(© Shutterstock/Lunghammer )

Alle Wochenenden wieder: Diese 7 Typen findet ihr immer auf dem Kiez

Es gibt gewisse Dinge, die gehören einfach zum Hamburger Kiez dazu: Schlange stehen am Haspa-Automaten auf der Reeperbahn, der feurig-tomatige Geruch von Mexikanern und eben diese 7 Kiez-Typen, denen wir immer wieder begegnen.

Deutschlands sündigste Meile zieht sie alle an: Partylöwen, Tanzbeinschwinger, Rotlichtmilieu-Gaffer und praktisch jeden, der sich von Hamburgs Nachtleben berauschen lassen will. Natürlich seid ihr auch in der einen oder anderen Samstagnacht mit von der Partie. Dabei laufen euch aber immer wieder die gleichen Gestalten und Nachtschattengewächse über den Weg? Kein Wunder, die Reeperbahn zieht diese Typen an wie der Kuhdung die Fliegen.

1. Der Tourist (vom Land)

Er tritt meist in kleinen bis mittelgroßen Gruppen auf und hat sich direkt in einem Hostel auf St. Pauli einquartiert. Gemeinsam mit seiner Herde (aka Reisegruppe) durchstreift er den nächtlichen Lichter-Dschungel und macht dabei immer wieder ganz große Augen. Er bleibt bei jedem Schild mit der Aufschrift "Sex" stehen, kichert kurz peinlich berührt, zückt sein Smartphone und schießt ein Selfie nach dem anderen. Prinzipiell verstopfen er und sein Rudel den Bürgersteig, indem alle Mitglieder abrupt stehen bleiben und sich in einer langen Reihe nebeneinander aufstellen, um Abertausende Fotos zu machen. So sorgen sie bei den Feierwütigen für reichlich dicke Luft.

2. Der Junggesell(inn)en-Abschied

Quietschbunt zusammengewürfelte Outfits, ein Bauchladen voller flüssiger "Nahrung" und eine Horde aufgedrehter Mädels, die in regelmäßigen Abständen leicht exaltiert ein "Ahhhhhhh!" oder "Wooooooaaaaahhhh!" von sich geben – alle Wochenenden wieder. Das maskuline Pendant beinhaltet unpassend bedruckte Sprüche-Shirts, Hawaiihemden, unangenehme Verkleidungen und animalisches Grunzen, während sich der Bräutigam in spe mit seinen Kumpels druckbetankt. Falls ihr euch fragt, welche Frau den heiraten will: Wissen wir nicht, fragen es uns aber auch. Und warum wir dieses Spektakel jeden, aber auch wirklich JEDEN Freitag und Samstag etwa 20-mal von den Tanzenden Türmen bis zur Großen Freiheit miterleben "dürfen".

3. Der verlorene Freund

Als schwächstes Mitglied seiner sozialen Gruppe geht dieser eine Freund auf dem Weg von der Bahn zur auserwählten Bar irgendwo verloren. Immer. Verantwortlich dafür ist entweder sein grottiger Orientierungssinn, sein impulsiv auftretendes Bedürfnis nach Döner oder seine leere Brieftasche, die ihn irgendwo im Dickicht der Warteschlange am Haspa-Automaten verschwinden lässt. Fortan wandert er allein durch das hell erleuchtete Straßengewirr, sucht seine Freunde und fristet sein Dasein als Einzelgänger auf dem harten Pflaster der Reeperbahn. Ihr nehmt ihn spätestens dann wahr, wenn er in einen eurer Lieblingsclubs reinstolpert und euch auf der Tanzfläche immer näher rückt, um Anschluss zu gewinnen. Creepy, aber ein bisschen Mitleid haben wir trotzdem.

4. Das Kiez-Urgestein

Die Haare bereits ergraut oder weiß, die Augen etwas milchig, das Schnapsnäschen rot und die Lederjacke original aus den 80ern – das Kiez-Urgestein flattert bereits seit mehreren Jahrzehnten über die Reeperbahn. Dort hat es schon die wilden 70er miterlebt und sich durch die verrückten 80er getanzt. Typisch für Rainer und Mathilde: Sie wissen einfach nicht, wann Schluss ist – oder dass Prince seine Glitzerjacke gern mit ins Grab genommen hätte. Prinzipiell ist man ja nie zu alt für ein bisschen Spaß auf der Reeperbahn, aber spätestens dann, wenn ihr mit euren Kommilitonen in die hippe Studi-Kneipe geht und das Kiez-Urgestein einen auf jung geblieben macht, ist die ganze Show nur noch eine Tragödie.

5. Das streitende Pärchen

Während ihr einen entspannten Tanzabend haben wolltet, hört ihr immer wieder ein unangenehmes Gekeife im linken Ohr. Sie gestikuliert wild in der Luft herum, er schaut wahlweise bedröppelt oder gibt ihr reichlich Kontra. Was auch immer er macht, die Situation eskaliert ohnehin. Das streitende Pärchen gehört zu den absoluten Kiez-Klassikern und fehlt prinzipiell in keiner Bar. Aber auch auf offener Straße lässt sich das On-off-Duo beobachten: Sie tuscheln, sie werden lauter, sie sind entnervt, sie schreien. Wahlweise fließen Tränen oder fliegen Fäuste. Ihr wisst in solchen Momenten nicht, ob ihr euch fremdschämen sollt, oder warum ihr nicht einfach wegschauen könnt.

6. Der Hipster

Der Hipster zieht sich gern unter seinesgleichen zurück in Richtung Hamburger Berg. Zu erkennen ist er an seinen dünnen Beinen, die in Skinny Jeans gepresst besonders schmal wirken. Neben runder Brille mit Kunststoffgläsern charakterisiert ihn die typische Beanie auf dem Kopf. Er cornert wahlweise vor der Barbarabar oder dem Roschinsky's und unterhält sich ausschließlich mit seiner eigenen Spezies. Eigentlich ist er viel zu cool und alternativ für das ganze Kiez-Gedöns, beugt sich aber dem völlig unhipsterigen Willen der Gruppe, einen draufzumachen. Ihr erkennt ihn daran, dass er in seiner Hand kein Astra hält, sondern ausschließlich Club Mate (mit Wodka oder Sekt vermischt) oder Fritz Cola.

7. Der Proll

Sein bevorzugtes (Jagd-)Revier: die Große Freiheit. Dort versprüht er sein dick aufgetragenes Aftershave gute 50 Meter gegen den Wind. Sein Körper ist gestählt, das Shirt hauteng, die Panzerkette um den Hals gelbstichig gold. Besonders herausgeputzte Vertreter dieser Art setzen noch weitere Gold-Akzente – an Händen, Handgelenken oder Ohrläppchen –, geben eine beachtliche Menge Wet-Look-Gel in die eher kurze Haarpracht und achten strikt auf das Tragen weißer Sneaker. Im Club fallen euch diese speziellen Typen allein durch ihr Outfit auf. Aber auch, weil sie nicht tanzen, sondern bei jedem noch so mitreißenden Lied mit verschränkten Armen an der Bar stehen. Zumindest bis der DJ "... Baby One More Time" von Britney Spears spielt – dann singen sie leidenschaftlich mit. Harte Schale, weicher Kern und irgendwie doch ganz nett.

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