(© MOTTE )

Stadtteilzentrum MOTTE: Wo in Ottensen der Hahn kräht

Das Stadtteilzentrum Motte in Ottensen hat den Wandel im Viertel nicht nur begleitet, sondern auch geprägt: Seit über 40 Jahren entstehen in der alten Schokoladenfabrik wichtige lokale und internationale Projekte.

"Dorf" nennen die Ottenser ihren Stadtteil liebevoll – und nirgends ist Ottensen so viel urbanes Dorf wie im Hinterhof des Stadtteilzentrums Motte, benannt nach der angrenzenden Straße, der Mottenburger Twiete. Hinter einem Maschendrahtzaun picken einige Hühner Gemüsereste vom Boden ihres Stalls. Brikett, schwedisches Schwarzhuhn, schnappt Lotta vom Kiez das letzte Salatblatt vor dem Schnabel weg. Dazwischen der Hahn im Korb – Viktoria. Hinter dem Hühnerhaufen summen die Bienen in ihren Königreichen in Kistenform, gleich daneben blüht der Estragon im Motte-Nachbarschaftsgarten. Vor der hauseigenen Kita hüpft ein Mädchen mit ihren gelben Gummistiefeln in den Matsch und lacht.

Die Motte angagiert sich für ihren Stadtteil

Aber: Auf dem Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik passiert noch viel mehr als etwas Imkern und Gartenarbeit. Denn das Stadtteil- und Kulturzentrum Motte ist seit seiner Gründung 1976 nicht nur Jugendtreff, Hühnerhof oder Fahrradwerkstatt, sondern besonders: Ein lebendiges Zentrum, das Herz des Stadtteils, für das sich viele Menschen immer wieder engagiert einsetzen. Nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Motte setzen immer wieder neue Projekte um, auch Menschen von außerhalb haben hier den nötigen Freiraum, um Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

Dass dabei eine besonders vielfältige und bunte Mischung an Projekten entstanden ist und immer wieder neu entsteht, zeigt schon ein Blick in das Angebot. Es gibt offene Werkstätten, in denen Anwohner töpfern oder Fahrräder reparieren, einen Jungendtreff und schulische Hilfen, internationale Jugendprojekte, verschiedene Kulturveranstaltungen. Bei den Ohrlotsen planen, moderieren und senden Kinder in Betreuung von Medienprofis ihre eigenen Radiobeiträge oder Hörspiele. Das Projekt "Blickwinkel" soll das Angebot der Motte auch gehörlosen Kindern und Jugendlichen eröffnen.

Viel Rückhalt für kreative Ideen

Nicht alle diese Angebote kommen vom Team der Motte selbst. Oft wird eine Idee auch an das Statteilzentrum herangetragen und dann vor Ort umgesetzt. "Die Motte ist ein Ort, an dem Projekte entwickelt werden können", erklärt Griet Gäthke, die Öffentlichkeitsreferentin des Zentrums. "In meinen 25 Jahren hier im Haus habe ich oft gesehen, dass man für einiges einen sehr langen Atem braucht." Die Motte bietet dann nötige Ressourcen, und besonders: den nötigen Rückhalt. "Woanders gibt es diese Möglichkeit oft nicht", weiß Griet.

So können wichtige Projekte auch langfristig bestehen, und entwickeln dabei oft ein Eigenleben. 1999 war es beispielsweise die Motte, die in Kooperation mit Akteuren aus dem Stadtteil das Kulturfestival "altonale" initiierte – in diesem Jahr findet das Stadtteilfest zum 21. Mal statt, mit eigener Geschäftsführung und eigenem Team. Auch beim Beratungsprogramm "Rat & Info", das 17- bis 27-Jährige bei Behördenangelegenheiten unterstützt, war zunächst die Motte der Träger. Das Büro sitzt zwar immer noch im Haus an der Mottenburger Twiete, gehört aber inzwischen zu einem anderen Verein. "An diesen Erfolgen merken wir immer wieder, wie wichtig so ein Zentrum wie die Motte ist, um Impulse zu setzen und mitzutragen."

Zukunft gerettet: Die Motte bekommt neue Mittel

Und auch in Zukunft kann die Motte ihren Einfluss wirken lassen. Denn der Bund hat der Motte finanzielle Mittel von über 900.000 Euro zugesichert, nachdem die Stadt Hamburg Ende 2018 bereits Zuschüsse in Millionenhöhe beschloss. Damit kann endlich der dritte Stock des Gebäudes ausgebaut werden – ein Vorhaben, dass schon seit einiger Zeit brach liegt. Mehr Finanzierung, das bedeutet mehr Spielraum, auch bei der Planung von zukünftigen Projekten. "Für uns ist das aber auch eine Standortsicherung", fügt Griet hinzu. "Dieses Zentrum wird nicht in der Gentrifizierung verschwinden."

Infos: Die Motte, Eulenstraße 43, 27765 Hamburg

Engagiere dich in einem Ehrenamt in Hamburg

Stadtteilzentren wie die Motte in Ottensen sind darauf angewiesen, dass sich immer wieder Hamburger für sie einsetzen und sich freiwillig engagieren. Wer mit anpacken will, findet bei diesen Vereinen das passende Ehrenamt in Hamburg. Ihr habt bereits ein Ehrenamt? Erzählt uns, warum ihr euch engagiert!

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