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Volksparkstadion Hamburg
Unsplash / Waldemar Brandt
Hamburg

Finanzspritze für den HSV: Hamburg kauft Grundstück des Volksparkstadions

Am vergangenen Mittwoch schlossen Stadt und Verein die Absichtserklärung, den "Letter of Intent". Damit steht fest: Das Stadiongrundstück geht in Hamburger Besitz über. Was es damit auf sich hat, lest ihr bei kiekmo.


Alle Fans, denen das Fußballherz jetzt unter die Stutzenstrümpfe gerutscht ist, können sich jetzt wieder beruhigen: Der Verkauf betrifft "nur" das rund 76.000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem das Volksparkstadion steht. Die heiligen Hallen selbst bleiben im Besitz des Hamburger SV. Der Club erhält außerdem das Erbbaurecht bis 2087 – das Jahr, in dem der Verein 200 Jahre alt wird – inklusive möglicher Verlängerung bis 2117. Der jährliche Erbbauzins, den der HSV dafür aufbringen muss, beträgt 1,8 Prozent, also stolze 423.000 Euro.

Ein versteckter Rettungsschirm der Stadt?

Nein. Frank Wettsein, Finanzvorstand der HSV Fußball AG, betont im Hamburg Journal, dass es sich um ein "Geschäft mit Gegenleistung" und nicht etwa um einen finanziellen Schutzschirm für den angeschlagenen HSV handelt. Auch Finanzsenator Andreas Dressel spricht von wirtschaftlicher Kalkulation statt Emotion – wohlwissend, dass die Thematik nicht wenigen Hamburgern Herzklopfen verursacht. Die kommende Saison sei auch ohne die Finanzspritze nicht gefährdet. Das "Ewigkeitsversprechen" soll aber als Standortsicherheit dienen und ist vielmehr eine Umstrukturierung der bestehenden Eigentumsverhältnisse. Da niemand weiß, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt, wirkt der Club so frühzeitig einer etwaigen Pleite entgegen. Die Erklärung bestimmt den Ausschluss zusätzlicher monetärer Ansprüche des HSV an die Stadt.

Kaufsumme wird dringend benötigt

23,5 Millionen Euro spült der Verkauf des Stadiongrundstücks noch bis Ende 2020 in die Vereinskasse des HSV. Der darf kurz aufatmen. Denn die Summe ermöglicht neben einer Milderung der finanziellen Schäden durch die Corona-Pandemie auch die Modernisierungen, die nicht nur mit Blick auf die Fußball-Europameisterschaft 2024 nötig sind. Sportsenator Andy Grote wünscht sich ein modernes und attraktives Volksparkstadion, in dem sich Spieler und Zuschauer gleichermaßen wohlfühlen können. Dafür werden 20 bis 30 Millionen Euro fällig. Den Teil, den die Uefa nicht übernimmt, muss der HSV aus eigener Tasche berappen. Im Detail geht es um Flutlicht, Beschallung, das Stadiondach sowie die Sanitär- und Serverräume. Durch die neue 20-Prozent-Regelung, die jetzt in den sechswöchigen Testbetrieb geht, hofft der Zweitligist auf erhöhte Einnahmen aus Ticketverkäufen – immerhin sind nun wieder mehr als 11.000 Zuschauer erlaubt.

Hamburg und der HSV

Das eine geht ohne das andere nicht – meinen die, die die Raute im Herzen tragen. Und eventuell nicht nur dort – schaut mal hier: 10 skurrile Fan-Artikel des HSV. Wir hätten da aber auch noch ein paar Gedanken, die ihr als Nicht-Fußballfan habt, wenn der HSV spielt.

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