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Schule
Unsplash / Matt Ragland
Hamburg

Zukunftsweisend: Das bieten Hamburgs beliebteste Schulen

Außergewöhnliche Profile in der Oberstufe, Fächer und AGs, besonders gute Betreuung oder sonstige Unterstützung – was macht Hamburgs beliebteste weiterführende Schulen eigentlich so populär?


Geht es für Schulkinder in die Sekundarstufe, wird die Bildungseinrichtung nicht unbedingt nach ihrer Nähe zum Wohnort gewählt. Die Wahl der weiterführenden Schule ist ein wichtiges Unterfangen – schließlich kann hier bereits der Grundstein für die Zukunft des Kindes gelegt werden. Wir haben fünf der Gymnasien und Stadtteilschulen, die 2021 zu den beliebtesten Schulen Hamburgs zählen, unter die Lupe genommen und auf ihre überzeugenden Argumente überprüft.

Bock auf Schule: Am Gymnasium Ohmoor lernt sich's tierisch gut

Das Gymnasium in Niendorf-Nord ist mit rund 1.300 Schulkindern eines der größten der Stadt und taucht immer wieder im Ranking der beliebtesten Schulen Hamburgs auf. Kein Wunder, denn das Gymnasium ist mehrfach ausgezeichnet und besticht mit einem vielfältigen und besonders offenem (Ganztags-)Konzept, das die Persönlichkeitsentwicklung in den Vordergrund rückt. Hier wissen die Lehrkräfte, dass neben Fachkompetenz viele andere Fähigkeiten für den zukünftigen Alltag wichtig sind. In Konfliktsituationen steht ein Team aus Beratungslehrenden, Pädagogin und Psychologin sowohl den Kindern als auch dem Lehrkörper zur Seite.

Psychologie ist hier übrigens auch ein Schulfach – genauso wie Informatik. Dazu werden einige Fächer bilingual (Englisch) angeboten. Durch Kooperation mit dem Gymnasium Bondenwald steht in der Oberstufe eine große Bandbreite an Profilen von "Fertig zum Abheben" über "Verantwortliches Handeln" bis zum "Kulturellen Leben" zur Auswahl. Daneben gibts viele Projekte: Seit 1990 etwa veröffentlicht das Gymnasium Ohmoor eine jährliche Studie zur Mietentwicklung in Hamburg, es gibt eine Schulwetterstation zur Klimabeobachtung, eine eigene Musikschule, Nachhaltigkeitsmaßnahmen sowie Teilnahme bei "Jugend forscht".

Zugegeben, das – beziehungsweise die – Schulgebäude machen äußerlich nicht groß was her. Kommt ja aber auch auf die inneren Werte an. Und als ehemalige Ohmoorianerin kann die Autorin dieses Textes nur sagen: Wundert euch nicht über das Ziegengehege im Eingangsbereich. Das soll so. Die Ohmoorziegen sind seit 2007 auf dem Schulhof beheimatet. Während die höheren Jahrgänge im Nachmittagsunterricht büffeln, führen die Mitglieder der Ziegen-AG (Klassen 5 und 6) Olaf und Else am Fenster vorbei Gassi – am Ohmoor ganz normal. Neben Mathe, Englisch und Co. lernen die Lütten so auch Verantwortung und Tierbetreuung.

Infos: Gymnasium Ohmoor, Sachsenweg 76, 22455 Hamburg

Hogwarts in Hamburg: Lessing-Stadtteilschule Wilstorf

Im Sinne des namensgebenden Dichters hat sich die Lessing-Stadtteilschule der Toleranz verschrieben. Das soziale Wertegefüge aus Wertschätzung, Hilfsbereitschaft, Transparenz und Angstfreiheit soll den Rahmen für einen harmonischen Lernalltag bilden. Um dies zu gewährleisten, werden die Schüler in die Unterrichtsgestaltung integriert und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Zudem werden selbstständiges Lernen in entsprechenden Zeitblöcken trainiert, interkulturelles Miteinander vermittelt und Wege ins Berufsleben aufgezeigt. Ein (sonder-)pädagogisches Team ist in Konfliktsituationen zur Stelle. Wer sich für die Schulgemeinschaft engagiert, sammelt Punkte fürs Haus – und jenes mit den meisten Punkten gewinnt. Kommt euch bekannt vor?

Was steht noch auf dem Lehrplan? Pflege magischer Geschöpfe? Fast. Denn es gibt einen Schulzoo. Ja, ganz richtig gelesen. Die AG kümmert sich um Schlangen, Echsen, Fische, Frösche, Insekten und Co. Dadurch wird nicht nur der Umgang mit Tieren erlernt – sie kommen auch im Biologieunterricht veranschaulichend zum Einsatz. Naturnahes Lernen und Sensibilisierung zur Nachhaltigkeit ermöglicht auch der Schulgarten mit Hühnern, Gewächshaus und Beeten. Schulhunde runden das tierpädagogische Konzept ab. Hervorzuheben ist außerdem die kreative Ausrichtung der Lessing-Stadtteilschule. In Fächern wie Videoschnitt erwerben die Heranwachsenden künstlerisch-technische Kenntnisse, die nicht jede Schule vermittelt. Musik- und Theaterkurse bringen die Kids auf die Bühne.

Und die Oberstufe? Hier haben die Schüler die Qual der Wahl. Die Fächer werden auf besondere Art und Weise zu spannenden Profilen namens "Planet Erde" (Geografie und Biologie), "Glaube und Wirklichkeit" (Religion und PGW), "Kultur im Wandel der Zeit" (Kunst und Geschichte) oder "So tickt der Mensch" (Biologie und Psychologie) verknüpft.

Infos: Lessing-Stadtteilschule Wilstorf, Hanhoopsfeld 21, 21079 Hamburg

Tradition trifft Moderne: Gymnasium ALLEE

Als eine der ältesten Schulen in Hamburg – Gründungsjahr 1876 – hat das Gymnasium ALLEE in Altona schon viele Kinder und junge Erwachsene auf dem Weg in die (berufliche) Zukunft begleitet. Schließlich unterrichten die Lehrkräfte hier über 1.000 Schüler. Unter anderem lernte hier auch der deutsch-türkische Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent Fatih Akin. Was wohl auf seinem Stundenplan stand? Wir stellen uns vor, dass er nicht selten in der schuleigenen Galerie aufzufinden war.

In ihrer Tradition ist diese Hamburger Schule alles andere als verstaubt. Unter dem historischen, denkmalgeschützten Dach verfolgt sie ein modernes Konzept und ist mehrfach für ihre ökologischen sowie integrativen Tätigkeiten ausgezeichnet. Teamgeist sowie selbstorganisierter respektvoller, offener, demokratischer Austausch zwischen Schülern und Lehrern für eine harmonische Atmosphäre werden am Gymnasium ALLEE großgeschrieben. Ein Beratungsteam gibt es auch an dieser Bildungsstätte. Auch in Sachen Digitalisierung erzieht die Schule die Heranwachsenden – sowohl in der Anwendung als auch in der Kritik im Umgang mit digitalen Tools und Medien. Besonders: das Fach "Engagement", in dem diese Werte in Verbindung mit PGW, Kunst, Geo, Bio und Chemie weiter gelernt und gelebt werden. In diesen Rahmen engagieren sich die Schüler aktiv in Projekten im Stadtteil.

Nach dem Unterricht nach Stundenplan können sich die Schüler im Ganztagsprogramm des Gymnasiums in AGs engagieren, zusätzliche Kurse von Chor bis Robotik belegen, Sport treiben oder einfach Hausaufgaben erledigen. Neben den gängigen Fächern gibts Psychologie, Theater, Philosophie, Spanisch und Informatik, die in der Oberstufe zu außergewöhnlichen Profilen mit klarem Fokus auf aktuelle Themen und hier und da sehr künstlerisch kombiniert werden.

Infos: Gymnasium ALLEE, Max-Brauer-Allee 83-85, 22765 Hamburg

Flexibles und individuelles Lernen: Gyula Trebitsch Schule Tonndorf

Die Gyula Trebitsch Schule – benannt nach dem Filmproduzenten und Gründer des Studio Hamburg – am Wandsewanderweg verzeichnet 2021 wiederholt die höchsten Anmeldezahlen unter den Stadtteilschulen. Obs daran liegt, dass die Stadtteilschule in mehreren Bereichen ausgezeichnet ist? Falls ihr und euer Kind noch nicht sicher seid, welche Schulform die richtige ist – probierts doch einfach aus! In Tonndorf ist das möglich, denn die Gyula-Trebitsch-Schule ist eine Stadtteilschule mit gymnasialem Zweig. Erst nach der siebten Klasse wird entschieden, welcher Weg zum Abschluss eingeschlagen wird. So werden die Schüler noch individueller gefördert und gefordert. Auf 1.400 Lernende kommt ein Lehrkörper von 125 Personen, der nicht nur fachliches Wissen, sondern auch soziale und moralische Werte vermittelt. Aus Kindern sollen auf diese Weise selbstständige, weltoffene und kritische Persönlichkeiten heranwachsen.

Das Abitur kann demnach an der Gyula Trebitsch Schule entweder nach zwölf (gymnasialer Zweig) oder nach 13 Jahren abgelegt werden. Kooperationen mit umliegenden Gymnasien und Schulen ermöglichen den jungen Erwachsenen eine große Profilauswahl. Die Gyula Trebitsch Schule Tonndorf selbst bietet vier an der Zahl: "Höher, schneller weiter" mit Biologie, Sport und Geschichte, "Es gibt nur eine Erde!" mit Chemie, Geo und Bio, "Kommunikationswelt – Weltkommunikation" mit PGW, Informatik und Wirtschaft sowie "Die Welt ist eine Bühne!" mit Geschichte, Theater und Kunst. Ist euer Kind also vor allem naturwissenschaftlich und/oder gesellschaftlich interessiert, ist es hier in der Oberstufe richtig.

Doch bereits vorher arbeitet die Schule nach dem Profilkonzept. Super, um Stärken und Interessen der Kinder schon früh zu vertiefen und daraus Wege in die Zukunft abzuleiten. Ab der fünften Klasse können sie im bilingualen Profil (zusätzlicher Englischunterricht sowie Sachfächer in englischer Sprache), dem Tanz-, Musik- oder Theaterprofil erste Schwerpunkte setzen. Ab der siebten Klasse haben sie zusätzlich die Wahl aus dem naturwissenschaftlichen, dem Medien- und dem Kunstprofil. Immer wird praxisnah mit Kooperationspartnern gelernt. Klickt euch am besten selbst mal rein und prüft, ob eines der Profile passt!

Infos: Gyula Trebitsch Schule Tonndorf, Barenkrug 16, 22159 Hamburg

Ästhetische Erziehung trifft Naturwissenschaften: Gymnasium Meiendorf

Auch das Gymnasium Meiendorf, genannt Gymei, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Es ist übrigens eine der Schulen, mit der die Gyula Trebitsch Schule kooperiert. Hier sind ein musischer und ein naturwissenschaftlicher Schwerpunkt gesetzt, die Sprachbildung kommt natürlich trotzdem nicht zu kurz und wird sogar durch einen bilingualen Zweig vertieft. Bereits ab der fünften Klasse organisiert das Gymei den Unterricht in Doppelstunden, die eine intensive Arbeit auf den jeweiligen Themen ermöglichen. In Einzelstunden wird das selbstständige Lernen gefördert.

Durch den gesetzten Fokus stehen Fächer wie Bildende Kunst, Journalismus/Kreatives Schreiben, Film, Präsentieren und Kommunizieren und Naturwissenschaftliches Experimentieren auf dem Plan. Ziemlich cool: die Verknüpfung von Kunst und Biologie in einem Fotografie-Kurs. Das Angebot wird durch eine Vielzahl von AGs ergänzt, sei es Band, Event und Technik, Garten, Nähen, Leseclub, Sport, ... In der Oberstufe wird das in Profile übersetzt – zum Beispiel "Mensch macht Kunst", "International Relations" oder "Was die Welt zusammenhält".

Infos: Gymnasium Meiendorf, Schierenberg 60, 22145 Hamburg

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