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Andreas Muhme
Hamburg

"Faces of St. Pauli": So sieht der Kiez aus!

Karina Engelking
Karina Engelking

Kaum ein Stadtteil Hamburgs ist so bunt und kontrastreich wie DER Kiez. Fotograf Andreas Muhme hat für seinen Fotoband "Faces of St. Pauli" 120 spannende Menschen portraitiert und sie zu Wort kommen lassen. Wir dürfen euch 10 davon vorstellen!

Auf und um die Reeperbahn schreibt St. Pauli Geschichten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. In seinem neuen Fotoband "Faces of St. Pauli" nimmt Fotograf Andreas Muhme euch anhand von Portraitaufnahmen mit in seine Nachbarschaft und rückt dabei 120 spannende Menschen ins Rampenlicht.

Das Haspa Schild im Rotlicht

An der Reeperbahn Hausnummer 70 liegt die Haspa Filiale des Viertels. Klingt erstmal nicht sonderlich nach buntem St. Pauli, aber da liegt ihr falsch. Neben den alltäglichen Finanzgeschäften der Traditionsbank gibt es auch andere Gründe die Filiale aufzusuchen. Zum Beispiel um Kunst aus der Nachbarschaft zu bestaunen – auch Fotografien von Andreas Muhme! "Faces of St. Pauli" beginnt nicht zuletzt mit einer Danksagung an Christan Schley, der den Fotoband in seiner Funktion als Filialleiter finanziell unterstützte, sondern widmet ihm auch ein Portrait. Rotlichtreklame, (legale) Geldwäsche ... Die Haspa ist auf der Reeperbahn zu Hause.

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Eine ganz besondere Apotheke

London, Paris, New York, Berlin – Anna Genger hat schon eine ganze Menge von der Welt gesehen. Doch ihre Wurzeln hat sie auf St. Pauli und deswegen zog es sie zurück auf ihren Kiez. Langeweile kam hier nie auf, denn kurzerhand übernahm sie eine denkmalgeschützte Apotheke aus 1799 und eröffnete das L'apotheque Museum. Die historischen Artefakte sind getreu des Rufs des Viertels erotischer Natur. Die Geschäftsfrau hat mittlerweile jedoch mehr als ein Standbein und vermarktet unter anderem einen eigenen Gin namens L'a Gin. In "Faces of St. Pauli" beschreibt sie ihre Nachbarschaft und die Menschen in ihr als die Mischung, die sie zum Atmen braucht.

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Der Ort für lange Nächte

Der Silbersack ist absolut Kult. Die Kneipe ist eine legendäre Kiez-Kaschemme par excellence und für Einheimische, Touristen, junge sowie alte Gäste eine der Anlaufstellen, wenn es darum geht zu feiern und zum Teil des bunten Treibens St. Paulis zu werden. Wer noch nie drin war, kennt wahrscheinlich trotzdem die bunte Außenfassade mit ihren auffälligen Schildern. Dominik Großefeld war gerade einmal Ende 20 als er sie in 2012 übernahm. Im Fotoband erfahrt ihr mehr darüber, wie das passierte und lest, wie er selber das Stadtviertel erlebt.

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Kein St. Pauli ohne Millerntor

Im Gebiet der Postleitzahl 20359 gibt es nur einen Fußballverein, der zählt. Der FC St. Pauli ist für viele mehr als nur Sport und Jan-Philipp Kalla, besser bekannt als Schnecke, mehr als nur ein Spieler. Für ihn ist das Millerntor Stadion sein Wohnzimmer: ganze 374 Mal stand er dort für seinen Verein auf dem heiligen Rasen, wo er von den Fans den Titel Fußballgott verliehen bekam. Deswegen gehört sein Antlitz auch absolut zurecht in Muhmes Fotoband. Was der Spieler über sein Zuhause zu sagen hat, lest ihr dort auf Seite 84.

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St. Pauli ist Kultur pur

Diese Powerfrau hat ihre Finger in ganz vielen Kultur-Töpfen. Kleine Kostprobe gefällig? Mitra Kassai ist am Start: egal, ob bei ihrer Initiative Oll Inklusiv: tOlle Nachmittage, RockCity Hamburg e.V. oder der Millerntor Gallery. Dabei wechseln ihre Rollen von Vorstand zu Beirätin zu Gründerin, Kultur- und Musik-Managerin. Aber auch als Meisterin an den Turntables ist sie hinter den Pulten des Viertels als DJ RITA zu finden. Ob da noch dieselben 24 Stunden im Spiel sind, die wir alle zur Verfügung haben, bleibt ihr Geheimnis. Für Andreas Muhme hat sie eine schöne Metapher parat: St. Pauli sei für sie ein Cocktail, den es auf keiner anderen Karte der Welt gäbe.

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Mittendrin statt nur dabei

An Frauen, die das Viertel im Griff haben, mangelt es nicht. Für "Faces of St. Pauli" durfte Julia Staron deswegen auch nicht fehlen. Sie ist als Bookerin für das öffentliche Herz der Reeperbahn zuständig – den Spielbudenplatz. Hier habt ihr sicher schon die ein oder andere Stunde bei einem Bummel über diverse Festivals, Flohmärkte, den Nachtmarkt oder den berüchtigten Santa Pauli zur Weihnachtszeit verbracht. Doch Julia Staron ist noch weit mehr als "nur" Bookerin. Als Künstlerin malt und schreibt sie, als Quartiersmanagerin koordiniert sie den Innovationsbereich BID Reeperbahn+ und selbst das ist nicht alles, wie ihr im Fotoband erfahrt. Chapeau!

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Eine Runde geht noch

Wo wir gerne tief in Tequila oder Margarita Gläser gucken? Na, im Chug Club! Zu deutsch "hinunterstürzen" wollen wir die leckeren Drinks jedoch nicht (immer), denn dafür sind sie einfach zu gut. Genuss ist in der Taubenstraße 13 angesagt. Dafür sorgt Besitzerin Betty Kupsa, die voller Hingabe und Know-how ihre Bar schmeißt. Nicht nur am Shaker, sondern auch beim Shakern mit den Gästen ist sie eine Bombe und sorgt für Wiederholungstäter. In "Faces of St. Pauli" ist ihr charmantes Lächeln nun für euch verewigt.

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Abends kommen Paradiesvögel zum Vorschein

Wie sieht eigentlich ein Burlesque-Rockstar aus? Eve Champagne zeigt es und schaut ganz tief in die Kameralinse von Muhme. Sie erzählt ihm, dass St. Pauli die Großstadt Serengeti für menschliche Paradiesvögel sei und viel schöner kann man die facettenreiche Mischung an Menschen im Kiez-Nachtleben wohl kaum beschreiben. Sowohl als Showact im kunterbunten Line-up des berüchtigten Cabaret Pulverfass als auch als Guide durch die Straßen ihrer Heimat könnt ihr Madame Champagne in Aktion erleben. Das lohnt sich natürlich sehr.

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Hinter den Bühnen St. Paulis

Sommersalon, Hörsaal oder Klubhaus St. Pauli – alle drei sind an so ziemlich jedem Abend des Jahres eine gute Adresse für eine noch bessere Zeit. In den Locations finden DJs, Comedians, Musik- und Kunstschaffende einen Heimathafen und Bühnen, von denen aus es nur ein Ziel gibt: Unterhaltung. Und wer steckt dahinter? So einige Menschen, aber mittendrin Axel Strehlitz. Der wollte Anfang der Neunziger übrigens Jura in Hamburg studieren, wurde jedoch kurzerhand vom Kiez verschlungen. Kein schlechtes Schicksal, wenn es endet wie seins. Für Andreas Muhme trat er nicht nur solo, sondern auch in flauschiger Begleitung vor die Kamera. Aber dazu im Fotoband mehr.

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Schlag auf Schlag durch St. Pauli

Ist auf dem Bild ein harter Kerl von den Straßen St. Paulis zu sehen oder ein Mann, dem so sehr am Kinderwohl des Viertels liegt, dass er ein gemeinnütziges Unternehmen gründete? Hey, das muss sich nicht ausschließen! Wir sind doch auf St. Pauli. Reeperbahn Kareem ist Kampfsportler und mit "Silbersack Hood" sind er und seine Geschwister ganz nah an den Kindern St. Paulis, die sie für Thaiboxen begeistern wollen. Weitere Berufsbezeichnungen des Allrounders beinhalten Rapper und Labelchef. Eine Kiezgeschichte.

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Der Macher höchstpersönlich

Zehn spannende Persönlichkeiten geben einen Vorgeschmack auf das, was "Faces of St. Pauli" euch zu bieten hat. Der Macher dahinter, Andreas Muhme, wohnt seit nunmehr fast 30 Jahren auf dem Kiez und nimmt euch anhand spannender Menschen ein Stückchen mit in Ecken St. Paulis, die ihr vielleicht schon kennt und welche, die euch bisher unbekannt waren. Ein Schmöker zum Blättern und drüber Schnacken.

Info: Faces of St. Pauli von Andreas Muhme, Weissmann Verlag, 39 €

Andreas Muhme

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