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Unsplash / Dominic von Eichel-Streiber
Hamburg

Wie bitte? 10 seltsame Spitznamen für Hamburger Orte

Wir Hamburger sind ganz schön kreativ, wenn es darum geht, Gebäuden einen Spitznamen zu verpassen. Egal, ob gerade erst gebaut oder unter Denkmalschutz stehend – nichts ist uns heilig! Zehn Beispiele.


Elbvieh

Fangen wir simpel an! Der Name Elphi ist wahrscheinlich auch jedem Touristen aus dem tiefsten Bayern mittlerweile ein Begriff. Die Hamburger wollten für die Elbphilharmonie, ihr funkelndes, neues Wahrzeichen, eine liebevolle Abkürzung. Elphi etablierte sich und ließ im ersten Moment auch gar keine bösen Assoziationen zu … bis irgendein Witzbold mal "Elbvieh" aus dem Kosenamen machte und in den Raum warf. Unsere Elphi als ein tierisches Wesen, das sich schwerfällig im Schlamm der Elbe suhlt, während es genüsslich grunzt? Niemals!

Flimmerlolli

Hö, das ist doch der Heinrich-Hertz-Turm aka Telemichel, werdet ihr bei dem Instagram-Bild wahrscheinlich denken. Doch der Fernsehturm hat noch einen weiteren, weniger geläufigen Spitznamen: Flimmerlolli. Das entnehmen wir zumindest dem Buch "Hamburgs Nachtjargon", das der Sprache der alten Kiezer auf St. Pauli nachspürt. Ein wenig erinnert der Telemichel sogar an einen Lolli – und ist für uns so auf jeden Fall kulinarisch ansprechender als der Telespargel, das Berliner Pendant.

Klotzbrocken

Um die Klotzbrocken noch zu sehen, ist es leider zu spät. Der Abriss des Hochhauskomplexes City-Hof am Klosterwall wurde 2020 vollendet. Wo die vier Gebäude standen, ist nur noch eine Brachfläche übrig. Auch die Proteste der vielen Unterstützer und der Denkmalschutz konnten sie am Ende nicht retten. Klar, die City-Hochhäuser waren architektonisch umstritten, davon zeugt ja schon ihr wenig schmeichelhafter Spitzname. Trotzdem trauern wir dem Gebäude-Ensemble, das auch viel (Sub-)Kultur und urbanen Spirit in die Nähe des Hauptbahnhofs gebracht hat, ein wenig hinterher.

Affenfelsen

Die Großwohnsiedlung Osdorfer Born geriet in der Vergangenheit öfter negativ in die Schlagzeilen. Wer Plattenbau mit Gewalt und Kriminalität gleichsetzt, macht es sich aber zu einfach. Hinter grauem Beton liegen weite Grünflächen, eine Hausfassade ziert das höchste Graffiti der Welt und das KL!CK Kindermuseum zieht Familien aus ganz Hamburg an. Heraus sticht dabei das Hochhaus in der Straße Achtern Born, das alle anderen Bauten mit seinen bis zu 21 Stockwerken noch mal überragt. Es brachte der ganzen Siedlung den Spitznamen Affenfelsen ein, den auch die Bewohner teilweise verwenden, wenn sie von "ihrem Born" sprechen. Übrigens nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Gebäude im Stadtteil Niendorf. Dort steht ein weiterer Affenfelsen an der Ecke Schippelsweg/ Paul-Sorge-Straße.

Santa Fu

Santa Fu klingt nach Urlaub im Südwesten der USA, doch in Wahrheit gibt es hier bloß einen Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen. Denn Santa Fu ist der umgangssprachliche Name für die Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel. Er leitet sich von der alten Bezeichnung der Einrichtung ab: Strafanstalt Fuhlsbüttel, was St. Fu abgekürzt wurde. In den Siebzigern machte die JVA von sich reden, weil mehrere Fluchtversuche von Gefangenen geglückt waren. "Santa Fu und raus bist du", titelten die Zeitungen damals. Heute hat die reine Männeranstalt einen eigenen Sportverein und eine Art Merchandise-Onlineshop, der von Insassen hergestellte Produkte verkauft.

Error: The requested resource does not exist Gefunden auf Instagram

Weißer Riese

Ihr denkt bei diesem Spitznamen an Waschmittel? Wir haben da eher das Euler-Hermes-Gebäude in Bahrenfeld im Kopf! Aufgrund seiner Größe (immerhin mit 86 Metern auf Platz 11 der höchsten Gebäude Hamburgs) und seiner geschwungenen Form hatte sich das Bauwerk zu einem Wahrzeichen von Altona entwickelt. Doch die Tage des erst zwischen 1977 und 1981 erbauten Hochhauses sind schon bald gezählt. Kreditversicherer Euler Hermes ist ausgezogen, die Abrissarbeiten sind bereits im Gange. Bis Ende 2021 ist das ehemalige Bürogebäude voraussichtlich verschwunden. Wer sich verabschieden will, sollte vorher noch mal vorbeischauen!

Dönerspieß

Am Marco-Polo-Tower in der HafenCity scheiden sich die Geister. Die einen kommen gar nicht mehr raus aus dem Schwärmen über die moderne Form und die kunstvoll übereinander versetzten Etagen. Ein Skulptur gewordenes Gebäude sozusagen. Für die anderen sieht es einfach aus wie: ein Dönerspieß. Aber auch das ist immerhin eine Art von Skulptur …

Tango-Türme

Die Tanzenden Türme sind fast jedem ein Begriff, aber wusstet ihr, dass die auffälligen Zwillings-Hochhäuser am Anfang der Reeperbahn auch Tango-Türme genannt werden? Warum sie ausgerechnet diesen Tanz aufführen sollen, wissen wir allerdings nicht. Auf dem Kiez wird ja normalerweise zu vielen Genres getanzt – Techno, Indie, Hip-Hop, Schlager –, aber Tango ist uns noch nicht untergekommen.

Klorolle

Gerade in Zeiten von Corona müsste sich dieser Ort eigentlich zu einer Pilgerstätte entwickeln … War nur Spaß, denn bei der "Klorolle von Wilhelmsburg" handelt es sich um die ehemalige katholische Kirche St. Maximilian Kolbe, die mit Hamstereinkäufen mal so gar nichts am Hut hat. Bei dem 1970er-Jahre-Bau dominieren Sichtbeton und eine auffällige Spiralform, typisch Nachkriegszeit! Doch Brutalismus-Style gefällt nicht jedem und so drohte der Klorolle im Jahr 2013 schon der Abriss. Weil sich engagierte Bürger für "Hamburgs wohl ungewöhnlichste Nachkriegskirche" einsetzten, konnte das Vorhaben aber verhindert werden. Das Gebäude gehört nun den Maltesern und erfüllt einen neuen Zweck: Gemeinsam mit dem benachbarten Alten- und Pflegeheim entsteht hier ein soziales Zentrum der Begegnung.

Fuhle, Strese & Kelle

Als Außenstehender könnte man denken, das seien die Kieznamen von einem zwielichtigen Trio aus St. Pauli. Wer schon länger in Hamburg lebt, weiß aber natürlich, dass es sich hierbei um die Kurzformen von Fuhlsbüttler, Stresemann- und Kellinghusenstraße handelt. Was die drei Hauptverkehrsadern gemeinsam haben? Sie sind viel befahren, nicht besonders schön – aber haben trotzdem unverkennbare Abkürzungen bekommen. Das wünschen wir uns jetzt auch noch für andere sperrige und leicht zu verwechselnde Namen wie die Ludwig-Erhard- und Willy-Brand-Straße oder die Clemens-Schultz- und Detlev-Bremer-Straße zum Beispiel.

Einprägsamer sind diese märchenhaften Straßennamen

Wie schön ist das denn? Einige Straßennamen in unserer Stadt scheinen direkt einem Märchenbuch der Brüder Grimm entsprungen zu sein. Hier sind 10 Hamburger Straßen, die märchenhaft klingen.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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