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10 Gründe, warum die Schanze ganz furchtbar ist

Hip, bunt, alternativ. Das zeichnet angeblich die Schanze aus. Wer braucht den sowas? Wir erklären, warum ihr die Schanze besser meiden solltet.

1. Überall Geschmiere in der Schanze – und soll das Kunst sein?

Egal, wohin ihr in der Schanze schaut: Bis zu gut zwei Metern Höhe sind alle bemalbaren und unbemalbaren Wände, Türen und Ecken von Schmierereien bedeckt. Gut, so mancher Kraftausdruck verdient es durchaus, mal gesehen zu werden. Aber diese großformatigen Gesprühsel – das soll nun auch noch Kunst sein? Die eine eigene "Streetart"-Straßenführung durch die Schanze verdient?

Was für ein Blödsinn. Nehmt euch doch mal ein Beispiel an München. In Bayern wird so Geschmier immer sofort wieder entfernt. Genau wie Aufkleber. Überhaupt ist es da viel sauberer. Wehe, es fliegt mal ein Laubblatt herum, das wird sofort eingekehrt. Wenn die Schanze auch so herrlich steril wäre, wäre sie vielleicht gar nicht so schlecht.

2. Demos in der Sternschanze: Schluss mit dem Radau!

Wenn in Hamburg Demos stattfinden, dann in vier von fünf Fällen irgendwo in oder um die Schanze. Ein unerträglicher Zustand. Liebe Bürger, nehmt es doch einfach mal hin, wie die Dinge sind. Haltet die Klappe. Macht es euch vor der Glotze gemütlich. Und hört auf, schreiend durch die Gegend zu rennen und die Welt verbessern zu wollen.

3. Schanzenpark: Nutzt endlich diese Brachfläche!

Sorry, da können wir wirklich nur die Köpfe schütteln. Als wäre hier mitten in der Stadt jede Menge Platz, lassen die Politiker mit dem Sternschanzenpark eine riesige Fläche brachliegen. Ist das zu glauben? Nicht nur, dass in Frühjahr und Sommer hier jede Menge Pflanzen ihre Pollen rumpesten und im Herbst bergeweise Blätter rumfliegen. Nein, vom Fußballplatz gibt's auch noch ständig Gebrüll und Gepfeife.

Und das, obwohl es in der Schanze noch nicht einmal vernünftige Läden wie H&M, Deichmann und Co. gibt. Baut da doch endlich ein schönes, großes Einkaufszentrum hin! Oder sollen wir weiterhin in die Innenstadt fahren müssen, wenn wir wie die anderen aussehen und in den üblichen Läden einkaufen wollen? In der Schanze gibt's ja nur diese unsäglichen, völlig überteuerten Individual-Händler.

4. Bunte Vielfalt in der Schanze? Braucht kein Mensch!

Ja ja, die Schanze in Hamburg ist multikulti, bunt und lebendig. Allein die ganzen Kreativen, die hier leben und/oder ihre Läden haben. Die zahllosen Restaurants, in der ihr von Bowls über Sushi, Pide, Currywurst, Ingwer-Karotten-Süppchen und Falafel allen möglichen Kram essen könnt. Das braucht doch kein Mensch, im Gegenteil: Das Angebot überflutet einen ja völlig.

Genau wie diese ganzen hip gestylten Leute, die beim ersten Sonnenstrahl auf der sogenannten "Piazza" des Schulterblatts auf Bierbänken herumsitzen. Haben die eigentlich kein Zuhause? Dieses bunte Treiben nervt nicht nur, es ist absolut unhanseatisch. Manchmal ist weniger eben mehr.

5. Öko-Übermuttis, geht doch nach Eimsbüttel!

Noch ein großes Ärgernis: diese Öko-Übermuttis, die mit aus dem Rucksack ragenden Bio-Lauchstangen und fancy Refill-Kaffeebecher in der Hand ihren in mit Naturfarben gefärbten Korrekt-Woll-Stramplern gekleideten Nachwuchs herumschieben oder -schleppen. Und dann womöglich noch rummeckern, wenn man seinen To-Go-Kaffeebecher zusammen mit der Plastikverpackung aus Versehen einen halben Meter neben den Mülleimer schmeißt. Als ob das hier auffallen würde. Und wofür gibt es schließlich die Stadtreinigung? Diese Korrektheit kann einen schon ganz schön nerven. Sollen diese Supermuddis doch ins furchtbare Eimsbüttel ziehen, da passen sie sowieso viel besser hin.

6. Rote Flora: Plattmachen!

Hach, hach, die Rote Flora. Begeistert schleichen die Touris drumrum und knipsen die besetzte Bruchbude wie verrückt. Geht's noch? Was soll an dieser verschmierten Hütte so spannend sein? Einstampfen, sagen wir! Stattdessen könnte man hier einen tollen neuen Wohnblock mit Luxuswohnungen in die Höhe ziehen.

In diesen ollen Altbauten, die da in der Schanze rumstehen, kann schließlich kein Mensch stilvoll leben. Und mehr Wohnraum braucht's ohnehin. Vielleicht würde sich das dann mal positiv auf die Mietpreise auswirken. Die sind mit etwa 15 Euro kalt nämlich deutlich über dem Durchschnitt der Stadt. Noch ein Nachteil dieses völlig überschätzten Viertels, übrigens.

7. Viel zu wenig Parkplätze in der Sternschanze

Mit dem Auto in die Schanze? Kannste knicken. Wo, bitte, soll man da denn parken? Die meisten Straßen sind ohnehin viel zu eng, und jedes Fitzelchen Platz ist zugestellt. Wenn nicht von Autos, dann von Fahrrädern. Können die Leute ihre Drahtesel nicht einfach in den Keller stellen? Oder mit in die Wohnung nehmen? Draußen werden sie doch sowieso nur geklaut. Aber nein, die Dinger stehen überall rum. Und zwingen uns, mit den blöden Öffis zu fahren oder sogar selbst auf so ein Zweirad zu steigen. Eine Zumutung!

Vorschlag zur Lösung dieser unhaltbaren Situation: Weg mit den ganzen Bierbänken und Tischen auf dem Schulterblatt. Stattdessen sollte hier ein bewachter Parkplatz entstehen (sonst werden die Autos in dieser Gegend ja sowieso verkratzt und zerbeult). Zwei Fliegen mit einer Klappe: mehr Parkaum und die nervigen Leute, die da im Sommer überall rumsitzen, wären auch gleich weg.

8. Eindeutig zu viele Bars in der Schanze

Gefühlt gibt's mehr Bars in Hamburgs Schanze als Bäume, hinter jeder zweiten Tür versteckt sich eine Kneipe, mal schraddelig, mal stylisch, mal einfach nur gemütlich. Grässlich! Wie soll man sich da bitte entscheiden? Das Überangebot führt doch nur dazu, dass jeder ständig das Gefühl hat, anderswo was zu verpassen und deshalb von einer Location zur nächsten hoppt. Das stresst.

9. Lärm bei den Knust Acoustics

Das Knust an sich ist ja schon eine Zumutung. Diese Radaubrüder, die da sogenannte "Konzerte" geben, sollen doch gerne in Berlin ihre Melodien feilbieten – da kann ja eh jeder Hanswurst auftreten, egal, wie nischig er auch sein mag. Danke, brauchen wir nicht. Wir haben schließlich die großen Arenen, in denen Helene Fischer und Co. uns bezaubern, wer will schon mehr?

Das Ganze wäre ja aber vielleicht noch erträglich, wenn die sogenannten Künstler samt den merkwürdigen Leute, die ihnen aus irgendwelchen obskuren Gründen zuhören wollen, im Gebäude blieben. Aber nein. Im Sommer muss das Ganze ja unbedingt auch noch draußen stattfinden. Jeden Mittwoch Live-Musik, und dann auch noch umsonst, damit da noch mehr Leute Bier trinkend, lachend und schwatzend abhängen. Vielleicht will ja nicht jeder an einem lauen Sommerabend im Freien gute Musik hören?

10. Flohmarkt in der Schanze: Den Plunder braucht kein Mensch

Samstags gilt es das Gelände um die Alte Rindermarkthalle weiträumig zu meiden. Vor allem bei gutem Wetter gibt's hier ein fürchterliches Geschiebe und Gedränge, weil alle möglichen Leute unbedingt den Plunder angucken wollen, der da beim Flohmarkt im Hamburger Schanzenviertel verkauft wird.

Warum sollte sich irgendjemand für Omis alte Teller interessieren? Und wer will schon einen müffeligen alten Bauernschrank, solange es Pax und Co. gibt? Diese Veranstaltung gehört verboten, vor allem, weil ihr da wirklich Gefahr lauft, auch noch in ein Schwätzchen verwickelt zu werden.

Ja, ja, zugegeben: War nur Spaß. Wir lieben unsere Schanze, trotz oder viel mehr wegen all ihrer Schrullen und Vielfältigkeit. Aber ganz anders sieht die Sache mit Ottensen, Winterhude oder Eppendorf aus. Die sind ja wohl wirklich schrecklich. Oder?

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