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Niendorfer Gehege
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Niendorf

Das Niendorfer Gehege: Hamburgs spannender Stadtwald

Lust auf einen Waldspaziergang? Dafür müsst ihr gar nicht weit raus: Das Niendorfer Gehege empfängt mit klarer Luft und ländlichem Idyll. Langweilig wirds dabei aber keinesfalls!


Das Niendorfer Gehege in Hamburgs Nordwesten bildet mit seinen 142 Hektar das größte Waldgebiet des Bezirks Eimsbüttel und erstreckt sich über die Stadtteile Schnelsen, Niendorf, Stellingen, Eidelstedt und über Lokstedt bis nach Groß Borstel. Hier warten rund 15 Kilometer befestigter Wanderweg darauf, von euch erkundet zu werden. Folgt dazu zum Beispiel einfach dem Kollauwanderweg; das Flüsslein umfließt das Niendorfer Gehege im Süden und Westen und führt euch bis zum Waldcafé. Wenn ihr wirklich vom Wandern in Hamburg sprechen wollt, ist das Niendorfer Gehege einigen vielleicht etwas zu klein und flach, für ausgedehnte Spaziergänge mit den Lütten aber optimal geeignet. Und wenn ihr mit konstant sportlichem Schritt voranschreitet, wird auch ein Wanderschuh draus. Auch zum Joggen und Radeln eignet sich der Wald optimal und bietet eine Abwechslung von eurer üblichen Route. Da die Wege im Gehege nicht beleuchtet sind, solltet ihr eine Taschenlampe einpacken, wenn ihr euch in der dunklen Jahreszeit oder zu später Stunde im Gelände herumtreibt.

Waldluft schnuppern und tiiief durchatmen

Für Stadtmenschen immer wieder etwas Besonderes, für Leute vom Dorf ein kleines Stück Zuhause: Ein tiefer Zug Waldluft in der Lunge wirkt einfach regenerierend. Und es hat doch etwas Magisches, wenn das Sonnenlicht durch die Blätter funkelt und helle Flecken auf den laubbedeckten Boden malt, der unter euren Füßen raschelt. Im Mischwald des Niendorfer Geheges findet ihr neben Buchen, Eichen, Ahornen und Eschen, die teilweise schon 200 Jahre auf der Krone haben, auch manch exotischeres Exemplar von Baum. Vielfältige Flora, einige Teiche sowie weitläufige Lichtungen und Rasenflächen, die zum Grillen und Picknicken einladen, komplettieren das Walderlebnis. In dieser Kulisse vergesst ihr ganz schnell, dass ihr euch eigentlich in der Großstadt befindet. Nicht nur zu Fuß, sondern auch im Sattel könnt ihr durchs Gehölz streifen. Immerhin vier Kilometer Reitweg hat das Niendorfer Gehege vorzuweisen.

Niendorfer Gehege: Von der Allmende zum Privatwald zum Stadtwald

Die Bäume im Niendorfer Gehege haben schon so einiges gesehen. Bereits im 16. Jahrhundert wird das Areal in einem Erdbuch erwähnt. Der südliche Eichenwald des heutigen Niendorfer Geheges lag damals noch unter der Herrschaft Pinnebergs, wurde Grafen- oder Königsgehege genannt und zur Schweinemast und Holzabbau genutzt. 1789 erstreckte sich das Herrschaftsgebiet bereits über 35 Hektar und die Stadtteile – damals noch Gemeinden – Niendorf, Eidelstedt, Lokstedt und Stellingen. Als der Wald 1912 in den Besitz F. M. Mutzenbechers fiel, ließ dieser ihn zur Parkanlage umgestalten und einen Landsitz errichten. Der nordöstliche Teil war früher der Niendorfer Bauernwald – zunächst ein Gemeingut, später Grundbesitz gut betuchter Hamburger, die Parks und Landsitze anlegten. Einer von ihnen war 1847 der Bankier Gossler, weshalb alteingesessene Niendorfer noch vom Gossler-Park sprechen. Auch Johann Theodor Merck, ehemaliger Direktor der Hamburg-Amerika-Linie, ließ eine Villa erbauen. Funfact: Er sorgte auch dafür, dass Findlinge vom Bau der U3 ihren Weg in das Waldgebiet fanden. Warum wohl? Nach dem Krieg musste der Bestand des Waldes als Brennholz herhalten. Die Stadt Hamburg kaufte die Waldstücke nach und nach von 1952 bis 1965 zurück – zuletzt den Gossler-Park. Heute gehört das Niendorfer Gehege als Stadtwald zum Revier Klövensteen und der Forst darf wieder wachsen.

Über Stock und über Stein ...

... gehts im Niendorfer Gehege nicht nur für euch, sondern auch für eure Vierbeiner. Da es auf und zwischen den Blättern so einiges zu erschnüffeln gibt und sich herumliegende Baumstämme super zum Klettern eignen, ist Wuff hier gut beschäftigt und wird nach einem Ausflug in das Erholungsgebiet sicher gut schlafen. Bevor ihr euch aber mit der Leine im Unterholz verheddert, nutzt am besten das eingezäunte Hundefreilaufgebiet des Niendorfer Geheges, das westlich der Kirche am Niendorfer Markt liegt. Umgeben von Wald und mit Wasserstelle ausgestattet, kann sich euer feuchtnasiger Freund hier so richtig austoben und die ein oder andere Hundebekanntschaft schließen. Sollte euer Hund eher der Gattung einsamer Wolf angehören, ist hier aber auch genug Platz, um anderen aus dem Weg zu gehen.

Im Niendorfer Gehege ist der Name Programm

Doch nicht nur Hunde trefft ihr im Niendorfer Gehege an. Seinen Namen trägt das Waldgebiet natürlich nicht von ungefähr – sondern wegen des Geheges, das sich in seinem Herzen befindet. Und das liegt nun mal – naja, in Niendorf eben. Einleuchtend, oder? So wenig spektakulär die Namensgebung auch ist, umso majestätischer präsentiert sich die Bewohnerschaft ebenjenes Geheges: das Damwild. Die schönen, scheuen Tiere zu beobachten gehört definitiv zu den Highlights im Niendorfer Gehege. Am besten könnt ihr sie vom öffentlichen Hochsitz aus betrachten. Nur verschrecken solltet ihr sie nicht – den Hund also unbedingt anleinen. Auch Hirsche, Hasen, Füchse und andere Waldtiere können euren Weg kreuzen. Ein Traum für alle Hobbyfotografen!

Am Wasser begegnet ihr nicht selten Froschfamilien und in den Baumwipfeln entdeckt ihr Uhu, Specht, Kuckuck und allerlei weitere einheimische Vogelarten. Also einfach mal den Blick vom Handydisplay ab- und dem tierischen Treiben um euch herum zuwenden! Außerdem tierisch: Hamburgs einziger innerstädtischer Ponyhof hat seinen Sitz im Niendorfer Gehege. Wenn der Hof nach dem Lockdown wieder öffnen darf, freuen sich die Kleinen sicher über einen Ritt, während ihr euch im muckeligen Waldcafé Corell ein Getränk oder eine Mahlzeit gönnt. Apropos Mahlzeit: einen gesunden Snack bekommt ihr im Niendorfer Gehege sogar gratis. Auf der Streuobstwiese im Nordwesten des Geländes gibts Kirschen, Äpfel, Pflaumen und Birnen zu ernten. Was ihr noch alles im Niendorfer Gehege machen könnt, lest ihr natürlich auch bei kiekmo.

Das Niendorfer Gehege liegt näher, als ihr glauben mögt

Klar, Niendorf ist jetzt nicht gerade für seine zentrale Lage oder hippe Szene bekannt, für junge Familien aber ein wahrer Kleinod – und super gut angebunden. Tatsächlich lässt sich der Stadtteil, der in seinem Norden bereits an Schleswig-Holstein grenzt, mit der U2 optimal erreichen. Vom Hauptbahnhof aus seid ihr innerhalb von 15 bis 20 Minuten an der Haltestelle Hagendeel bzw. Niendorf Markt angelangt – je nachdem, welchen Teil des Niendorfer Geheges ihr ansteuert. Wohnt ihr in Eimsbüttel, ist es ein Katzensprung. Vom Niendorfer Markt aus sind es dann nur noch ein kurzer Weg ins grüne Idyll der Großstadt und etwa 1,5 Kilometer bis zum Wildgehege. Auch mit den Bussen 5, 23, 391 (Vogt-Cordes-Damm) oder 181 (Niendorfer Gehege) gelangt ihr ans Ziel. Von der Innenstadt aus bietet sich für besonders Sportliche eine Radtour durch den Sternschanzenpark und entlang der Kollau an. Mit den 16 Kilometern, die ihr dabei absolviert, habt ihr gleich euren Soll erfüllt. Reist ihr mit dem Auto an, sind zahlreiche Parkplätze an den Rändern des Niendorfer Geheges ausgewiesen.

Märchenhaft: Noch mehr Wälder in Hamburg

Ihr möchtet Waldluft schnuppern, aber Niendorf ist nun doch die falsche Ecke? Dann liegt einer dieser schönen Wälder in und um Hamburg vielleicht näher – auch hier lässt es sich wunderbar durch die Natur streifen und in der Vergangenheit schwelgen. Sportlicher geht ihr es außerdem auf diesen Wanderwegen in Hamburg an.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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