Der Hamburger Dom (© Josephine Hube )

10 Gründe, warum St. Pauli ganz furchtbar ist

Gerade zu den Abend- und Nachtstunden strömen alle Richtung St. Pauli, in DAS Szeneviertel Hamburgs. Aber warum eigentlich? Wir finden ja, dass St. Pauli maßlos überschätzt wird...

1. Der Dom: Überbewertetes Volksfest mit Kotzrisiko

"Wie, schon wieder Dom?“ Wetten, dass es keinen Hamburger gibt, dem beim Blick aufs Heiligengeistfeld dieser Gedanke noch nie durch den Kopf geschossen ist? Das größte Volksfest des Nordens lockt mit abenteuerlichen und gruseligen Fahrgeschäften und sündigen Leckereien – nicht! Die "Geisterfabrik", der "Rock & Rollercoaster" und das Mini-Feuerwerk am Freitag mögen ja Touristen aus dem Umland beeindrucken, aber wir Hamburger sind da echt rausgewachsen. Alles viel zu teuer. Und langweilig. Und ungesund! Wenn uns das alles noch nicht abgeschreckt hat: Spätestens nach der ersten Kotzdusche im "Airwolf" ist das Thema Dom wirklich gestorben.

2. Die Reeperbahn: "Hey Baby, du riechst nach Partynacht und Schweiß"

Ja, der Kiez. St. Paulis Partymeile. Die lässt sich auch wirklich nur betrunken ertragen. Wer einmal nüchtern auf der sündigen Meile unterwegs war, der weiß, wovon wir hier sprechen. Die Clubs und Bars sind heillos überfüllt, überall Gedränge und Gejohle und die Luft riecht nach Bier, Schnaps und Schweiß. Einfach ekelhaft diese ungezügelte Freude und der Rausch. Bah! Erst nach drei Bier und einem Körbchen Mexikaner sehen wir das alles durch einen angenehmen Schleier – und verlieren jegliches Niveau. Mal ehrlich: Wie man es auch dreht und wendet, es kommt einfach nichts Gutes dabei heraus.

3. Hier ist immer Schwund!

Portemonnaie, Jacke, Handy – oder bester Freund/beste Freundin: Fast jeder hat schon mal etwas auf dem Kiez verloren. Und nur in den aller seltensten Fällen kehrt das Verlorene wieder zu uns zurück (Freund und Freundin findet man in der Regel wieder – Gott sei Dank). Das nervt! Trotzdem kommen wir immer wieder und machen immer wieder die gleichen Fehler. Das liegt am Alkoholkonsum, sagt ihr? Das wollen wir gar nicht bestreiten, aber ohne den ist es ja auch nicht zu ertragen (siehe Punkt 2).

4. Der Club, dessen Name nicht genannt werden darf

Ein paar Hundert Meter weiter, direkt an der Feldstraße befindet sich das Uebel & Gefährlich, auch genannt der Bunker. Der Club an sich ist ja in Ordnung, aber wer hat sich nur diesen Namen einfallen lassen? Wer mit 16 zu einem Konzert wollte, hat den Eltern den Namen der Location tunlichst verschwiegen. „Wir gehen heute ins Uebel & Gefährlich.“ – Ja, sicher! Warum nicht Schön & Supersafe? Klingt doch gleich viel einladender!

5. Das Karoviertel: Sooo alternativ und sooo überflüssig

Auf St. Pauli ist ja eh alles ein bisschen anders: wilder, bunter, freier. Allen voran das Karoviertel mit seinen vielen inhabergeführten Geschäften und Restaurants will was ganz Besonderes sein. Zwischen Messe und Heiligengeistfeld wird es mit einem Mal dörflich und alternativ. Dann noch der Fleischgroßmarkt. Und die Schanze, die doch schon hip genug ist. Wofür brauchen wir da das Karoviertel? Und wer nennt seinen Laden Hot Dogs oder Mägde und Knechte? Was soll das? Bei H&M und Zara wissen wir wenigstens, woran wir sind. Ob wir Opfer des Mainstreams sind? Aber ja!

6. Die Landungsbrücken: Dieses Bild ist nicht mehr zu ertragen!

"An den Landungsbrücken raus, dieses Bild verdient Applaus" – ehm nein! Mit den Landungsbrücken ist es nämlich wie mit dem Lieblingsgericht: Wenn man sich einmal übergegessen hat, kann man es einfach nicht mehr sehen. Die Landungsbrücken kann man ja aber leider nicht übersehen! Selbst wenn man bei der Fahrt mit der U3 demonstrativ wegguckt – irgendwo begegnet einem immer das Motiv mit Turm, Kränen und Sonnenuntergang. Boah, hängt uns das zum Hals raus! Das einzig Gute an den Landungsbrücken: die Fischbrötchen. Und dass man von hier ganz schnell in der HafenCity ist. Da gibt's mit der Elphi wenigstens noch was einigermaßen neues.

7. Der komische Kult in braun und weiß

Was haben die Leute nur mit dem Totenkopf und diesem Verein? Einige haben nicht ein einziges Spiel des FC St. Pauli gesehen und laufen trotzdem mit stolz geschwellter Brust im Fan-Pulli herum. Wie hat es dieser kleine Verein geschafft, einer der beliebtesten Mannschaften Deutschlands zu werden? Wahrscheinlich hat das was mit Weltoffenheit, politischer Einstellung oder mit den Fans, die so leidenschaftlich hinter dem Verein stehen, zu tun. Verstehen wir nicht. Eigentlich geht es hier doch nur um Fußball. Was soll also die ganze Aufregung?

8. Viel zu viel Programm auf dem Spielbudenplatz

St. Pauli Straßenmampf, Nachtmarkt, Weinfest, Food-Truck-Festival, Santa Pauli... wir könnten ewig so weitermachen. Das ganze Jahr über findet auf dem Spielbudenplatz etwas statt. Nie kehrt hier mal Ruhe ein. Und dann wollen auch noch ALLE dahin. Natürlich ist der große Platz direkt an der U-Bahn-Station gut gelegen, das sehen wir ein. Aber ein Ruhetag in der Woche, an dem auf dem Spielbudenplatz einfach mal nichts passiert, wäre doch auch ganz schön, oder?

9. Fischmarkt Digga, Fischmarkt

Es riecht nach Fisch, Bratwurst, Bier und Kaffee, die lauten Rufe der Marktschreier hallen über den Platz: Es soll ja Leute geben, die diese Mischung unwiderstehlich finden. Das sehen wir ein bisschen anders. Und dann noch diese Uhrzeit! Wer steht denn schon um 5 Uhr früh auf? Da muss man schon die Nacht durchmachen, um das zu schaffen. Und dann gibt’s zu Hause nur wieder Ärger, weil wir in unserem Wahn aus Trunkenheit und Schlafmangel einen halben Garten an Topfpflanzen mitgebracht haben oder gar ein lebendes Huhn (alles schon vorgekommen!). Nein, danke!

10. Die kulturellen Angebote nehmen Überhand

Früher waren St. Pauli und vor allem die Reeperbahn wirklich verrucht. Heute hat sich an allen Ecken und Enden Kultur breit gemacht. Ob das Schmidts Tivoli, das Panoptikum, die Panik City oder das St. Pauli Theater: Das ist zu viel des Guten. Wir sind schließlich nicht hier, um uns zu bilden oder einen auf intellektuell zu machen, sondern um zu feiern. Suff. Freunde. Spaß. Richtig schön stumpf eben. So lieben wir es.

Meinen die das ernst?

Natürlich nicht! Die Ironie habt ihr hoffentlich rausgehört. Denn wir lieben unser schönes St. Pauli mit Reeperbahn, Karoviertel und all seinen Ecken und Kanten – und können von den Landungsbrücken nie genug bekommen. Viel schlimmer sind doch die Nachbarviertel: 10 Gründe, warum die Schanze ganz furchtbar ist findet ihr hier. Außerdem verraten wir euch, warum Eppendorf ganz schlimm ist. Und geht bloß nicht nach Altona, denn Ottensen ist echt der Graus.

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