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Schulterblatt mit Roter Flora Hamburg
Andreas Kreutzer
Sternschanze

Seit mehr als 30 Jahren besetzt: Die Rote Flora 

Die Rote Flora in Hamburg? Die kennt vermutlich jeder, denn das Gebäude in der Sternschanze ist wohl das berühmteste besetzte Haus der Hansestadt.


Im Zentrum der Schanze, eingebettet zwischen Bars, Kneipen und Kultureinrichtungen, bestaunen wir das imposante Gebäude der Roten Flora. Die Fassade fügt sich ganz wunderbar in den hippen Stadtteil und lädt diverse Spazierende beim Vorbeischlendern zum Staunen ein. Aber welche Geschichte steckt eigentlich hinter der Kultureinrichtung und wie sieht die Rote Flora von innen aus? Wir verratens euch!

Die Rote Flora im Wandel der Zeit

Das Gebäude öffnete im Jahr 1835 (Ja, richtig gelesen) das erste Mal seine Pforten – und zwar als Theater! Damals bestand die Eventlocation jedoch nur aus einer einfachen, unüberdachten Holzbühne. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Rote Flora immer wieder verkauft, umgebaut und umfunktioniert. Mal als Kino, mal als Kaufhaus wurde das Gebäude immer wieder in ein neues Gewand gehüllt.

Seit über 30 Jahren besetzt

Trotz allen Wandels begann die Rote Flora Mitte des 20. Jahrhunderts zu verfallen. So wurden das Dach und weite Teile des ursprünglichen Theaters entfernt, schlussendlich blieb nur noch der originale Eingangsbereich übrig. Bis zum Sommer 1989 lagen die Ruinen brach und ungenutzt – dann bemühten sich Stadtteilinitiativen um den Erhalt des Gebäudes. In den Folgemonaten erhielten diese die Möglichkeit, alternative Nutzungsvorschläge für die Rote Flora zu präsentieren und schließlich die offizielle Erlaubnis der Stadt, den Gebäudekomplex als neues Stadtteilzentrum zu nutzen. Nach einiger Zeit sollten die Flora und das angrenzende Gebiet einem Neubau weichen, doch die Menschen blieben und besetzten das Haus – und das bis heute!

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Heute ist die Rote Flora autonomes Zentrum mit "Veränderungssperre"

Auch der Flora Park hinter dem Gebäude wurde von den Besetzenden angelegt. Zahlreiche Versuche der Stadt, das besetzte Haus zurückzuerobern, blieben erfolglos – über Jahrzehnte hinweg. Die Hamburger der Roten Flora stellten sich den stürmenden Beamten immer wieder entgegen und rekonstruierten die Flora nach einem schwerwiegenden Brand sogar eigenhändig. Habt ihr gewusst, dass es für das Gebäude sogar eine "Veränderungssperre" gibt? Die Rote Flora ist also vor jeglichen ungewollten Baumaßnahmen geschützt und wird seither als autonomes Zentrum genutzt. Bewohner der Flora beteiligen sich an der Organisation von Stadtteilfesten, Bürgerinitiativen und Kunstaktionen. Wie die Aktivitäten der Roten Flora finanziert werden? Durch Konzerte und große Partys in dem bekanntesten aller besetzten Häuser Hamburgs zum Beispiel!

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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