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Park am Weiher in Eimsbüttel
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Eimsbüttel

kiekmo Stadtteilspaziergang Eimsbüttel: Verliebt euch nochmal!

Bewegung an der frischen Luft in allen Ehren, aber mittlerweile wirds langweilig im eigenen Stadtteil? Da helfen wir: In unserer Serie nehmen euch unsere Redakteurinnen mit durch ihre Viertel.


Kurze Strecke | Distanz: rund 3 Kilometer | Zeit: 30 bis 45 Minuten | Highlights: nicht ohne mein Franzbrötchen, Entdeckungen am Isebekkanal

Die kurze Variante unser Eimsbüttel-Tour führt euch immer am Wasser entlang und zeigt euch Orte und Details, die euch bisher vielleicht noch gar nicht aufgefallen sind. Los gehts!

Naturidyll und Franzbrötchen-Tankstation

Wir starten im berühmt-berüchtigten Scheideweg, der die Stadtteile Eimsbüttel und Hoheluft-West voneinander trennt. Von hier steuern wir als erstes Eimsbüttels wohl beliebtesten Park an: den Park am Weiher. Den Rundweg um den kleinen Weiher nutzen viele in der Gegend, um raus- und runterzukommen. Tipp: Wenn ihr den Weg auf der Seite Unnastraße hinter euch gelassen habt, macht doch einen kurzen Abstecher zur Kleinen Konditorei in der Lutterothstraße. Wenn ihr hier nicht gerade in den Morgenstunden aufkreuzt, müsst ihr meist auch nicht allzu lang an einer von Hamburgs nervigsten Warteschlangen anstehen, um an euer Franzbrötchen zu kommen. Damit gewappnet läuft es sich direkt viel leichtfüßiger. Ergibt vielleicht keinen Sinn, stimmt aber. 

Park am Weiher in Eimsbüttel
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Der Isebekkanal hält einige Überraschungen für euch bereit

Danach schließt ihr die Weiher-Runde auf der anderen Seite ab, überquert die Gärtnerstraße und folgt der Goebenstraße, bis ihr den Lauf des Isebekkanals erreicht. Überquert die kleine Brücke und schlendert nun gemächlich – den Kanal zu eurer Rechten – Richtung Christuskirche. Vielleicht erspäht ihr ein Eichhörnchen im Ästegeflecht der kahlen Bäumen. Und wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr einige Teller der Künstlerin Frau Jule entdecken. Ihre aufmunternden und kraftgebenden Botschaften – geschrieben auf Tellern aller Couleur – sind nicht nur in Eimsbüttel, sondern auch in Altona, St. Pauli und in der Schanze zu finden.

Streetart am Isebekkanal
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Das schwimmende rote Haus

Als nächstes passiert ihr das Kaifu-Freibad, vor dem sich im Sommer immer eine lange Schlange bildet, und erreicht schließlich die Christuskirche und das Ende des Isebekkanals. Bevor es auf der anderen Seite weitergeht, genießt nochmal den Blick aufs Wasser. Von hier aus könnt ihr das rote Haus gut sehen, das auf einem Ponton gebaut, halb von den Bäumen am Ufer verdeckt, etwas Geheimnisvolles ausstrahlt. Wie es wohl wäre, dort zu wohnen und im Sommer abends ein Bierchen auf der Terrasse oder dem Balkon zu genießen? Mhmmm...

Rotes Haus auf dem Isebekkanal
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Eimsbüttel gut, alles gut

Aber genug geträumt! Weiter geht es über die Bismarckstraße. Linkerhand tun sich nun hübsche Altbauten mit verschiedenfarbigen Fassaden und feinem Stuck auf, rechterhand begleitet euch der Kanal wieder zurück zu eurem Ausgangspunkt. Während ihr den Weg entlangschlendert, wird euch wieder klar, wie glücklich ihr sein könnt, in dieser wundervollen Stadt wohnen zu dürfen.

Altbauten in der Bismarckstraße Eimsbüttel
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Eimsbüttel mal anders

Lange Strecke | Distanz: rund 5,5 Kilometer | Zeit: 60 Minuten  | Highlights: Ein Ghetto, das jetzt keins mehr ist, Kleingarten- und Industrie-Romantik 

Ihr habt noch nicht genug? Na dann stürzt euch mit uns in dieses Spaziergang-Abenteuer, bei dem wir euch neben den klassisch schönen Seiten, die ruhigen und etwas raueren Facetten des Viertels zeigen, die von der Zeit zeugen, als Eimsbüttel noch ein Ghetto war. Strenggenommen überschreiten wir dabei die Stadtteilgrenze und befinden uns teilweise schon in Lokstedt. Aber wie wir alle wissen, ist Eimsbüttel nicht nur ein Stadtteil, sondern auch ein Bezirk und der umfasst natürlich ein viel größeres Gebiet. Genug gesabbelt. Jetzt wird spaziert!

Vom Park am Weiher ins ehemalige Ghetto

Die zweite Route führt euch genau wie die erste durch den Park am Weiher, dann aber über Lutterothstraße, Schwenckestraße und Eidelstedter Weg nach Lokstedt. Biegt nun rechts in die Julius-Vosseler-Straße und geht bis zur Lenzsiedlung. Hier siehts so ganz anders aus als im Rest von Eimsbüttel. Schmucklose Hochhäuser bestimmen das Bild. Anfangs, in den 1970er- und 1980er-Jahren, wurde die Siedlung mit ihren modernen Bauten gefeiert, in den 1990er-Jahren verkam sie jedoch zum Brennpunkt. Kleinkriminalität war an der Tagesordnung. Das ist aber längst Vergangenheit. Durch viel soziales Engagement avancierte die Lenzsiedlung in den letzten Jahren mehr und mehr zum Vorzeigequartier. Es gibt viel Grün, Spielplätze, Bolzplätze und Werkstätten. Hinter dem Bürgerhaus der Lenzsiedlung fällt uns ein verlorener, bunt bemalter Wagon auf. Was es damit auf sich hat, wissen wir nicht, aber weil er so hübsch dastand vor dem Hintergrund der untergehenden Sonne, haben wir ihn mal abgelichtet. Schön, oder?

bunter Container in der Lenzsiedlung in Eimsbüttel
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Ab in die Schrebergärten

Ihr folgt also dem Weg hinter dem Bürgerhaus und findet euch nach einer Links-Rechts-Kombination auf einmal in einer Art kleinem Industrieviertel wieder. Keine Menschenseele zu sehen, dafür aber einige Firmen, unter anderem die Eimsbütteler Nachrichten – gut erkennbar an dem schwarzen Emu-Kopf (Emu? Warum eigentlich ein Emu?). Noch eine Links-Rechts-Kombi und – zack – steht ihr zwischen lauschigen Schrebergärten. In dem Labyrinth aus schmalen Wegen umherlaufen und mal hier, mal da einen Blick in fremde Gärten werfen – Kleingärten haben irgendwie eine beruhigende Wirkung. Spannend hier: Die Gartenoasen befinden sich direkt neben großen, wuchtigen Fabrikgebäuden. Die gehören übrigens zu Beiersdorf. Das gilt auch für einen Teil der Kleingartenfläche, die der Konzern 2018 trotz Widerstand aufgekauft hat. Allerdings müssen die Parzellen nicht sofort weichen. Ein bisschen weniger als 20 Jahre dürfen sie noch bleiben.

Schrebergarten Eimsbüttel im Winter
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Wir folgen dem Weg, bis es nicht mehr geht, biegen dann rechts ab in die Troplowitzstraße, als nächstes links in die Wrangelstraße. Am Eppendorfer Weg wechseln wir auf die Moltkestraße und folgen dieser bis runter zu unserem alten Freund, dem Isebekkanal. Das letzte Stück führt uns also wieder am Wasser entlang, bis wir gefüllt mir frischer Luft, Vitamin D und Eimsbüttel-Liebe wieder im Scheideweg ankommen. Scheide – hihi.

Auch diese Spaziergänge durch Hamburg lohnen sich

Wenn ihr noch mehr Inspiration braucht, probiert doch mal einen dieser Spaziergänge durch Hamburg aus. Dabei lernt ihr eure Heimat von ihren schönsten Seiten kennen – und davon gibts eine ganze Menge!

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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