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10 Dinge, die jeden Hamburger auf die Palme bringen

Hamburger lachen gern und haben viel Humor. Aber bei einigen Dingen verstehen wir gar keinen Spaß. Hier eine Auswahl.

1. Wenn Nicht-Hamburger über das schlechte Wetter jammern

Wer behauptet, dass es nirgendwo in Deutschland so viel regnet wie in Hamburg, macht sich hier keine Freunde – und liegt auch noch falsch! Mit knapp 970 Litern pro Jahr und Quadratmeter regnet es in München sogar mehr als in Hamburg (rund 770 Liter). Außerdem: Wer wird denn bei so ein paar Tropfen gleich den Kopf einziehen? Dann wird der Reißverschluss der Jacke eben mal bis oben zugemacht, Kapuze hoch und fertig – das bisschen Regen, Herrgott!

2. Wenn Autofahrer aus Pinneberg unseren Weg kreuzen

Wenn ein Autofahrer unkoordiniert die Spur wechselt, schon hunderte Meter vor der nächsten Abbiegespur bremst oder den grünen Abbiegepfeil übersieht und seelenruhig stehen bleibt, dann handelt es sich in 90 Prozent der Fälle um einen Wagen mit dem Kennzeichen "PI": also ein Pinneberger. Oder wie wir in Hamburg sagen: Provinzidioten. Auch das Kennzeichen "SE" (Bad Segeberg) treibt uns regelmäßig den Schweiß auf die Stirn. Ganz schlimm: Wunschkennzeichen wie "SE-XY". Das weckt auch einfach zu hohe Erwartungen, die – sind wir mal ehrlich – leider nur die wenigsten auch erfüllen.

3. Wenn man uns als unfreundlich und kühl bezeichnet

Wir sind vielleicht nicht so überschwänglich wie andere Deutsche und Küsschen rechts, Küsschen links ist weniger unser Ding, aber deswegen sind wir noch lange nicht kühl oder gar steif! Das nennt man hanseatische Zurückhaltung. Bevor wir unser ganzes Pulver für die falschen Menschen verschießen, schauen wir uns jeden einzelnen eben erstmal etwas genauer an. Letztendlich sind wir ein sehr weltoffenes und humorvolles Volk. Und wer sich unsere Zuneigung verdient hat, kann sich sicher sein: Sie kommt von Herzen!

4. Wenn beim ersten Schnee sämtliche Bahnen ausfallen

Wenn U- und S-Bahnen reihenweise ausfallen und die Bahnsteige bevölkert sind mit genervten, gestressten und schimpfenden Berufstätigen, dann ist es mal wieder soweit: Der erste richtige Schnee hat Hamburg erreicht und nichts geht mehr! Es herrscht mal wieder Ausnahmezustand. Denn nicht nur der Schnee, auch der HVV scheint jedes Jahr aus allen Wolken zu fallen. Minusgrade und Schnee im Januar? Also damit konnte ja nun wirklich keiner rechnen!

5. Wenn Radfahrer ohne Rücksicht durch die City heizen

Dass Hamburg immer mehr zur Fahrradstadt wird, ist ja grundsätzlich schön. Aber einige Drahteselliebhaber sind schlichtweg wahnsinnig (oder lebensmüde). Manchmal pesen sie so schnell und haarscharf vorbei, dass man nur noch einen Windhauch spürt. Was aber wirklich nervt: Wenn sie sich ohne Rücksicht und laut klingelnd ihren Weg bahnen und man als Fußgänger wie von der Tarantel gestochen einen Satz zur Seite machen muss, um nicht überfahren zu werden. Liebe Radfahrer, das geht auch freundlicher!

6. Wenn Fußgänger blindlings auf die Fahrradwege laufen

Mit dem Fahrrad entlang der Alster und der idyllischen Kanäle fahren – ein Traum! Der Genuss wird aber gerade an schönen Tagen von Hunderten Fußgängern gestört, die verträumt und ohne nach rechts und links zu gucken, auf die Fahrradwege laufen. Da hilft nur lautes Klingeln und Rufen, um sie auf sich aufmerksam zu machen. Liebe Fußgänger, macht doch einfach mal die Augen auf!

7. Wenn wir länger als 7 Minuten auf die Bahn warten müssen

In den meisten Hamburger Stadtteilen benötigt man eigentlich kein Auto. Denn die U- und S-Bahnen fahren sehr regelmäßig und in kurzen Abständen von A nach B. Neuerdings fährt die U3 morgens sogar alle drei Minuten in die City. Leider sind wir dadurch aber auch ganz schön verwöhnt und haben offenbar das Warten völlig verlernt. Am Wochenende nachts gegen 2 Uhr 7 Minuten auf die U-Bahn warten? Boah nee... Und nach dieser gefühlten Ewigkeit am besten noch einschlafen und an der Endstation aufwachen – spätestens dann ist die Laune wirklich im Keller.

8. Wenn jemand unsere schöne Schanze als dreckig bezeichnet

Wir geben es ja zu: Wer ohne Bezug, am hellichten Tag über das Schulterblatt läuft, sieht wahrscheinlich nur vollgeschmierte Fassaden, olle Kneipen und die rote Flora. Kritik an unserer Schanze fassen wir aber trotzdem als persönliche Beleidigung auf. Denn wir lieben dieses Viertel ja gerade wegen seiner Makel, wegen des "ranzigen" Charmes und weil unzählige Menschen hier ihre Spuren hinterlassen haben. Ob ein Bier in der Vier Fäuste Bar, ein Schnitzel in Omas Apotheke oder ein Cocktail im Good Old Days – hier im schummrigen Licht, auf alten Holzstühlen und abgesessenen Polstern sitzend, dicht aneinander gedrängt, bleibt die Zeit für einige, wundervolle Stunden stehen.

9. Wenn es auf dem Kiez von JGAs aus England nur so wimmelt

Habt ihr auch das Gefühl, dass die Sache mit den Junggesellenabschieden rund um den Kiez in den letzten Jahren Überhand genommen hat? In den Sommermonaten sieht man alle Nase lang Damengruppen im Partnerlook mit den unvermeidlichen Bauchläden und grölende Männergruppen in teils schrillen Verkleidungen – letztere vorzugsweise aus Großbritannien und Irland (aus irgendeinem Grund sind die besonders laut). An sich haben wir ja nichts gegen JGAs, aber ein bisschen weniger Bauchladen-Peinlichkeit und dafür etwas mehr Kreativität und Stil könnten echt nicht schaden. Dann schmeißen wir auch gern mal ein paar Euros in die Partykasse.

10. Wenn der Mexikaner keinen Bumms hat

Mit Sauren, Tequila oder gar polnischer Rakete muss man uns nicht kommen. Unser Kultshot ist der Mexikaner. Keine Kieznacht vergeht ohne mindestens einen dieser scharf-würzigen Kurzen – vorzugsweise im Hotel Hong Kong auf dem Hamburger Berg. Die Zutaten für diesen Klassiker sind Wodka oder Korn, Tomatensaft, Salz und Pfeffer sowie ein guter Schuss Tabasco. Aber wehe, wenn der Mexikaner nur nach Tomatensaft schmeckt! Dann werden wir ungehalten. Das leichte Brennen im Rachenraum gehört einfach dazu.

Ihr seid echte Hamburger? Dann findet ihr euch hier bestimmt wieder: 25 Dinge, die ihr kennt, wenn ihr echte Hamburger seid.

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