(© Unsplash / Markus Spiske )

Altona wird mobil: Cities4People entwickelt neue Konzepte für den Bezirk

Mehr Fahrradstellplätze, Carsharing und Paketdienst per Elektrolastenrad: In Kooperation mit der Hafencity Universität und dem Senat arbeitet das Bezirksamt an innovativen Verkehrslösungen für das wachsende Altona.

Für Fahrradfahrer in Hamburg steht es täglich auf der Agenda: Parkende Autos versperren die Gehwege, fehlende Radwege erschweren das Manövrieren in stark befahrenen Stadtteilen, nirgends ist Platz, um den Drahtesel anzuschließen – von der Sicherheit im Straßenverkehr mal ganz zu schweigen. Hamburg boomt und besonders Bezirke wie Altona bekommen das durch das Großbauprojekt der neuen Mitte Altona deutlich zu spüren. Im Stadtteil wird es voller, enger, wuseliger. Mehr Menschen, das bedeutet auch: mehr Autofahrer. Das führt wiederum zu schlechterer Luft. Die Lösung? Alternative Mobilitätskonzepte wie Sharing-Angebote oder eben Fahrradfahren. Nur wo, wenn auf den Straßen nicht wirklich Platz ist?

Die Stadt sucht mit der HCU nach innovativen Ansätzen

Dieser Problematik haben sich nun das Bezirksamt Altona, die Senatskanzlei und die Hafencity Universität angenommen. Im Rahmen des europäischen Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ erarbeitet dieser Zusammenschluss unter dem Namen „Cities4People“ neue Konzepte der Mobilität für Altona. „Cities4People will gemeinsam mit Bürgern und Experten dem lokalen Bedarf angepasste Mobilitätslösungen im Altonaer Kerngebiet entwickeln“, erklärt das Bezirksamt Altona, „und diese auch als Pilotprojekte ausprobieren.“ Die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Stadt- und Regionalplanung der HCU ist dabei besonders wertvoll. „Die HCU verfügt über eine hohe Expertise im Bereich Stadtplanung und betreibt außerdem das CityScienceLab, das städtische Veränderungsprozesse datenbasiert erforscht“, erzählt ein Sprecher des Bezirksamts Altona. „Im Projekt Cities4People evaluieren Wissenschaftliche Mitarbeiter der HCU die entwickelten Mobilitätslösungen. Das ist wichtig, um die Pilotprojekte zu bewerten und weiterzuentwickeln.“

Viele Ideen für einen mobilen Stadtteil

Aber was bedeutet das konkret? 2018 gab es bereits mehrere Veranstaltungen, in denen sich die Anwohner an der Planung beteiligen und ihre Wünsche einbringen konnten. Alle Ideen wurden auf der Webseite des Projekts ausführlich dokumentiert: Öffentliche Fahrradstellplätze, eine Gefahrenmelder-App für Fahrradfahrer, der Ausbau verkehrsberuhigter Bereiche oder Fahrradstraßen, Carsharing, Quartiersgaragen, Grünflächenausbau, Umleitung des Verkehrs, City-Maut, eine eigene Trasse für den Radverkehr – die Liste ist lang und vielseitig. Drei der gesammelten Ideen sollen im Frühjahr bereits umgesetzt werden.

Neue Fahrradparkplätze und Mikrodepots

Los geht es dabei mit den lang ersehnten Fahrradstellplätzen. In einer interaktiven Stadtkarte konnten Anwohner und Radfahrer Orte im Viertel angeben, an denen Plätze fehlen. Das Bezirksamt wertet diese Daten nun aus. Anschließend werden in Ottensen, Altona-Altstadt und Altona-Nord einige dieser Wünsche umgesetzt – und neue Stellplätze geschaffen. „Außerdem wird es ein Mikrodepot geben, von dem aus ein Paketdienstleister seine Pakete mit Elektrolastenrädern ausliefert“, ergänzt das Bezirksamt. „Diese Auslieferungsform ist emissionsärmer.“ Ob sie in dem Stadtteil mit hohem Verkehrsaufkommen auch schneller geht, werde ebenfalls untersucht. Im Sommer organisiert das Bezirksamt einen Sharing Day, bei dem ihr euch über Sharing-Angebote als Alternative zum eigenen Auto informieren könnt. „Dabei soll es auch die Möglichkeit geben, vor Ort Lastenräder, Elektrobikes, Elektroroller und weitere Fahrzeuge direkt auszuprobieren“, so das Bezirksamt.

Auch ihr wollt euch einbringen? Auf der Webseite von Cities4People informieren die Initiatoren regelmäßig über Möglichkeiten zum Mitmachen – haltet die Augen offen!

Hamburg ist in Bewegung

Die Neue Mitte ist nur eines der Bauprojekte in Altona, die hier gerade realisiert werden. Wo Wohnraum entsteht, bewegen sich auch mehr Menschen durch die Straßen. Ihr seid auf der Suche nach Alternativen zum eigenen Auto? Dann könnt ihr euch hier informieren: Carsharing in Hamburg: Welches Modell ist das richtige für mich?

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