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Hamburg

Diese 7 süddeutschen Bestellungen versteht in Hamburg keiner

Süddeutscher Dialekt ist schön und bringt viel Farbe in den Alltag. Gerade im Bereich Essen und Trinken ist er aber auch für so manch eine Überraschung gut.


Gockl: Lecker Brathähnchen

Vom Gockl, also dem Hahn, ist die Rede, wenn es um ein gebratenes Hühnchen geht. Ob Gockl oder Gockerl, im Süddeutschen ist beides richtig. Wenn ihr allerdings jemandem begegnet, der vom Hendl spricht, stammt er vermutlich aus München. Zumindest muss er mal auf dem Oktoberfest gewesen sein, der Wiesn, wie der Münchner sagt. Hendl ist eindeutig die Münchner Bezeichnung für Brathähnchen.

Gackerl: Von Eiern und eitlen Kerlen

Und da wir gerade vom Gockl reden: Gackerl klingt so ähnlich, ist aber in der Regel nicht die Gefährtin, sondern der Nachwuchs sozusagen: das Ei. Doch in manchen Gegenden bezeichnet Gackerl tatsächlich auch den Gockl. Und hin und wieder ist damit auch der Mensch gemeint. Gackerl wird dann zur Bezeichnung für einen eingebildeten Kerl. Wer soll da noch durchblicken?

Krapfen: Wo Berliner, Bayern und Hanseaten streiten

Ok, jetzt wird es lustig. Wer sich gern einer tagelangen Diskussion über den richtigen Namen aussetzen möchte, lade einen Berliner und einen Bayern zu sich ein. Und dann einfach mal nach Krapfen fragen. Krapfen sind in Bayern das, was wir Berliner nennen. Wobei die Berliner dazu Pfannkuchen sagen, was für uns Hamburger natürlich wieder etwas ganz anderes ist. Dabei ist unser Berliner auch nur eine Verkürzung, heißt es doch laut Wikipedia Berliner Pfannkuchen. Irgendwie also beides richtig. Woher die Süddeutschen dazwischen ihren Krapfen haben? Lasst ihnen ihre Eigenheiten.

Topfen: Für Quark-Liebhaber ein Muss

Für die einen heißt es Topfen, für die anderen Schotten – und uns ist es eh Quark. Denn das heißt es: Quark. Gern als Zutat in Teigen oder als Süßspeise zubereitet, ergeben sich entsprechende Neubegriffe. Als wichtigste Zutat, damit ihr den Topfen selbst herstellen könnt, gilt entrahmte Milch. Versucht euch doch mal an einem Topfenstrudel oder Topfenknödel. Selbstgemacht schmeckt's nochmal so lecker.

Schnitt: Der letzter Schluck vor dem Heimweg

Manche Abende in der Kneipe sind so schön, die sollen gar nicht enden. Und wenn man dann heim muss, aber nicht so recht möchte, ist bei den Süddeutschen ein Schnitt ein gelungener Kompromiss: Mit Schnitt wird das letzte Bier des Abends bezeichnet. Es ist kein ganzes mehr, eher ein halbes Glas voll. Und es kostet entsprechend auch nur die Hälfte. Manch ein Wirt erlässt es einem sogar ganz. Ehrensache ist natürlich, dass man vorher mindestens ein Großes schon getrunken hat. Kein Wunder also, wenn manch ein Bayer bei uns in der Kneipe sehnsüchtig was vom Schnitt murmelt.

Gutsle: Bonbons und selbst gebackene Plätzchen

Wenn jemand aus Schwaben Weihnachtsplätzchen backt, werden die nicht irgendwie, sondern gut. Sehr gut sogar. Und so heißen die dann auch: Gutsle. Also nicht wundern, wenn ihr zur Adventszeit mit diesen Worten so ein kleines Päckchen bekommt. In manchen Gegenden wird damit übrigens auch ein Bonbon bezeichnet. Das ist eben auch gut. Ob die wissen, was ein Bonsche ist? Bringt ihnen doch die norddeutschen Namen dafür einfach mal bei.

Herrgottsbscheißerle: Genussvoll durch die Fastenzeit

Die Bezeichnung dieser Spezialität aus der schwäbischen Küche klingt recht derbe. Dabei ist sie in urchristlichen Sitten und Gebräuchen verankert. Wir Norddeutschen kennen die Leckerei als Maultaschen. Da in der Fastenzeit traditionell bis Ostern kein Fleisch gegessen werden darf, haben die findigen Schwaben es einfach im Teig versteckt. Was der Herrgott nicht sieht…

Und wer jetzt ahnt, wieso ha noi in Deutschland liegt und Gosch nicht nur auf Sylt zu finden ist, ist ein echtes Käpsele – ein besonders heller Kopf.

Sprachliche Eigenheiten aus Hamburg

Auch wir Fischköppe haben in vielerlei Hinsicht eine ganz eigene Art zu kommunizieren und nutzen häufig Wörter, die der Rest von Deutschland falsch versteht. Dazu gehören zum Beispiel auch diese sprachlichen Eigenheiten aus Hamburg.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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