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Unsplash / Julia Solonina
Hamburg

10 Sehenswürdigkeiten in Hamburg, die ganz furchtbar sind

Alle feiern den Michel, die Speicherstadt und "König der Löwen". Das können wir überhaupt nicht verstehen. Ist doch alles nur heiße Luft. Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Diese 10 Sehenswürdigkeiten sind einfach nur furchtbar.


Der Michel: Gekommen, um zu leiden

Der Michel ist eines von Hamburgs berühmtesten Wahrzeichen und einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt. Um den Blick genießen zu können, müsst ihr aber erstmal die 452 Stufen erklimmen. Zwar gibt es auch einen Fahrstuhl, aber wer gibt sich schon die Blöße? Also rauf da. Keuchend und verschwitzt kommt ihr oben an. Prompt werdet ihr von einer eiskalten Windböe erfasst und fangt schon bald an zu schlottern. Und für was? Einen traumhaften Ausblick auf die Stadt mit Fernsehturm, Elbe und Hafen. Furchtbar, dieser Michel!

Alter Elbtunnel: Hier guckt ihr in die Röhre

Im April 2019 wurde die Oströhre des Alten Elbtunnels nach jahrelanger Sanierung wiedereröffnet – mit großem Hallo und einer eigens dafür komponierten Tunnelsymphonie. Die Fliesen sowie die dekorativen historischen Kacheln mit Fischmotiven erstrahlen seitdem in neuem Glanz. Wow. Ganz toll. Und jetzt kommen wir alle mal wieder runter. Denn am Ende ist es, was es ist: eine alte, geflieste, beleuchtete Röhre. An der einen Seite rein, an der anderen wieder raus. Sowas von unspektakulär.

Speicherstadt: Nix los

Die Speicherstadt mit ihren roten Backsteingebäuden, Brücken und Kanälen ist UNESCO-Weltkulturerbe – und wird völlig überbewertet, wenn ihr uns fragt. Mal ehrlich: Bis auf ein paar alte Teppiche und Gewürze gibt es hier nicht wirklich was zu holen. Vom Dialog im Dunkeln, dem Internationalen Maritimen Museum und der Kaffeerösterei müssen wir ja wohl gar nicht erst anfangen. Ganz zu schweigen vom Hamburg Dungeon. Was für ein Ort des Grauens!

Ohlsdorfer Friedhof: Wo die bösen Geister wohnen

Apropos Ort des Grauens in Hamburg. Da wo die Geister von Helmut Schmidt, Heinz Erhardt und Inge Meysel ihr Unwesen treiben, wollen wir uns ganz bestimmt nicht aufhalten. Vor allem zum Abend hin solltet ihr diesen Ort meiden. Sobald ihr nämlich den Ohlsdorfer Friedhof betretet, seid ihr zwischen den sanft geschwungenen Wegen, Hügeln und Teichen gefangen. Für immer. Für immer immer. Für immer immer immer!

Miniatur Wunderland: Einfach blöd

Lange waren Modelleisenbahnen eine Nische, etwas für eingefleischte Fans. Dann kamen die Braun-Zwillinge mit ihrem Miniatur Wunderland und auf einmal wurde die Nische zum Besuchermagnet. Hä? Klar, die Welt im Miniatur-Format hat schon was und es gibt im Wunderland viel zu entdecken. Wenn das Orchester in der Elphi auf Knopfdruck ein Stück von Prokofjew spielt, wir in Venedig Demonstranten entdecken, die gegen Kreuzfahrtschiffe protestieren, und mit einem Mal die Dämmerung einsetzt und Las Vegas zum Leben erwacht, dann finden wir das aber einfach blöd, weil… na, eben darum!

Planten un Blomen: Vorsicht, Gehirnwäsche!

Angeblich ist er einer von Hamburgs schönsten Parks. Naja. Dieses kräftige Grün, die bunte Blumenvielfalt, die kleinen, idyllischen Bäche und der Botanische Garten – das lässt uns alles völlig kalt. Ganz schlimm: die Wasserlichtspiele. Wagt es in den Sommermonaten ja nicht, mit eurem Date dort aufzuschlagen. Mit Pech lullt euch das stimmungsvolle Farbenspiel derart ein, dass eure Hände von ganz allein zueinander finden. Gott bewahre euch vor dieser schrecklichen Erfahrung!

Planetarium: Wer hat Angst vorm Schwarzen Loch?

Ein Blick in die Sterne, auf ferne Planeten und Sonnensysteme: Das erlebt ihr nicht alle Tage. Und dabei könnt ihr auch noch so viel lernen. Hinzu kommen die Musik- und Lichtshows sowie das abwechslungsreiche Kinderprogramm – da ist ja wirklich für jeden was dabei. Ihr seht also, das Planetarium ist total überflüssig. Wir empfehlen: Bleibt mal lieber schön auf dem Boden. Da gibt es auch keine schwarzen Löcher.

Die historische Deichstraße: Ganz schön oll

Die Häuser in dieser versteckten Fußgängerzone stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Ergo: alles ’n büschen oll hier. In den alten Gemäuern befinden sich übrigens Restaurants, die typische Hamburger Spezialitäten wie Labskaus und Pannfisch servieren. Manche von ihnen haben sogar eine Terrasse, von der ihr direkt auf den malerischen Nikolaifleet blickt. Da wird man höchstens ein bisschen ehrfürchtig und nostalgisch. Lohnt sich einfach nicht.

"König der Löwen": Was für ein Zirkus

Was finden die vielen Zuschauer eigentlich am „König der Löwen“-Musical? Als Tiere verkleidete Menschen hüpfen tanzend und singend über die Bühne. Für dieses alberne Spektakel müsst ihr dann auch noch einmal quer über die Elbe fahren – Hafenromantik und Blick auf die Elphi inklusive. Vergeudete Lebenszeit. Danke für nichts.

Treppenviertel und Elbstrand: Hamburg auf Abwegen

Die Häuser sind mitten in den Hang gebaut und erheben sich über den Elbstrand mit seinen charakteristischen Leuchttürmen. Wenn ihr im Sommer durch das Treppenviertel streift oder in der Strandperle einen Eiskaffee genießt, fühlt ihr euch ein bisschen wie im Italienurlaub, so mediterran geht es hier zu. Was daran furchtbar sein soll? Wir sind nicht im Süden, sondern in Hamburg, Mensch! Unsere schöne Stadt verliert in Blankenese einfach total an Profil.

Es lebe die Ironie!

Wahrscheinlich ist euch während des Lesens schon klargeworden, dass wir das alles nicht wirklich ernst meinen. Ganz im Gegenteil! Ihr könnt noch etwas mehr Ironie vertragen? Dann verraten wir euch gern, warum wir Hamburg so schrecklich finden und was an der Elbphilharmonie ganz furchtbar ist.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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