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Eimsbütteler Nachrichten / Alexander Povel
Eimsbüttel

Eimsbüttels Restaurants: Was steckt hinter dem Café Strauss?

Das Café Strauss ist eine Institution in Eimsbüttel. Wenige wissen: Das Restaurant wurde als Gegenentwurf zum umstrittenen Politiker Franz-Josef Strauß gegründet. Seit 2010 gibt’s dort Straußenfleisch.


Der Name "Strauss" ist hier Programm. Die Polster sind mit Straußenleder bezogen, für die Tischlampen wurden Straußeneier umfunktioniert. Zudem beinhalten gut die Hälfte der Gerichte auf der Karte Straußenfleisch. In Hamburg ist das Café Strauss das einzige Restaurant, das sich dem Vogelstrauß verschrieben hat. Zum Frühstück gibt es nach südafrikanischer Art Omelette mit Straußenfiletstreifen oder zum Dinner Straußen-Burger in sechs Variationen.In angenehmer Atmosphäre und gepflegtem Ambiente serviert das Team eine vielfältige Küche, ausgezeichnete Weine und Getränke sowie ein immer größer werdendes Angebot an Bio-Produkten. Einen Besuch, ob am Wochenende oder unter der Woche, ist das auf jeden Fall wert.

Der Name "Strauss"

"Der Name 'Strauss' wurde vor 31 Jahren negativ mit CSU-Politiker Franz-Josef Strauß in Verbindung gebracht", erzählt Restaurantleiterin Alexandra Lübeck. Der damalige Gründer Manuel Bereuther wollte den Namen "reinwaschen" und nannte sein Restaurant "Strauss". Das Straußenlogo sollte zusätzlich vom dem nicht immer unumstrittenen Politiker ablenken. Letzten Endes wäre es aber wohl eine Schnapslaune gewesen, die Bereuther zu dem Namen gebracht hätte, verrät Lübeck. Nachdem der bekannte Hamburger Gastronom Manuel Bereuther vor neun Jahren insolvent ging, musste er seine zwei Läden verkaufen: Das "Bereuther" an der Klosterallee 100 und eben das Café Strauss. Die glanzvollen Zeiten des Szenetreffs "Bereuther", in dem weiland die Prominenz ein und aus ging, waren vorbei. Zwei seiner Mitarbeiter sahen das Potenzial im Strauss und übernahmen das Restaurant. Ihre Rollen behielten sie aber bei: Michael Müller als Controller und Buchhalter, Helmut Geist als Chefkoch.

Ein neuer Anfang

Erst seit sieben Jahren wird hier Straußenfleisch angeboten. Helmut Geist, als gelernter Koch, hatte sich schon immer für das Essen anderer Kulturen interessiert. Dementsprechend viel ist er gereist. Mit Straußenfleisch wollte der 49-Jährige die größer werdende Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln berücksichtigen: Straußenfleisch hat weniger Kalorien und Fett, schmeckt allerdings wie Rindfleisch. Auch werden die Tiere in Südafrika artgerechter gehalten, weil sie zum Beispiel mehr Auslauf haben. Die übrigen Aufgaben übernimmt Michael Müller - das Duo Geist/Müller ist ein eingespieltes Team. Bevor der 58-Jährige in den Läden von Bereuther anfing, arbeitete der als Controller bei der Lufthansa. Den geforderten Umzug nach München wollte er aber nicht mitmachen und entschied sich für eine Karriere in der Gastronomie. Eine Veränderung im Leben schien ihm damals eine gute Sache zu sein.

Vielfalt im Laden

Seit zweieinhalb Jahren ist zudem Alexandra Lübeck als Restaurantleiterin mit an Bord. Weil sie den Gästen noch mehr Vielfalt anbieten wollte, hat sich in dieser Zeit im "Strauss" einiges verändert. Zum Beispiel gibt es mehr Feiern und Sonderveranstaltungen. Im kommenden Winter wird es wieder einen Glühweinstand und eine Eisstockbahn geben, die gemietet werden kann. Und einen Verkaufsstand für Weihnachtsbäume. Dafür hat sie sich stark gemacht.
Infos: Café Strauss, Wiesenstraße 46, 20255 Hamburg

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