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Veddel Deich
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Veddel

kiekmo Stadtteilspaziergang: Veddel – Hafenromantik im Süden

Bewegung an der frischen Luft in allen Ehren, aber mittlerweile wirds langweilig im eigenen Stadtteil? Da helfen wir: In unserer neuen Serie nehmen euch unsere Redakteurinnen mit durch ihre Viertel.


Distanz: rund 5 Kilometer | Zeit: eine bis 2,5 Stunden (mit Pausen) | Highlights: Elbe, soweit das Auge reicht

Hafenspaziergang gefällig? Unbedingt! Ist ja immer schön, so am Wasser. Dass die Elbe zwei Seiten hat, vergessen aber die meisten. Dabei lohnt es sich gerade jetzt, das andere Ufer zu erkunden – denn da geht ihr Touris, den üblichen Corner-Hotspots und den Aerosolen anderer ganz wunderbar aus dem Weg. Soll nicht heißen, dass hier tote Hose ist. Euch erwarten Natur, Architektur und Geschichte. Kommt doch mal rüber in den Süden und seht selbst! Die heutige Route startet an der Bahnstation Elbbrücken und führt von Rothenburgsort über die Veddel bis nach Wilhelmsburg.

U/S Elbbrücken
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Zwischen neuer und alter Architektur

Los gehts an der Station Elbbrücken in Rothenburgsort. Da hier sowohl S- als auch U-Bahn-Linien halten, ist die Haltestelle als Treffpunkt optimal geeignet. Und spektakulär noch dazu! Hier habt ihr nicht nur die Elbe direkt vor der Nase und einen unschlagbaren Blick auf die HafenCity, sondern auch der futuristische, rundum verglaste Bahnhof ist ein architektonisches Highlight und obligatorisches Fotomotiv. Euer Insta-Feed wird sich freuen.

Hamburg Skyline
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Habt ihr euch dort genug ausgetobt, startet die Tour gen Süden. Einmal durch die Baustelle geschlängelt, die die Station derzeit noch umgibt, biegt ihr nach rechts auf die Elbbrücken ab. Dass sich hier fantastische Aussichten bieten, sollte klar sein. In Glanz, Gloria und voller Breite schlängelt sich die Norderelbe unter euch entlang und Boote ziehen ihre Bahnen. Nach rechts blickt ihr auf die alten Freihafen Elbbrücken, gen HafenCity und St. Pauli und könnt die Skyline ausmachen, zur Linken liegt der Elbpark Entenwerder und die geschwungenen Bögen der Brücke sind trotz all der Aussicht auch nicht zu verachten – hach! Kurz bevor ihr Inselboden unter euch habt, könnt ihr ein Überbleibsel eines alten Steinsockels am Elbufer ausmachen. Und dann heißt es: Willkommen auf der Veddel!

Elbbrücken
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Die Wohnsiedlung entdecken

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr auf den kürzlich fertiggestellten Wallanlagen noch einmal einen Blick auf die Elbbrücken werfen. Dann folgt ihr dem Weg, der euch über eine große Kreuzung führt. Hier herrscht gerade Aufbruchstimmung; Baumaßnahmen sind im Gange und ihr werdet euch fragen, wie es hier wohl in ein paar Jahren aussehen wird. Aktuell scheinen die Lagerhallen ein Lost Place zu sein. Hier verstecken sich aber auch Arbeitsräume für die Studierenden der HCU und die Veddeler Fischgaststätte, eines der besten Fischrestaurants in Hamburg – habt ihr das gewusst? Erkundet den Spot doch etwas. Dann gehts weiter: Am Penny-Markt vorbei ins Wohnviertel. Auf den ersten Blick machen die einfachen Backsteinbauten nicht unbedingt was her. Die Siedlung aus den 1920er Jahren geht allerdings zurück auf den bedeutenden Architekten Fritz Schumacher, dessen Bauwerke ihr in vielen Vierteln Hamburgs findet. Die Fassade von einem der Häuser in der Veddeler Brückenstraße wurde zu Zwecken der Stadtteilaufwertung vergoldet – ein ziemlich umstrittenes Kunstprojekt.

goldenes Haus Veddel
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Apropos Kunst: Bevor ihr nach rechts abbiegt, solltet ihr noch einen kleinen Schlenker nach links unternehmen. Der Bus- und Taxi-Tunnel ist nämlich auch ziemlich sehenswert, wenn ihr gern Graffiti in Hamburg anschaut. Doch ihr solltet nicht zu weit hineingehen! Sofern der Tunnel nicht wegen Bauarbeiten für den Straßenverkehr gesperrt ist, lauft ihr sonst nämlich Unfallgefahr. Da der Bus hier nur alle 20 Minuten fährt, könnt ihr aber einen schnellen Blick riskieren. Auf der Ecke findet ihr eine Kunstgalerie, wo sich ein Blick ins Schaufenster lohnt.

Die Veddeler Brückenstraße führt euch vorbei an einigen kleinen Läden. Beim Bäcker Scotland Jards solltet ihr euch unbedingt einen Snack holen – sofern er geöffnet hat. Denn der echte Earlybird öffnet bereits um 4 Uhr am Morgen, zieht dafür aber auch um 14 Uhr die Rollläden wieder runter. Für den größeren Appetit empfiehlt sich die Pizzeria Piccola ein paar Meter weiter.

Tunnel Veddel
@haenvomdeich

Über viele Brücken müsst ihr gehen ...

... schließlich befindet ihr euch auf einer Insel! Über die Wilhelmsburger Brücke gelangt ihr zum Ballinpark, in dem sich auch das Auswanderermuseum BallinStadt befindet. Auch wenn ihr nicht hineingeht, sind die rekonstruierten historischen Hallen einen Besuch wert. Vom Park aus blickt ihr zurück auf die Siedlung und den IBA-Dock. Sollten euch eure Füße nicht mehr tragen wollen, habt ihr jetzt die Gelegenheit, an der Station Veddel in die S-Bahn zu steigen.

Veddel BallinStadt
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Wir sind aber noch nicht müde und setzen unseren Weg fort – denn jetzt beginnt der besonders schöne Teil! Für einen Deichspaziergang müsst ihr nämlich nicht an die Landesküste fahren. Vom Deich, der die Harburger Chaussee entlang verläuft, habt ihr die ganze Stadt im Blick: Elphi, Tanzende Türme, Michel, Telemichel, Köhlbrandbrücke – ja, alles noch da, wo es hingehört. Und Kräne en masse. Hamburg eben. Dazu glitzerndes Wasser und Hausboote. Falls ihr mittlerweile Durst bekommen habt, holt euch fix eine Erfrischung beim Kiosk. Und dann einfach nur gehen und genießen und vom eigenen Hausboot träumen. Kann einem schon mal ein Tränchen in die Augen treiben, besonders bei Sonnenuntergang. Also, haben wir gehört.

Deich Veddel Sonnenuntergang
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Die Fahrt in den Sonnenuntergang

Doch selbst der hartgesottenste aller Hafenromantiker dürfte kurz die Fassung verlieren, wenn sich die Sonne am Fähranleger Ernst-August-Schleuse lodernd in der Elbe versenkt. Das ist zugegeben eher im Sommer der Fall, aber auch in der kalten Jahreszeit hat dieser Ort seine eigene Magie. Zumindest, wenn man auf Brücken, Bötchen und Wasser steht. Kennt ihr, oder? Hier, im Treffpunkt von Veddelkanal, Spreehafen und Ernst-August-Kanal, ist das Ziel erreicht, von dem aus ihr mit der Fähre 73 rüber aufs Festland schippert. Achtung: Die Fähre legt nur wochentags ab. Diese Tour hat euch einmal um den Kleinen Grasbrook geführt – den Stadtteil nehmt ihr euch bei nächster Gelegenheit vor.

Fähre Wilhelmsburg
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Wenn ihr zügig geht, reichen anderthalb Stunden aus. Bleibt ihr – wie wir – gern mal zum Fotografieren stehen oder nehmt die Orte genauer unter die Lupe, solltet ihr eher zwei bis zweieinhalb Stunden einplanen. Genau richtig für einen entspannten Nachmittag oder nach dem späten Frühstück am Wochenende. Im Anschluss werdet ihr euch auf Kaffee und Kuchen freuen! Falls ihr noch nicht nach Hause schippern mögt, sondern lieber noch eine Runde durchs Reiherstiegviertel (links vom Deich) spaziert, bekommt ihr leckere Naschereien to go in einem der dortigen Cafés. Wir empfehlen die Kaffeeliebe am Veringkanal oder das Seu Café.

Hausboot Hamburg Veddel
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Klein, aber oho! Die Geschichte des unterschätzten Stadtteils

Veddel gehört ganz klar zu Hamburgs unterschätzten Stadtteilen. Ihr wollt mehr über die Geschichte des Underdogs wissen? Dann lest euch schlau, warum Veddel eigentlich Veddel heißt und erfahrt allerlei zusätzliche historische Funfacts.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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