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Lemonaid
Lemonaid
Hamburg

Hamburgs gesunde Limo: Der kuriose Fall Lemonaid

Achtung, unterzuckert! Seit mehreren Jahren schlägt sich Lemonaid mit dem Verbraucherschutz herum. Worum es in dem Streit eigentlich geht? kiekmo klärt auf.


Dass Limonade als zuckerhaltiges Erfrischungsgetränk nicht das Gesündeste ist, was wir zu uns nehmen könnten, sollte allgemein bekannt sein. Eine jedoch befindet sich im Rechtsstreit, weil sie – ja, was eigentlich? Zu wenig ungesund ist? Die Rede ist von Hamburgs sozialer und nachhaltiger Bio-Limo – als solche darf sie ganz legal bezeichnet werden – Lemonaid. Dabei klingen natürliche, biologische und fair angebaute Zutaten (Fruchtsaft und Wasser) sowie der Verzicht auf Zusatzstoffe in unseren Ohren erstmal wünschenswert. Was ist denn nun dran? Oder drin? Oder viel eher: nicht drin.

Achtung, wenig Zucker!

Im Ernst jetzt? Das haben sicherlich einige von euch beim letzten Supermarktbesuch vorm Limo-Regal gedacht. Mit einem großen Aufkleber warnt Lemonaid nämlich auf 30.000 der Mehrweg-Glasflaschen "von Amts wegen" vor dem geringen Zuckerinhalt des Süßgetränks in den Geschmacksrichtungen Maracuja, Ingwer, Limette und Blutorange. Genaueres verrät ein Scan des QR-Codes.

Die Sticker – ähnlich denen, die wir von Zigarettenschachteln kennen – sind eine Protestaktion des Herstellers gegen die Pläne der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission (DLBK) – die eben genau solch eine Kennzeichnung verordnen will. Für Lemonaid-Mitgründer Felix Langguth im ZEIT-Interview reiner "Behördenirrsinn", der nicht nur die Kundschaft verwirre, sondern auch die Vernichtung aller bisher genutzten Flaschen zur Folge hätte. Diese tragen nämlich kein Etikett, sondern sind nachhaltiger mit Keramikdruck versehen.

Schon mal was von Limo-Leitsätzen gehört?

Wir bisher auch nicht. Die Limo-Leitsätze – ja, die gibts wirklich – der DLBK legen Folgendes fest: Getränke, die als "Limonade" gelten, "weisen einen Gesamtzuckergehalt von mindestens 7 Gewichtsprozent auf" – also sieben Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Lemonaid liegt mit 5,5 Gramm aber darunter. Im Herbst 2020 drohte deshalb sogar die Verbannung vom Markt. Ein erster Erfolg im Rechtsstreit: Das Getränk aus Hamburg darf seine Maracuja-Limo weiter als solche verkaufen. Die Lemonaid-Community fragt sich seitdem: Sollten aus Sicht des Verbraucherschutzes nicht eigentlich eher besonders ungesunde Konsumgüter und Lebensmittel – wie es eben bei Zigaretten der Fall ist – als solche kenntlich gemacht werden, um Zahnweh und Zuckerschock zu vermeiden? Eine Obergrenze für den Zuckergehalt gibts nämlich nicht.

Nun bleibt abzuwarten, wie die DLBK entscheidet. Lemonaid will sich mit vielen Unterstützenden weiterhin für die Abschaffung oder wenigstens eine Reduzierung des vorgeschriebenen Zuckergehalts in Fertiglebensmitteln und Getränken einsetzen.

Die aktuelle Sticker-Aktion ist übrigens nicht die erste Protest-Kampagne seitens Lemonaid. Im Herbst 2020 hatte das Unternehmen die Bundesministerin für Ernährung, Julia Klöckner (CDU), als Zuckerstatue vor dem Ministerium aufgestellt. Öffentlichkeitswirksam dürfte das allemal gewesen sein.

Limonade aus Hamburg

fritz kennen wir alle, Lemonaid spätestens jetzt auch. Unsere Stadt hat aber noch mehr süße Erfrischung auf Lager. Welche dieser Limos aus Hamburg habt ihr schon probiert?

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