(© Shutterstock/Maria Wong A Ton )

Als wär die Zeit stehengeblieben: 5 historische Orte in Bergedorf

Wenn ihr an historische Orte in Bergedorf denkt, kommt vielen von euch vermutlich zuerst das Bergedorfer Schloss in den Sinn. Aber da geht noch mehr! Kirchen, Windmühlen und Villen des Bezirks haben ihre eigenen erlebnisreichen Geschichten zu erzählen.

1. Rathaus Bergedorf

Im Bergedorfer Rathaus sitzt heute das Bezirksamt. Das war jedoch nicht immer so. Denn ursprünglich war das Verwaltungsgebäude eine Villa, die um 1898 von dem Architekten Johann Grotjahn für den Gummi-Kaufmann Hermann Messtorff errichtet wurde. Erst 1927 erfolgte der Umbau und die Erweiterung zum Rathaus Bergedorf. Dabei blieben die wunderschönen Haupträume der einstigen Villa erhalten, wie zum Beispiel der Spiegelsaal und das östliche Treppenhaus. Auch der Bergedorfer Rathauspark stammt noch aus der Anfangszeit des Hauses. Die Einrichtung des Neubaus ist im Art-déco-Stil gehalten. Bei einer Führung durch das historische Gebäude könnt ihr auch den Rathausturm besteigen und habt einen guten Ausblick auf die Vier- und Marschlande.

Infos: Rathaus Bergedorf, Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg; Gruppenführungen nach Anmeldung (Telefon: 040 428 91 20 93)

2. Bergedorfer Mühle

Die Bergedorfer Mühle wurde 1831 als sogenannter "Gallerieholländer", ein Holländermühlen-Typ, erbaut. 1880 erfolgte der Umbau zur Kornmühle und später eine schrittweise Modernisierung. 1926 etwa erhielt die Mühle einen Dieselmotor und 1946 einen E-Motor, sodass die Windkraft nicht mehr ihr einziger Antrieb war. Erst im Jahr 1967 endete der Müllerbetrieb. Die Bergedorfer Mühle wurde stillgelegt, weiterverkauft und steht Besuchern heute als begehbares Denkmal (unter Denkmalschutz seit 1942) für Besichtigungen offen.

Infos: Bergedorfer Mühle, Chrysanderstraße 52A, 21029 Hamburg; Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr

3. Dreieinigkeitskirche Allermöhe-Reitbrook

Die evangelisch-lutherische Dreieinigkeitskirche Allermöhe-Reitbrook hält einen Rekord: Ihr hölzerner Glockenturm ist das älteste noch erhaltene Bauwerk in den Vier- und Marschlanden. Er stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der ihn umgebende Fachwerkbau dagegen entstand von 1611 bis 1614. Im Jahr 1900 beschloss die Gemeinde eine große Instandsetzung der Dreieinigkeitskirche. Während der Bauarbeiten wurde die Innenausstattung des Gotteshauses ins Pastorat ausgelagert. Als dort ein Brand ausbrach, zerstörte dieser fast die komplette Kirchenausstattung. Der Verlust traf die Gemeinde hart und die Wiederherstellung zog sich bis in die 1950er-Jahre. Bloß der Flügelaltar (1613/1614), der während der Instandsetzung in der Kirche blieb, ist von der ursprünglichen Kirchenausstattung erhalten geblieben.

Infos: Dreieinigkeitskirche Allermöhe-Reitbrook, Allermöher Deich 97, 21037 Hamburg; Führungen nach Vereinbarung

4. Zollenspieker Fährhaus

Das Zollenspieker Fährhaus diente früher als Zollstation und Fährhaus an einer der ältesten Hamburger Elbfährstellen. Seine Grundmauern lassen sich tatsächlich bis auf das Jahr 1252 zurückdatieren. 1620 zerstörten Lüneburger Truppen den damaligen Zollturm – doch bereits ein Jahr später wurde er wieder aufgebaut. Vermutlich diente das Zollenspieker Fährhaus schon seit jeher auch als Gasthaus, doch spätestens seitdem 1863 ein Tanzsaal-Anbau dazukam, ist es ein beliebtes Ausflugsziel. Heute ist das historische Gebäude ein Vier-Sterne-Hotel mit Elbblick, Restaurant und gemütlichem Biergarten unter großen Kastanienbäumen.

Infos: Zollenspieker Fährhaus, Zollenspieker Hauptdeich 141, 21037 Hamburg

5. Rieck Haus

Das Rieck Haus in Hamburg-Curslack gehörte einst der Familie Rieck, die den Hof bis zum Zweiten Weltkrieg bewirtschaftete. Das Hauptgebäude stammt aus dem Jahr 1533 und ist damit eins der ältesten erhaltenen Fachhallenhäuser in Norddeutschland. Heute ist das Freilichtmuseum Rieck Haus ein beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie. Dort zeigen Originalobjekte, Bilder und Texte auf Platt, wie das Leben auf dem Hof einst aussah.

Infos: Freilichtmuseum Rieck Haus, Curslacker Deich 284, 21039 Hamburg; Öffnungszeiten März bis Oktober: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr; November bis Februar: Winterpause

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Bergedorf hat einiges zu bieten. Lest zum Beispiel, welchen schönen Cafés in Bergedorf ihr auch noch mal einen Besuch abstatten solltet. Außerdem haben wir noch tolle Bergedorfer Wochenmärkte. Die kiekmo-Redaktion wünscht euch viel Spaß!

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