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Hähnchenspieße von Kim's Kitchen
kiekmo
Eimsbüttel

Dieses laotische Bistro ist einzigartig: "Kim's Kitchen"

Sirany Schümann
Sirany Schümann

Dieses Mal haben wir einen ganz besonderen Tipp für euch. Kim's Kitchen ist nicht nur das einzige laotische Bistro Hamburgs, sondern ist auch was Atmosphäre, Essen und Herzlichkeit angeht, einmalig. Viel Liebe dafür!

In der letzten Zeit haben wir uns viel in hippen asiatischen Restaurants rumgetrieben, die mit stylischer Einrichtung, veganen Tapas oder Fusionsküche glänzen. Erfrischend anders geht es in Kim's Kitchen zu. Oder sollten wir statt Küche lieber Kim's Wohnzimmer sagen? Denn in das winzige Bistro, das ihr seit Mai 2021 im Stellinger Weg findet, passen gerade einmal drei Tische und einige Sitzgelegenheiten, die vielleicht Platz für acht bis zehn Personen bieten. Alles bunt zusammengewürfeltes Interieur, das gleichzeitig als Stauraum dient: Die Tische sind Truhen – ganz schön smart! Wenn es im Innenraum zu voll ist, habt ihr aber auch noch die Möglichkeit, auf die Plätze draußen auszuweichen.

Kim's Kitchen: Essen als Entschleunigung

Wir haben Glück und ergattern einen freien Tisch neben einer größeren Runde. In der intimen Wohnzimmer-Atmosphäre kommt man immer mal wieder automatisch mit seinen Sitznachbarn ins Gespräch. Auch Kim und Amman gesellen sich zwischendurch für einen Schnack oder zum Anstoßen dazu, wenn sie nicht gerade in der Küche schnippeln, kochen, braten oder dämpfen. Die beiden liefern dort eine beeindruckende Two-WoMan-Show ab, die ihr live mitverfolgen könnt, denn der Gastraum ist nur durch einen Tresen abgetrennt.

Laotisches Bistro Kim's Kitchen
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So gut wie alles wird in Kim's Kitchen erst nach der Bestellung frisch zubereitet, sodass ihr Zeit mitbringen solltet, wenn ihr dort essen wollt. Wir haben mit Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch gut drei Stunden dort verbracht – und jede Minute genossen. Denn es ist ein anderes Verhältnis zum Essen, das uns das laotische Bistro und seine herzliche Besitzerin lehren. Es geht nicht darum, die Gäste schnell abzufertigen mit halbherzig zubereiteten Gerichten. Genauso wie es auch nicht darum geht, das Essen hinunterzuschlingen, weil man in Eile ist. "Ich bin doch nicht McDonalds", sagt Kim und lacht. Sie kocht mit Leidenschaft, auf der Speisekarte stehen schließlich nur Gerichte, die sie selbst gerne isst und fantastisch zubereiten kann. Spoiler: Es sind eine ganze Menge!

Kims Spezialität des Hauses: Das laotische Nationalgericht Larb

Bei der Menge an Speisen – diverse Currys, Nudelgerichte, Suppen und Salate – fällt es gar nicht so leicht, eine Auswahl zu treffen. Wir entscheiden uns für einen veganen Glasnudelsalat, Larb – die Spezialität des Hauses und gleichzeitig laotisches Nationalgericht – sowie einen Mango-Reis-Kuchen zum Nachtisch. Außerdem darf Kims hauseigene Erdnussbuttersoße als Dip nicht fehlen: Sie allein ist schon ein Träumchen und schmeckt ganz anders als die Dips, wie wir sonst aus anderen asiatischen Restaurants kennen. Der Geschmack von Erdnuss ist weniger stark ausgeprägt und übermalt nicht alles, dafür kommen feine Nuancen von anderen Gewürzen und Kräutern durch. Auch der Glasnudelsalat ist herrlich würzig und ausgewogen: nicht zu sauer, nicht zu scharf, weder zu trocken noch zu durchtränkt von Soße. Für eine knusprige Überraschung sorgen die Maiskörner, die wir so noch nicht in diesem Gericht kannten.

Glasnudelsalalt Kim's Kitchen
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Scharf bedeutet hier auch scharf

Die wahre Geschmacksexplosion liefert dann aber das Larb. Dabei handelt es sich um einen laotischen Fleischsalat, der mit Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Galgant, Zitronengras, Limette, Fischsoße, laotischen Kräutern und Gewürzen sowie einer ordentlichen Menge an Chilis zubereitet wird. Nicht umsonst warnt die Speisekarte: "sehr scharf". Und wenn ihr Kim nicht vorher darauf hinweist, bereitet sie die Gerichte in der Regel auch originalscharf zu. Endlich ein asiatisches Restaurant in Hamburg, in dem wir richtig spicy und nicht europäisch scharf essen können!

Larb mit Tofu Kim's Kitchen
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Ihr könnt aber nicht nur den Schärfegrad beeinflussen, sondern auch eine von fünf Larb-Varianten wählen: Lachs, Meeresfrüchte, Rind, Huhn oder Tofu. Lasst ihr die Fischsoße weg, ist das Gericht komplett vegan – und entfaltet trotzdem seinen vollen Geschmack: scharf, salzig, würzig und sauer kommen dabei zusammen. Lecker! Mit dem süßen Mango-Reis-Kuchen könnt ihr anschließend die aufgewühlten Geschmacksknospen wieder etwas beruhigen. Dieser wird mit fast schon cremigem Klebreis serviert, der weder zäh noch trocken ist und mit einem leckeren Mangopürree sowie Kokosraspeln getoppt ist. Wir kommen wieder, liebe Kim. Allein schon, weil wir das Essen als Entschleunigung manchmal brauchen – und noch nicht alle Gerichte durchprobiert haben.

Infos: Kim's Kitchen, Stellinger Weg 20, 20255 Hamburg

Mango Reis Kuchen Kim's Kitchen
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