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Ottensen

Pssst! Diese 10 besonderen Orte in Ottensen kennt nicht jeder

Die Ottenser Hauptstraße und die Bahrenfelder Straße inklusive Alma-Wartenberg-Platz kennen wohl die meisten, die schon in Ottensen waren. Aber es lohnt sich, den schönen Stadtteil auch abseits der Einkaufsstraßen zu erkunden. Wir nehmen euch mit auf einen Spaziergang durchs Viertel zu Orten, die ihr bestimmt noch nicht alle kennt.


Vorhang aus Efeu: Alte Druckerei Ottensen

Unser erster Spot versteckt sich direkt auf der belebten Bahrenfelder Straße. Zwischen Weinladen und Papiergeschäft befindet sich eine unscheinbare Einfahrt, über der die Hausnummer 73 prangt. Die meisten Passanten laufen gedankenverloren daran vorbei, doch es lohnt sich, einen Blick in den Innenhof zu werfen. Wenn ihr die Hauptstraße verlasst, geht ihr direkt auf ein altes Backsteingebäude zu. Dürfen wir vorstellen: die Alte Druckerei Ottensen. Das ist auch in großen Buchstaben an die Fassade geschrieben. Früher wurden Geschäftsbücher und Formulare gedruckt, heute haben hier Kreative und Medienschaffende ihren Sitz. An manchen Abenden öffnet die Alte Druckerei ihre Türen auch für Besucher. Dann finden dort Konzerte statt und es fließt viel Wein. Der eigentliche Blickfang in diesem Hinterhof ist aber der prächtige Efeu-Vorhang, der das Haus umhüllt. Vorausgesetzt ihr kommt zur richtigen Jahreszeit. Im Winter wird aus der schönen, grünen Girlande nämlich ein kahle, knochige Ranke. Um den besten Blick auf die von Efeu umschlungene Fassade zu bekommen, biegt ihr noch einmal links um die Ecke ab, wenn ihr direkt vor der Alten Druckerei steht.
Infos: Alte Druckerei Ottensen im Hinterhof, Bahrenfelder Straße 73, 22765 Hamburg

Gemütlicher Gassenhauer: Mottenburger Twiete

Ja, ja, wir wissen, dass mit Gassenhauer eigentlich ein Lied gemeint ist. Aber die Mottenburger Twiete, die von der Bahrenfelder Straße abzweigt, ist auch ein Hit. Schließlich findet ihr dort ein wenig Ruhe von den trubeligen Einkaufsstraßen nebenan. Tatsächlich gibt es in der kleinen Twiete verhältnismäßig viele Sitzgelegenheiten. Anstatt auf der Bordsteinkante zu cornern, habt ihr die Wahl zwischen niedrigen Mauern, die die Bäume umgeben, und zwei Tischen mit Bänken. Tipp: Holt euch bei Sonnenschein ein leckeres Curry, Sommerrollen oder Pad Thai bei Mr. Dam, setzt euch raus und genießt das Essen unter den hohen, Schatten spendenden Bäumen. Besonderer Blickfang und beliebtes Fotomotiv in der Mottenburger Twiete ist übrigens das gelbe Haus mit den rot umrandeten Fenstern.
Infos: Mr. Dam, Mottenburger Twiete 4, 22765 Hamburg

Maritimes Haus: Am Pflug

Gestärkt verlasst ihr die gemütliche Twiete wieder gen Bahrenfelder Straße, folgt ihr ein kurzes Stück und biegt dann nach rechts ab in die Straße: Am Pflug. Schon wieder so eine niedliche, kopfsteingepflasterte Gasse! Aber das besondere Highlight ist hier das Haus des Segelmachers Jan Bremer, das dem Weg ein maritimes Flair verleiht. "Tauwerk" und "Segeltuche" ist in Großbuchstaben an die Fassade geschrieben. Seile und ein am Giebel befestigter Flaschenzug verdeutlichen noch einmal, welchem traditionsreichen Handwerk hier nachgegangen wird. An der linken Seite der Hauswand steht der stolze Wahlspruch der Friesen, den es in diversen Schreibweisen gibt: "Leber dot as Sklov" – lieber tot als Sklave. Eindeutige Ansage.
Infos: Segelmacher Jan Bremer, Am Pflug 6, 22765 Hamburg

Gegacker seit 1986: Mottenburger Hühnertwiete

Am Ende der Straße Am Pflug geht ihr durch das kleine Tor, überquert den Spielplatz und steht plötzlich … vor einem Hühnergehege. Hier leben etwa 15 Hennen und der Hahn Victoria. Tagsüber laufen sie gackernd durch den Garten, abends schlafen sie im sicheren Stall – und das schon seit über 30 Jahren. Zumindest existiert der Hühnerhof des Stadtteilzentrums MOTTE schon seit 1986. In den 90er-Jahren gingen die Unterstützer des Hofs auf die Barrikaden, weil das Gelände bebaut und die Hühner umgesiedelt werden sollten. Doch nach zwei Jahren war der Kampf gewonnen. Ein blaues Schild am Eingang Richtung Rothestraße verkündet seitdem: "Mottenburger Hühnertwiete – Stammplatz einer mit Beton und Abgas verfolgten Kleintierrasse, heldenhaft und opferreich verteidigt bis Dezember 3994." Setzt euch auf eine Bank und beobachtet die putzigen Vögel oder schaut nach, ob der Automat am Zaun befüllt ist – mit Eiern, die ihr guten Gewissens essen könnt.
Infos: Mottenburger Hühnertwiete, Rothestraße 44, 22765 Hamburg

Kopfsteinpflaster-Romantik: Rothestraße

Von der Hühnertwiete gelangt ihr auf die vielleicht hübscheste Straße von Ottensen. Die Rothestraße sollte eigentlich lieber Gartenstraße heißen, weil es rund um die Fußwege so schön grünt und blüht. Vor allem im Bereich zwischen Eulenstraße und Ottenser Hauptstraße entfaltet sie ihren Zauber mit Kopfsteinpflaster, Rosenranken und Birkenstämmen. Das Café und Feinkostgeschäft TIDE und das Restaurant Kleine Brunnenstraße laden auf diesem Abschnitt zum Verweilen ein.
Infos: TIDE, Rothestraße 53, 22765 Hamburg

Farbenfroher Hinterhof: Ottenser Hauptstraße

Bevor wir die Gegend verlassen, machen wir noch einen kleinen Abstecher zur Ottenser Hauptstraße. Denn selbst auf der bekannten Einkaufsmeile verstecken sich kleine Schätze. Schaut doch zum Beispiel mal bei der Hausnummer 35A, direkt neben der Elefanten Apotheke, in den idyllischen Hinterhof. Ottensen hat nämlich nicht nur ein gelbes Haus zu bieten, sondern auch ein blaues und ein rotes. Zusammen mit dem kräftigen Grün der umliegenden Bäume, Hecken und Sträucher ergibt das ein schönes Farbenspiel. Wer hier wohnt, kann sich glücklich schätzen!
Infos: Elefanten Apotheke, Ottenser Hauptstraße 35, 22765 Hamburg

picture alliance / ZB

Versteckte Grünanlage: Harkenseepark

Von der Ottenser Hauptstraße flanieren wir ein Stück die Große Brunnenstraße hoch, biegen links in die Holstentwiete ab und laufen jetzt direkt auf den Harkenseepark zu. Das Tolle daran: Viele Ottenser bevorzugen den größeren Fischers Park oder die Grünflächen an der Elbe, sodass der Harkenseepark oft einfach vergessen wird und nicht so überlaufen ist. Dabei hat er die perfekte Größe, um entspannt eine Runde zu schlendern. Dazu passt hervorragend: ein Eis auf die Hand! Das könnt ihr euch auf dem Weg noch schnell bei Schlecks holen. In der Grünanlage selbst findet ihr dann einen gut gepflegten Spielplatz für die Kids, Tischtennisplatten und viele Bänke, auf denen ihr in Ruhe mit euren Freunden schnacken könnt, ohne gestört oder abgelenkt zu werden.
Infos: Schlecks, Fischers Allee 78, 22763 Hamburg

Andere Welt: Westend Ottensen

Ist das noch Ottensen … oder sind wir plötzlich in Harvestehude oder Rotherbaum gelandet? Diese Frage könnte bei euch aufkommen, wenn ihr vom Harkenseepark aus auf die Behringstraße gelangt, danach links auf die Borselstraße abbiegt und weiter bis zur Kreuzung Völckersstraße lauft. Denn hier beginnt das Westend Ottensen. Klingt amerikanisch – und sieht auch irgendwie so aus. Die für den Stadtteil sonst so typischen Altbauten sucht ihr hier jedenfalls vergebens. Die modernen Gebäude bilden eine Art in sich geschlossenes Quarree, in dessen Innenhof sich ein Springbrunnen, akkurat gestutzte Bäume und einige Bänke befinden. Mal was anderes!
Infos: Westend Ottensen, Völckersstraße, 22765 Hamburg

Freiluft-Kunst: Thalia Gaußstraße

Zurück auf der Borselstraße gehen wir den Weg weiter hoch, bis wir auf die Gaußstraße kommen. Dort hat auch das Thalia Theater eine Spielstätte. Doch selbst wenn hier gerade keine Vorstellung stattfindet, gibt es in den Gaußhöfen auf dem alten Fabrikgelände was zu gucken. Kunst unter freiem Himmel erwartet euch. Na, habt ihr schon die Zwergen-Skulptur und das Mural mit dem grimmig guckenden Hund entdeckt? Und selbst wenn: Das besondere Hinterhof-Flair nach dem Vorbild internationaler Kreativzentren fasziniert uns immer wieder.
Infos: Thalia Gaustraße, Gaußstraße 190, 22765 Hamburg

Historisches Pflaster: Zeißstraße

Von der Gaußstraße gelangen wir über die Bahrenfelder Straße in die denkmalgeschützte Zeißstraße. Weil hier Serienmörder Fritz Honka gelebt hat, erlangte die Straße traurige Berühmtheit. Wir lassen die Hausnummer 74 heute aber mal links liegen und gehen stattdessen zur 28, wo wir zum Abschluss unserer Tour noch einmal mit dem Blick auf einen wunderschönen Hinterhof belohnt werden. Dafür müssen wir uns allerdings erst mal durch einen schmalen Durchgang zwängen. Im besagten Hinterhof hat das Stadtteilarchiv Ottensen seinen Sitz. Bis 1985 befand sich am selben Ort eine Drahtstifte-Fabrik. Auf Infotafeln könnt ihr euch über deren Geschichte informieren, auch wenn das Archiv geschlossen ist.
Infos: Stadtteilarchiv Ottensen, Zeißstraße 28, 22765 Hamburg

Und danach? Ein leckerer Drink in einer Bar in Ottensen!

Nach so einem Stadtteilbummel habt ihr euch einen Drink verdient. Diese Bars in Ottensen versorgen euch mit Getränken von Pils bis Piña Colada. Ihr wollt im Anschluss lieber eine Runde shoppen? Dann schaut mal hier bei den schönsten Läden auf der Ottenser Hauptstraße.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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