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Sirany Schümann
Hamburg

Nosferatu, Shining und Co: 5 Orte in Hamburg für einen Horrorfilm

Gibt es eigentlich Horrorfilme, die in Hamburg und Umgebung spielen? Wir kennen jedenfalls einige Orte, die sich perfekt für ein Remake eignen würden.


Die Ruinen in den Besenhorster Sandbergen: "Blair Witch Project"

"Blair Witch Project" ist einer dieser Horrorfilme, bei denen sich das Grauen vor allem im Kopf abspielt. Alles ist mit verwackelter Handkamera in einem finsteren Wald gedreht. Eine Hexe oder andere übernatürliche Wesen bekommen die Zuschauer dabei gar nicht zu Gesicht. Und trotzdem hat der Film 1999 viele Kinobesucher das Fürchten gelehrt, weil die Mockumentary bewusst den Anschein erzeugen will, eine echte Doku zu sein. Mindestens der Showdown, bei dem zwei der Hauptdarsteller in dunkler Nacht auf ein baufälliges Haus im Wald stoßen, hätten die Regisseure auch in die stark bewaldeten Besenhorster Sandberge verlegen können. Denn die geheimnisvollen Ruinen der Pulverfabrik Düneberg sind wie gemacht für schaurige Drehs bei Nacht.

Hotel Stadt Altona: "The Shining"

Wir können nicht beurteilen, wie es sich im Hotel Stadt Altona schläft und wohnt. Was wir aber wissen: Schon von außen umgibt das Hotel ein herrlicher Retro-Charme, der an die 70er-Jahre erinnert. Und wenn wir an Hotels in Horrorfilmen aus dieser Zeit denken, fällt uns natürlich Stanley Kubricks Schocker "The Shining" (1980) ein. Zwar ist das Overlook Hotel im Film, das eine Familie mehr oder weniger in den Wahnsinn treibt, deutlich eleganter und abgeschiedener, doch für die Innenaufnahmen würde sich das Hotel Stadt Altona ideal eignen. In der Bar-Lounge könnte ohne Probleme ein Jack Nicholson mit irrem Grinsen auf dem Gesicht auftauchen. Und einen Fahrstuhl hat das Hotel auch ... einige erinnern sich vielleicht, was passiert ist, als dieser sich im Film geöffnet hat.

Burg Henneberg: "Nosferatu"

Zugegeben, bei Tag wirkt die 1884 erbaute Burg Henneberg nicht allzu furchteinflößend. Doch bei Nacht könnte man sich schon gut vorstellen, dass hier ein Graf Orlok aka "Nosferatu" durch die Gänge schleicht. Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau hat 1922 mit seiner hageren, fast kahlköpfigen Horrorgestalt das Bild des Vampirs in der Popkultur mitgeprägt. Sein Stummfilm ist eine nicht autorisierte (!) Adaption von Bram Stokers Roman "Dracula". Vielleicht ist es also – nach Werner Herzogs Remake von 1979 mit Klaus Kinski als Graf Dracula – Zeit für eine weitere deutsche Neuverfilmung des Stoffs. Drehort wäre natürlich Hamburgs (einzige) Burg Henneberg. Nur für die Hauptrolle des Vampirs fehlt noch die passende lokale Besetzung. Vielleicht springt ja Til Schweiger ein.

Ehemaliges Kinderheim in Ehestorf (Rosengarten): "Das Waisenhaus"

Direkt an Hausbruch und Heimfeld grenzt der niedersächsische Ort Ehestorf. Mitten in einem Waldstück in der Nähe findet ihr ein verfallenes dreigeschossiges Haus. Das ehemalige Kinderheim wurde schon 1913 erbaut und war sogar noch bis Ende der 90er-Jahre in Betrieb. Danach verfiel das Gebäude immer mehr und heute erobert sich die Natur hier immer mehr ihr Revier zurück. Eine Neunutzung, etwa als Wohnraum, erweist sich als schwierig, weil sich das Haus inmitten des Waldgebiets befindet. Unser Vorschlag: Drehort für ein Remake von "Das Waisenhaus". In dem spanisch-mexikanischen Horrorfilm von 2007 zieht eine Familie in ein ehemaliges Waisenhaus. Schon bald beginnt der adoptierte Sohn mit Fantasiefreunden zu spielen, die alles andere als harmlose Kinder sind.

Villa Mutzenbecher: "The Amityville Horror"

Den "Amityville Horror" erlebt eine Familie im gleichnamigen Horrorfilm, als sie ein neues Haus bezieht. In der Vergangenheit sind dort schreckliche Dinge passiert, die die neuen Bewohner schon bald heimsuchen. Zumindest in der Neuverfilmung von 2005 – das Original ist aus dem Jahr 1979 – ähnelt das Geisterhaus mit seiner Veranda ein wenig der Villa Mutzenbecher im Niendorfer Gehege. Auch die abgeschiedene Lage erhöht den Gruselfaktor des über 100 Jahre alten herrschaftlichen Gebäudes. Allerdings wird die Villa derzeit saniert und soll nach Abschluss der Arbeiten als Bildungs- und Begegnungsstätte dienen. Wer hier noch ein "Amityville-Horror"-Remake drehen möchte, sollte sich also beeilen.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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