichnamigen Film schon gesehen? Das Buch "Die Entdeckung der Currywurst" zu lesen, lohnt sich trotzdem. Die Novelle von Uwe Timm, die die Geschichte einer Kantinenfrau und späteren Imbissbuden-Besitzerin vom Großneumarkt erzählt, ist ein 1993 erschienenes Meisterstück. Die Liebesgeschichte entführt euch zurück ins Hamburg des Zweiten Weltkriegs.

"Onno Viets und der Irre vom Kiez" von Frank Schulz

Klar, man kann als Hamburger auch ohne Bücher von Frank Schulz leben. Aber mit ist deutlich lustiger. Wir empfehlen euch auf jeden Fall "Onno Viets und der Irre vom Kiez", in dem die Hauptfigur beschließt, Privatdetektiv zu werden und künftig weniger mit den Kumpels von der Tischtennis-Runde abzuhängen. Eine sensationelle Millieustudie, urkomisch erzählt. Und hinterher habt ihr Onno so richtig lieb, jede Wette!

"Tabu" von Peter Rühmkorf

Es gibt so Bücher, die nehmt ihr in die Hand – und könnt sie nicht wieder weglegen, bis sie durchgelesen sind. Bei Peter Rühmkorfs "Tabu" geht es bestimmt vielen so. Besonders denen, die die Wendezeit in Deutschland bewusst erlebt haben. Büchner-Preisträger Rühmkorf, der eigentlich für seine Lyrik bekannt war und in Övelgönne lebte, kommentiert in seinem literarisch aufgearbeiteten Tagebuch die Jahre 1989 bis 1991, nicht selten mit beißendem Spott. Hamburg spielt natürlich eine Rolle.

"Sternstunden der Bedeutungslosigkeit" von Rocko Schamoni

Theater, Film, Punk und Club: Rocko Schamoni kann ja eigentlich alles. Auch schreiben. "Sternstunden der Bedeutungslosigkeit" solltet ihr dringend gelesen haben, wenn ihr auf Sprachwitz und Lokalkolorit steht. In dem Roman von 2007 erzählt Rocko die Geschichte des Erzählers Michael Sonntag, der sich als Single in Hamburg mit Gelegenheitsjobs durchs Leben schlägt. Kurzweilig.

Buchhandlung in Hamburg

Ihr habt Lust, eure Nase in die vorgeschlagenen Bücher zu stecken? Dann haben wir hier tolle Buchhandlungen in Hamburg für euren nächsten Lyrik-Shopping-Tag. Wer noch mehr Hamburger Geschichte möchte, findet in dieser Liste besten Lesestoff: neue Bücher aus oder über Hamburg.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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