Holstenstraße (© Kiekmo )

Altona-Nord: Ein Stadtteil irgendwo dazwischen

Nicht schön, aber einmalig: Altona-Nord. Ein Stadtteil, der zwischen dem hippen Eimsbüttel, Ottensen und der Sternschanze liegt und in seiner Schlichtheit häufig unterschätzt wird. Doch gerade weil dort nichts passiert, lässt es sich hier prima leben.

Der Straßenlärm wird erst spät am Tag leiser. Ganz verstummt er nie. Auch mitten in der Nacht donnert immer noch der ein oder andere Lkw die Straße entlang. Mit der Stresemannstraße, der Holstenstraße und der Kieler Straße durchziehen gleich drei stark befahrene Verkehrsschlagadern Altona-Nord. Und wenn auf der Fahrbahn einmal Ruhe herrscht, dann ist garantiert eine S-Bahn oder ein Zug auf dem Schienennetz durch den Stadtteil unterwegs.

(© Kiekmo )

Weder schick noch szenig

In Altona-Nord haben wir kein Zentrum, keinen historischen Ortskern, keine zahlreichen Cafés, Restaurants, Clubs oder Geschäfte. Hier ist nichts szenig oder hip. Schicki-micki, das sind die anderen. Stattdessen haben wir Sportplätze, große Unternehmen und eben Schienen und stark befahrene Straßen. Es ist kein greifbarer Ort mit einer bestimmten Atmosphäre, es ist gefühlt mehr eine Durchgangsstation – geprägt von unschönen Nachkriegsbauten. Und überhaupt ist Altona-Nord erst seit dem Zweiten Weltkrieg ein eigener Stadtteil.

Das Viertel ist durch nichts geprägt, es ist einfach da und liegt irgendwie so dazwischen: Ottensen, Altstadt, Schanze und Eimsbüttel, alles ist nah dran, schnell zu erreichen und führt einem täglich vor Augen, was der eigene Stadtteil nicht ist. Dazu entsteht gerade am äußeren Rand mit der "Neuen Mitte", das auch noch irgendwie dazugehört. Dann gibt es noch die großen Pläne für den neuen Bahnhof am Diebsteich – kein Wunder, dass so vielen hier die Identifikation mit dem eigenen Stadtteil schwerfällt.

Neue Mitte Altona (© Kiekmo )

Zu Unrecht oft vergessen

Gleichzeitig ist dieses Dazwischen aber auch einer der Vorteile, wenn man hier wohnt. Ich kenne Menschen in der Stadt, die ihre "Hood“ kaum verlassen. Aber wer in Altona-Nord wohnt, ist überall zu Hause. Zum Einkaufen ist man schnell in Eimsbüttel, zum Bummeln geht es nach Ottensen und zum Feiern in die Schanze. Und wenn man genug hat, ist man auch schnell wieder Daheim. Keine Touristenströme, keine Demos, keine nächtlichen Ruhestörungen durch Partys, die unten auf der Straße stattfinden und Parkplätze findet man auch überall.

Holstenstraße/Max-Brauer-Allee (© Kiekmo )

Altona-Nord ist lebenswert. Und das nicht nur, weil alles so schön schnell erreichbar ist und die Mieten noch einigermaßen moderat sind. Ich mag es, vom Pfiff des Schiedsrichters auf dem nahegelegenen Sportplatz am Sonntagmorgen geweckt zu werden. Ich höre gern das Gebrabbel von Kita-Gruppen oder die Diskussionen von Schülern, wenn sie einen Spaziergang durchs Viertel machen. Ich liebe es, dass in meiner Nachbarschaft mehr Sprachen gesprochen werden, als ich überhaupt zuordnen kann. Dass hier keiner schief angesehen wird, egal wie er rumläuft. Der Stadtteil mag nicht hip sein, multikulti und bunt ist er in jedem Fall. Altona-Nord lässt sich in keine Schublade stecken, und seine Bewohner auch nicht.

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