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5 Baustellen in Hamburg, über die sich alle lustig machen

Vorsicht, Baustelle! Diese Bauprojekte in Hamburg sorgen für Belustigung: Die Gebäude werden später fertig, irgendwelche Gutachten fehlen und immer wird alles teurer als geplant.

1. Ewiges Hin und Her: Der Fernsehturm

Ach ja, der Hamburger Fernsehturm. Seitdem Bürgermeister Peter Tschentscher 2018 verkündete, dass der Telemichel zu seinem 50-jährigen Bestehen wieder eine Gastronomie beherbergen soll, ist es ein ewiges Hin und Her. Gleich zwei finanzkräftige Bewerber haben sich auf die Ausschreibung der Stadt gemeldet und obendrauf hatte der Hamburger-Promikoch Tim Mälzer auch noch seine Finger mit im Spiel. Kurz vor dem Abschluss der Veträge sind aber alle wieder abgesprungen. Die Hamburger haben mittlerweile das Gefühl, keiner möchte in den 280 Meter hohen Turm einziehen. Ob es wohl jemals dazu kommen wird, dass wir zum 50. Geburtstag des Telemichels einen Kaffee auf dem Fernsehturm trinken können? Sind ja nur noch knapp vier Jahre. Die Reaktion der Einwohner auf die vielen Schlagzeilen ist allerdings typisch Hamburg: ein müdes Lächeln und Kopfschütteln.

2. Stop-and-go: Der Hamburger Deckel

Der Hamburger Deckel: das superinnovative Baukonzept für die A7 zwischen Stellingen und Schnelsen. Hört sich eigentlich toll an. Mehr Spuren für die Autofahrer, mehr Ruhe für die Anwohner und mehr Grünfläche für die Stadt. Blöd nur, dass sechs Monate nach Baubeginn die Arbeiten gestoppt werden mussten, weil es einen Fehler in der Programmierung gab. Und weil man festgestellt hat, dass die Wände des Tunnels die Decke gar nicht tragen können. Also Anhalten und alles nochmal von vorne! Ein Mini-Trost: Die erste Röhre ist im April 2019 eröffnet worden – yeah! Die fünf Jahre, die das gedauert hat, lassen wir da einfach mal unter den Deckel, äh, Tisch fallen.

3. Erst nochmal darüber nachdenken: Der Philosophenturm

Wer tauscht nicht gerne einen Ausblick aus 52 Metern Höhe mitten im Grindelviertel gegen einen grau-braunen Betonklotz in der City Nord aus? Genau, die Studenten der Uni Hamburg. Das Ersatzquartier am Überseering sorgt regelmäßig dafür, dass angehende Literaturwissenschaftler traurige Gedichte schreiben und zukünftige Philosophen nur noch über den Weltuntergang referieren. Und das wird wahrscheinlich auch noch eine ganze Weile so bleiben. Denn der Phil-Turm wird voraussichtlich zwei Jahre später fertig als geplant – und rund 22 Millionen Euro teurer. Bei fünf Jahren Sanierungszeit und der schlechten Anbindung zur City Nord bleibt zu hoffen, dass wenigstens die Langzeitstudenten etwas von der Sanierung haben.

4. David gegen Goliath: Der Fernbahnhof Altona

Die Bahn möchte einen neuen Fernbahnhof an der jetzigen S-Bahnstation Diebsteich bauen. Eine Initiative der Altonaer Bürger möchte das nicht. Das ist eigentlich schon die ganze Geschichte. Die führt allerdings dazu, dass sich der Ausbau des Fernbahnhofes immer weiter verzögert. Die Bahn kommt nicht gegen die Bürgerinitiative Prellbock Altona an. Die haben nämlich das Kleingedruckte gelesen und fordern immer wieder neue Gutachten und Tests bevor der Ausbau des neuen Fernbahnhofs Altona losgehen kann – und die Gegenseite muss liefern. Wen das nicht schon genug amüsiert: Die Begründer der Initiative verteilen sogar Flugblätter im Kopfbahnhof Altona. Dürfen die das? Ja, weil die Bahn das Gelände schon weitestgehend an die Stadt verkauft hat. Prellbock Altona weiß das, das Bahnpersonal häufig nicht. Wir sind gespannt, wie der ganze Streit ausgeht und, ob jemals eine Fernbahn aus dem Bahnhof Diebsteich losrollt.

5. Kurzstrecke im Schneckentempo: Die Hafenpromenade

Endlich, endlich, endlich: Die Hafenpromenade wird pünktlich zum Hafengeburtstag (10. bis 12. Mai 2019) fertig! Das war aber auch ein schweres Stück, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn für die Fertigstellung der 625 Meter langen Promenade hat die Stadt ganze acht Jahre gebraucht. Ein Journalist vom Stern hat das mal auf den Tag runtergerechnet: Die Hafenpromenade wurde pro Tag um ganze 21 Zentimeter ausgebaut. Eine Schnecke schafft die gleiche Strecke in drei Minuten. Kein Witz! Immerhin können Touris und Einheimische die ungefähr sieben Minuten, die sie über die neue Hafenpromenade schlendern, richtig genießen.

Vergeben und Vergessen: Hamburg kann auch anders

Natürlich geht bei einem Großbauprojekt nicht immer alles nach Plan. Das wissen die Hamburger spätestens seit dem Bau der Elbphilharmonie. Als das Konzerthaus dann aber im Januar 2017 eröffnete, war alles vergeben und vergessen. Und mal ehrlich, selbst der größte Elphi-Gegner möchte das neue Wahrzeichen der Stadt nicht mehr missen.

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