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Jungfernstieg in den 1950er-Jahren
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Hamburg

Hamburg in Schwarz-Weiß: So sah unsere Hansestadt früher aus

Unter den Hashtags #hamburgdamals und #hamburgfrüher finden sich auf Instagram echte Schätze, die zeigen, wie das alte Hamburg aussah. Wir sind der Meinung: Auch Schwarz-Weiß steht unserer Hansestadt.


Pferdekutschen statt Autos am Hauptbahnhof

Er ist einfach unverkennbar: der Hamburger Hauptbahnhof. Ungewohnt dagegen ist seine Umgebung. Statt Bussen und Autos fahren hier noch Pferdekutschen, das Kopfsteinpflaster ist durchzogen von Straßenbahnschienen. Diese Anhaltspunkte lassen das Bildarchiv efoto Hamburg vermuten, dass das Foto zwischen 1906 und 1920 entstanden sein könnte. Wie es heute wohl wäre, wenn die vielen Menschen, die an normalen Samstagen aus der Wandelhalle vom HBF in Richtung Spitaler Straße und Mönckebergstraße strömen, ohne Ampeln den Wall überqueren und dann auch noch Kutschen und Straßenbahnen ausweichen müssten …? Was für ein Chaos!

Mönckebergstraße Noir

Etwas Künstlerisches und gleichzeitig Geheimnisvolles hat diese nostalgische Fotografie von der Mönckebergstraße, die laut Angaben etwa 50 Jahre alt ist. Wahrscheinlich ist die Aufnahme um die Weihnachtszeit rum entstanden. Woher wir das wissen? Schaut mal genau hin … Schon damals hat sich Hamburg nicht lumpen lassen, wenn es um festliche Beleuchtung ging.

Der Michel in Schutt und Asche

Als der Michel 1906 bis auf die Grundmauern niederbrannte, muss das ungefähr so viel Aufregung in der ganzen Stadt erzeugt haben wie das Feuer von Notre Dame vor zwei Jahren. Auf dem Foto ist zu sehen, wie sich Schaulustige um die Ruine der Kirche versammeln. Der Brand kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu lange her gewesen sein. Auslöser für das Feuer waren Lötarbeiten an schadhaften Kupferplatten der Turmverschalung.

Harte Arbeit am Hafen

Wir müssen gestehen, dass wir bei der Bildunterschrift zu diesem Foto, das um 1899 am Niederhafen entstanden ist, erst mal nur Bahnhof verstanden haben. "Hier löschen Schauerleute Nußkohle mit Körben und Körpereinsatz aus einer Schute", schreibt efoto Hamburg dazu. Schauerleute? Löschen? Da brennts doch gar nicht! Hier kommt die Auflösung: Schauerleute wurden früher die Hafenarbeiter genannt, die Frachtschiffe be- und entluden. Und das Löschen ist eben die Bezeichnung für jenes Entladen. Wieder was gelernt!

Der Hafen im Wandel der Zeit

Es ist schon faszinierend, wie anders und trotzdem vertraut der Hafen auf diesen alten Hamburg-Fotos aussieht, die zwischen 1916 und 1925 entstanden sein sollen. Vielleicht weil wir einige Punkte wie das Bismarckdenkmal darauf noch heute wiedererkennen, andere wie die Straßenbahnen und die Autos aber völlig aus der Zeit gefallen wirken.

Der verschwundene Berliner Bahnhof

Der Instagram-Account hamburg.damals widmet sich mit Leidenschaft alten Fotografien von der Hansestadt und hat uns dankenswerterweise auch das Titelbild zur Verfügung gestellt. Unter anderem hat sich die Seite mit den früheren Bahnhöfen Hamburgs befasst, die längst nicht mehr in Betrieb sind, und einige Bilder auftreiben können. Etwa vom Berliner Bahnhof (ehemals Bergedorfer Bahnhof) am heutigen Deichtorplatz, der 1857 fertiggestellt und 1903 schon wieder stillgelegt wurde. Er war neben dem Hannoverschen, dem Lübecker und dem Bahnhof Klosterthor einer von vier Anlaufpunkten für Reisende und der westliche Endpunkt der 1846 eröffneten Berlin-Hamburger Eisenbahn. Nachdem klar war, dass ein zentraler Hauptbahnhof entstehen sollte, wurde der Betrieb dort eingestellt.

Der Stuhlmannbrunnen in Altona an seinem früheren Platz

Wir lieben dieses Foto aus den Zwanzigern, das ebenfalls efoto Hamburg auf Instagram zur Verfügung gestellt hat. Zum einen weil hier der Stuhlmannbrunnen in Altona, wohl einer der eindrucksvollsten Brunnen in Hamburg, noch an seinem ursprünglichen Platz steht. Und der befand sich vor dem Hotel Kaiserhof und dem alten Altonaer Bahnhof. Heute ist der Brunnen einige Meter weiter zum Platz der Republik gewandert. Zum anderen aber auch weil die Menschen auf dem Bild alle so adrett gekleidet sind.

Zeppelin über Ottensen

Noch ein Schatz aus der Sammlung von efoto Hamburg, genau datiert: Am 17. September 1929 kreuzte das Luftschiff "Graf Zeppelin" den Himmel über Ottensen. Markante Punkte auf dem Bild sind die Christianskirche ganz links sowie die Kutscherkneipe "Unter den Linden". Das Ereignisse war damals für Schaulustige ein Spektakel. Aber auch heute würden wir wohl große Augen machen, wenn plötzlich ein Zeppelin am Ottenser Himmel auftaucht, das – anstelle von Airbus-Flugzeugen – Finkenwerder zur Landung ansteuert.

Auch früher galt: Sex sells

Na, welche Straße auf dem Kiez ist hier abgebildet? Wo heute "Dollhouse" und "Safari" in aggressiven Farben auf Neonschildern über den Köpfen der Feierwütigen und Touristen leuchten, ging es auch früher schon bunt zu – trotz Schwarz-Weiß-Fotografie. Das beweist das Instagram-Bild von der Großen Freiheit in den 1950er- oder 1960er-Jahren. Schon damals priesen Stripclubs, Bars und Bordelle ihre Lokalitäten in großen Lettern. Das Mehrer war eines der bekanntesten Tanzcafés und Bordelle auf dem Kiez, wo sich Männer und Frauen über Telefone am Tisch für ein Stelldichein verabreden konnten. Kamen sie sich näher, gingen es nach oben ins Zimmer, für Geld versteht sich. Erst im Jahr 2008 gingen hier die Lichter endgültig aus. Das Schild über der Großen Freiheit teilte sich das Mehrer mit der berüchtigten Regina Bar, die ebenfalls den Mythos vom freizügigen Kiez mitgeprägt hatte.

Damals in Eppendorf

Das zweite Foto von der Stelle, wo Eppendorfer Baum und Eppendorfer Landstraße aufeinandertreffen, ist schon alt, das verraten die Automodelle. Doch das erste Bild sieht so aus, als sei es vor mehr als 100 Jahren aufgenommen wurden. Autos fuhren damals wohl noch nicht. Und auch ansonsten ist die Veränderung im Stadt- und Straßenbild zwischen Foto eins und zwei enorm. Eines ist aber bis heute gleich geblieben: die prachtvollen Altbauten.

Hamburg nostalgisch

Für die Nostalgiker unter euch: Dinge, die es früher in Hamburg gab – aber heute nicht mehr. Habt ihr sie noch miterlebt?

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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