(© Bustie the Crew )

Fake-Plakate in Hamburg: Das steckt dahinter

"Hamburg wird autofrei" oder "Hamburg wird werbefrei", hieß es schon Anfang Juni. Die vermeintlich vom Senat Hamburg aufgehängten Plakate erzählen von utopischen Veränderungen unserer Stadt. Dahinter steckt "Bustie the Crew", eine Gruppe, die sich den öffentlichen Raum zurückholen und so ihre Botschaft verbreiten möchte.

Und nun ist es wieder passiert. Für wenige Stunden konnte man an einigen Stellen der Stadt erneut Plakate sichten, die beinahe das exakte Design von Plakaten tragen, die wir vom Senat Hamburg kennen – an der Feldstraße oder am Stephansplatz beispielsweise. Doch beim genaueren Hinsehen werdet ihr merken, dass dahinter eine Guerilla-Aktion steckt.

Unterhaltsame Aktion mit ernsthaftem Hintergrund

Das gefälschte Logo der Stadt Hamburg mit verändertem Untertitel wie "Hahaburg" oder "Hämburg" sowie das umgedrehte Stadtwappen zeugen davon, dass es sich hier um Fake-Plakate handelt. Zwar sind die Versprechungen der Plakate für viele wünschenswert, schnell wird jedoch klar, dass es sich nicht um ernsthafte Zukunftspläne der Hansestadt handelt.

(© Bustie the Crew )

Tschüss, Kriegsklotz - hallo, Erinnerungskultur

Dass die Aktion wirklich ausgeklügelt ist, bewies auch die Anbringung der Plakate. Diese waren schließlich nicht einfach nur irgendwo angeklebt. Sondern steckten in einigen der stabilen Glaskästen, wie sie etwa an Bushaltestellen zu finden sind. Die illegale Plakatierung fiel auch dem Außenwerbebetreiber nicht sofort auf, denn nicht jeder Standort wird täglich überprüft. Doch was möchte die Gruppe "Bustie the Crew" bezwecken? Zum Beispiel: Erinnerungskultur schaffen, statt Kriegerdenkmäler in der Stadt stehen zu lassen, die ohne Beschreibung für viele sogar kriegsverherrlichend wirken.

(© Bustie the Crew )

Für ein sozialeres und nachhaltigeres Hamburg

"Bustie the Crew" setzt sich vor allem für Naturschutz und sozialpolitische Themen ein, fordert auf den Plakaten kostenfreien Nahverkehr und lehnt Kreuzfahrten ab. Die "Kulturtechnik" der Gruppe bringt uns jedenfalls Schmunzeln. Und ihr solltet aufmerksam durch die Stadt laufen – denn vielleicht hängen ganz bald wieder neue Plakate, die auf Umweltschutz, Tierschutz oder eine lebenswertere Stadt aufmerksam machen.

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