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Bernadette Grimmenstein / Bäderland Hamburg
Eimsbüttel

Das Kaifu-Bad: Wo die Zeit (fast) stehen geblieben ist

Habt ihr auch als Kind jeden freien Sommertag im Kaifu-Bad verbracht? Dann geht doch mal wieder hin, denn das ist wie eine Zeitreise. Rund um den kultigen Sprungturm des Freibads erinnert vieles an früher.


Klar, Veränderung gehört zum Leben. Modern ist prima. Es hat aber auch was, mitten in unserer Stadt mal Orte zu entdecken, an denen die Zeit irgendwie stehen geblieben zu sein scheint. Wie im Kaifu-Bad. Dem Freibad wohlgemerkt. Mit seinem Sprungturm, von dem wir uns schon vor Jahrzehnten als Kind stürzten. Mit den beiden großen Becken, zerteilt von dem Durchgang. Darauf die Startblöcke. Am Ende der kleine Wachturm. Seit Jahrzehnten ist das so. Generation haben hier das Schwimmen gelernt, Mädchen vom Beckenrand geschubst und auf den Liegewiesen getollt. Ein Besuch im vielleicht beliebtesten Freibad Hamburgs. Und eine Zeitreise.

Das Kaifu-Bad war bereits startklar für Olympia

Gut, den alten Haupteingang an der Bundesstraße sucht ihr vergeblich. Den gibt es nicht mehr. Auch der alte Umkleidetrakt, in dem wir in den 80ern Tischtennis spielten, ist verschwunden. Aber die hölzernen Aufbauten, die sich am 50-Meter-Wettkampfbecken entlang ziehen, sie sind noch immer da. Davor die treppenartigen Liegewiesen, von denen der Blick auch heute noch weit übers Gelände schweift. Rüber zum zehn Meter hohen Turm, der manch Mutprobe sah und sieht. Der spielte übrigens mal eine nicht ganz unwichtige Rolle bei der gescheiterten Hamburger Olympiabewerbung. Denn wäre es zu Wettkämpfen in der Hansestadt gekommen, hätten sich sich die Turmspringer hier auf ihre olympischen Auftritte vorbereiten sollen.

Eimsbüttler retten 2002 das Kaifu-Bad

2002, auch das gehört zur Historie des Bads, wäre ein Teil der großen Liegewiesen fast verloren gegangen. Dort sollte in Regie der Kirche ein Bürohaus entstehen. Doch dieser Plan scheiterte am massiven Protest von Anwohnern, der die Politik überzeugte, Nein zusagen. Die Planer hatten ihre Rechnung ohne die Eimsbüttler gemacht. Die liebten und lieben ihr Kult-Freibad, das seinen Namen Kaifu vom nahen Kaiser-Friedrich-Ufer am Isebekkanal hat.

Kaifu-Sole eröffnet 2016 nach umfangreicher Sanierung

Das Kaifu-Bad ist das älteste Bad auf Hamburger Stadtgebiet. Es wurde 1985 als Stadtbad Hohe Weide fertiggestellt und 1906 erweitert. Lange Geschichte, doch im Kaifu riecht es nicht nur nach gestern. Erst vor vier Jahren investierte Betreiber Bäderland knapp neun Millionen Euro in den Standort. Fürs Geld wurde eine 120 Jahre alte Halle entkernt, saniert und umgestaltet. Seitdem gibt es an der Hohe Weide außer einer Saunalandschaft auch noch ein Solebad. Das neue Becken hat eine Ausdehnung von 17 mal elf Metern. Die Wassertemperatur liegt bei 32 Grad, der Salzgehalt bei sechs Prozent.

Im Sommer macht die Kaifu-Sole Pause

Wenn die Temperaturen steigen, ist eher Baden unter freiem Himmel angesagt. Die Sole macht ohnehin bis Ende August Sommerpause. Mal schauen, ob die Freiluft-Saison wieder so durch die Decke geht wie im Mega-Sommer 2018. Da drehte das Kaifu Mitte September sogar noch eine Extrarunde und öffnete erneut für einige Tage die Tore.

Draußen schwimmen könnt ihr nicht nur im Kaifu-Bad

Draußen schwimmen können Hamburger übrigens das ganze Jahr. Gleich mehrere Bäderland-Bäder verfügen über ein beheiztes Freibad in Hamburg. Neben dem Bille-Bad, dem Festland, dem Holthusenbad, dem MidSommerland und dem Parkbad hat auch das Kaifu ein stets warmes Becken. Das ist allerdings kleiner. Ohne kultigen Sprungturm. Und Mutproben.
Infos: Kaifu-Bad, Hohe Weide 15, 20259 Hamburg

Wie wäre es alternativ mit einem Ausflug zu einem Badesee in Hamburg?

Nicht nur imKaifu kann man sich bei diesen Temperaturen ganz wunderbar abkühlen: Kennt ihr schon diese Badeseen in Hamburg ? Und bevor wir es vergessen: In die Vergangenheit reisen wir doch alle gern mal. Wir nehmen euch mit auf eine Zeitreise ins Eimsbüttel der 1980er Jahre.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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